Woher kommt das "Böse" in uns? Diese Frage drängt sich dem Zuschauer schon auf, wenn er die von Sigourney Weaver so hervorragend gespielte Figur der "bösen Stiefmutter" betrachtet. Mir scheint, dass diese Stiefmutter keineswegs die in deutschen Märchen fast archetypische Figur darstellt, deren Bosheit nicht hinterfragt wird sondern einfach gegeben ist. Dem Zuschauer wird klar, dass diese Bosheit "erworben" wurde und damit wird die Böse selber zum Opfer finsterer Mächte. Eben genauso wie im wahren Leben!
Der Film ist technisch sehr gut gemacht, bildreich und beeindruckend authentisch... und hat eine permanent bedrohliche Atmosphäre, die sich immer mehr zuspitzt bis sie in einem wahren Crescendo endet. Von Anfang an wird dem Zuseher klar gemacht, dass er sich in einer kalten, unaufgeklärten Epoche befindet, in der Menschen oft genug noch zu Opfern von Bestien wurden... auch von 2-beinigen und übersinnlichen Bestien. Was allerdings wirklich nervt, ist, dass dieses ur-deutsche Märchen total "verenglischt" wurde! Unerträglich, dass alle Namen englisch ausgesprochen werden, die Damen mit "Lady" angesprochen werden... was hat sich die Synchronisation dabei nur gedacht? Dafür gibt es einen Punkt Abzug!
Der Film ist, vor allem gegen Ende, für Kinder definitiv ungeeignet und könnte bei ihnen böse Träume verursachen! Eine Freigabe ab 16 wäre indiziert.