Die Krimis um den Wiener Kriminologen Mario Palinski sind angeblich Kult. Die Schreibe des leider vor Kurzem verstorbenen Pierre Emme auch. In "Schneenockerleklat", einem für einen Gmeiner-Krimi dicken Werk (424 Seiten) zog Emme noch einmal alle Register seines Könnens. Zumindest, was die blumigen Formulierungen, den Wiener Schmäh und seinen skurrilen HUmor angeht. Leider konnte er sich nicht entscheiden, ob das Buch nun ein Krimi oder eine Klamotte werden soll. So gab er von beidem üppige Zutaten in die Handlung; Zutaten, die sich leider nur selten gut vertragen. Für einen Krimi ist das Ganze stellenweise zu albern, so dass beim besten Willen keine Spannung aufkommen mag. Und für eine Komödie zieht sich das Buch zu sehr in die Länge, die Pointen sind dazu zu dünn gesät. Schade, dass die Palinski-Reihe somit einen weniger berauschenden Abschluß fand, als ihr gebührte. Obwohl sich das Buch, wie eigentlich alles von Emme, sehr flüssig liest, und, wie meist bei Gmeiner, nur wenige Schreib- & Satzfehler das Lesevergnügen trüben, bleibt ein schales Gefühl zurück: Krimi und Klamauk vertragen sich einfach nicht...