Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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105 von 110 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Überraschend gut, 15. Oktober 2008
Nachdem ich eine Leseprobe von "Schneemann" gelesen hatte, war ich von dem Buch nicht sonderlich begeistert. Jo Nesbøs Protagonist Harry Hole wirkte auf den ersten Blick ("Schneemann" war mein erster Roman von Nesbø) wie "einer unter vielen". Alkoholkranke und in Beziehungsschwierigkeiten steckende Hauptcharakter kannte ich als Krimi-Leser bereits von anderen Autoren wie z.B. Henning Mankell, Ian Rankin und John Connolly. Auch die Story klang für mich bekannt: Ermordete Frauen und Tatorte, an denen der Täter besondere Kennzeichen (in diesem Fall einen Schneemann) hinterlässt.
Doch ich muss sagen, dass mich das Buch wirklich positiv überrascht hat. Trotz anfänglicher Zweifel aufgrund der Leseprobe und obwohl ich bereits am Anfang des Romans wusste, wer der Täter ist, wurde die Geschichte an keiner Stelle langweilig. Durch die Drehungen und Wendungen blieb das Buch durchweg spannend und interessant. Die nach und nach aufgedeckten Zusammenhänge sind schlüssig und wirken in keinster Weise konstruiert.
Insgesamt ist "Schneemann" ein meiner Meinung nach durchweg gut gelungener Kriminalroman ohne Längen und aufkommende Langeweile.
Als kleine Hilfe für alle, die auch mit "Schneemann" begonnen haben und noch mehr über Harry Hole und seine Fälle lesen möchten, hier noch die richtige Reihenfolge der Romane:
1.) "Der Fledermausmann"
2.) "Kakerlaken"
3.) "Rotkehlchen"
4.) "Die Fährte"
5.) "Das fünfte Zeichen"
6.) "Der Erlöser"
7.) "Schneemann"
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33 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Grenzen nervlicher Belastung, 2. Oktober 2008
'Der Schneemann' von Jo Nesbö hat mich schlichtweg an die Grenzen meiner nervlichen Belastung gebracht: Jeweils zu Beginn des Winters werden in Norwegen junge Frauen ermordet - den Hinweis auf eine mögliche Serientat gibt ein am Ort des Geschehens errichteter Schneemann. Durch mehrere zeitliche und räumliche Sprünge werden erstaunlich viele Facetten der Taten beleuchtet und können doch leicht vom Leser nachvollzogen werden.
Direkt mit den ersten Zeilen versteht es Nesbö einen Spannungsbogen aufzubauen, der fortwährend anhält. Das ist bei einem Thriller eine grosse Kunst und macht allein schon dieses Buch extrem lesenswert. Da es sich jedoch bei den Protagonistinnen - sprich den Opfern - um Frauen um die Anfang-Mitte Dreizig handelt und ich mich somit aussergewöhnlich stark mit den Figuren identifizieren konnte, musste ich das Buch bereits auf Seite 85 ein erstes Mal abbrechen. Die Taten und Verhaltensweisen der Personen sind so realitisch geschrieben, dass ich gleichzeitig völlig faziniert und neugierig jede weitere Zeile lesen, und gleichzeitig voller Herzklopfen und Abscheu das Buch schliessen wollte. Diesem inneren Konflikt stand ich gleich bei mehreren Kapiteln gegenüber - nichts für schwache Nerven! 'Der Schneemann' wird Lesern besonders gut gefallen, die genau diese extreme Spannung erhoffen (und aushalten können).
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Dieser Schneemann lässt niemanden kalt!, 28. Oktober 2009
Hagen ist nicht begeistert. Erst kann ihn Harry Hole nicht überzeugen, dass wirklich ein Serienmörder in Oslo und Bergen seit fast dreißig Jahren sein Unwesen treibt, dann will er die nötige Mordkommission mit nur vier Beamten bilden. Dabei wäre ein mindestens zehnköpfiges Team Pflicht. Und das erst recht, als klar wird, dass der "Schneemann", wie die Presse den Mörder tituliert, tatsächlich immer wieder Frauen entführt hat, die nie wieder aufgetaucht sind. Gemeinsam ist den Opfern nur, dass sie verheiratet waren, ein oder zwei Kinder hatten, jung und hübsch waren und meist an dem Tag verschwanden, an dem der erste Schnee fiel - und dass am Tatort ein Schneemann steht, der offensichtlich vom Täter gebaut worden ist. Doch der Mörder ändert offensichtlich seine Vorgehensweise. Es scheint so, als kämen Harry Hole und seine neue Assistentin Katrine Bratt dem Serientäter so nahe wie nie zuvor. Plötzlich gibt es nicht einen, sondern sogar zwei Verdächtige und die Presse ruft nach einem Selbstmord schnell ein Ende des Falls aus. Nur Harry ist sich da nicht so sicher und ermittelt weiter. Und die grauenhaften Geschehnisse geben ihm bald recht: Der Schneemann ist noch nicht enttarnt und mordet in immer kürzeren Abständen. Fast scheint er hastig darauf bedacht, dass seine Taten bemerkt werden - von Harry Hole bemerkt werden. Denn der Kommissar scheint immer stärker in den Fall verstrickt zu sein und sogar selbst zum Ziel des Serienmörders zu werden.
Nach "Der Fledermausmann", "Kakerlaken", "Rotkehlchen", "Die Fährte", "Das fünfte Zeichen" und "Der Erlöser" ist "Schneemann" der siebte Kriminalroman von Jo Nesbø, der als zentralen Ermittler Harry Hole aufbietet. Und wieder fasziniert der Autor nicht nur mit einer exzellent ersonnenen Mordgeschichte, sondern zelebriert geradezu den Menschen Hole. Dieser äußerst sympathische Alkoholiker, der versucht gegen den Drang, sich tagelang sinnlos zu betrinken, anzukämpfen, der immer wieder zu Rakel, seiner großen und einzigen Liebe, zurückfindet und sie doch immer wieder verliert. Dieser sture, einzelgängerische Ermittler, der mit unkonventionellen Methoden glänzt, der jeden vor den Kopf stößt und doch ein fast unheimliches Einfühlungsvermögen in die Denkschemata von Serienmördern zeigt, so dass man fasziniert seiner Suche nach der Wahrheit folgt, an seinen Lippen hängt und jede seiner Aktionen zitternd vor Spannung begleitet.
Der Leser wird im "Schneemann" ständig von einem Extrem ins andere geworfen. Mal glaubt man den Täter zu kennen, dann tappt man wieder im Dunkeln. Mal bemitleidet man Harry, dann verzweifelt man fast an dessen Art. Vor Spannung kaum mehr Pausen einlegend, ist der Hörer gebannt von dieser Erzählung, die mit Oliver Mommsen einen neuen, noch unbekannten Sprecher aufbietet, der die lässigen, coolen Töne des Kommissars ebenso beherrscht wie die kalten Gedanken des Täters, die verzweifelten Gedanken der Opfer und die sehnsüchtigen Gedanken der betroffenen Kinder.
Ihm gelingt der unmögliche Parforceritt zwischen Spannung, Verzweiflung, Angst und Hoffnung, die Jo Nesbø wie kaum ein anderer Autor zu zelebrieren weiß. Noch stärker als in "Die Fährte" und "Das fünfte Zeichen" ist diese Geschichte ein äußerst kompliziert verschachteltes Rätsel, dessen Facetten bis zum gnadenlos spannenden Ende hin kaum zu entschlüsseln sind. Dabei verzweifelt der Hörer gelegentlich an der Fülle von Namen, Personen und Handlungsebenen, die zwischen Zeiten, Orten und Ich-Erzählern hin und her springen und immer wieder in die Irre führen. Und auch wenn man bald ahnt, wer der Täter sein könnte, sein muss, ist es doch eine Offenbarung, wie Harry zum Ende hin erkennt, wer ihn da immer wieder an der Nase herumgeführt hat.
"Schneemann" ist ein geniales Hörbuch, dem es bei aller Perfektion an einem definitiv mangelt: an mehr Informationen. Wirft man einen Blick ins Buch, merkt man schnell, dass dies an den Kürzungen liegt. Viele Nebenstränge fallen weg, werden arg beschnitten und nur am Rande erwähnt. Wer also alles über Harry, Rakel, Katrine Bratt und ihren Vater und natürlich den Täter erfahren will, muss zum Buch greifen. Doch der Vortrag Oliver Mommsens sorgt auch in der Hör-Variante dafür, dass der "Schneemann" zu einem unvergesslichen Erlebnis wird.
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