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Produktinformation
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Einer davon ist Ronald "Blacky" Miehling (Jg. 1950), der zwischen 1988 und 1994 zum größten Kokainhändler Hamburgs aufstieg, bevor er in Venezuela verhaftet und nach Deutschland ausgeliefert wurde, wo er seither eine zwölfeinhalbjährige Haftstrafe absitzt. Als Timmerberg den "Schneekönig" kennen lernt, stimmt die Chemie freilich von Anfang an. Miehling hatte im Gefängnis Timmerbergs Buch gelesen und befunden: Dieser Mann muss meine Autobiografie schreiben. Auf 400 Manuskriptseiten hatte Miehling binnen eines Jahres sein bewegtes Leben festgehalten, Timmerberg sollte sie ins Reine schreiben.
Schnell entdeckt Timmerberg Parallelen in ihrer beider Leben: Die wichtigste davon heißt Abenteuerlust, nicht Geld, denn: "Das Geld war mir scheißegal. Ich meine das Geld an und für sich. Nicht scheißegal war mir hingegen die Geldbeschaffung. Das Abenteuer. Das Koksgeschäft", legt Timmerberg dem Polizistensohn Miehling in den Mund, "gehört zweifellos zu den sieben größten Abenteuern der Gegenwart."
Auf provozierend moralfreie Weise beschreiben Miehling und Timmerberg die Kooperation mit korrupten Zöllnern, Drogengeld in Plastiktüten, das Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei und wie man das Angenehme (Sextourismus) mit dem Nützlichen (Drogengeschäfte) verbindet. Doch die Lakonik des Autors ist nicht bloß auf tarantinosche Coolness-Effekte aus, sondern schlägt auch hin und wieder poetische Funken. "Wer den Knast schafft, lässt sich auch vom Paradies nicht unterkriegen, so was in der Art dachte ich, und dann zogen die Sterne auf und die Milchstraße machte mobil. Auch das gab mir zu denken. Für uns sehen Sternschnuppen ganz niedlich aus, aber vor Ort explodieren Planeten."
Seine Aufgabe sei es gewesen, "zwanzig Sätze in einen zu bringen", erklärt Timmerberg. Dazu musste er Miehlings sehr detailfreudige Erinnerungen freilich auf 159 Seiten eindampfen, also komplett neu schreiben. "Es ist seine Geschichte, aber mein Sound", sagt Timmerberg. Mit Blackys Jargon hatte der abenteuerlustige Reporter dennoch keine Probleme, schließlich hat er mit Leuten dieses Schlags "mehr Umgang als mit Intellektuellen." Zwanzig Jahre Kiezerfahrung in Hamburg kamen Timmerberg dabei zugute.
Herausgekommen ist "eine Mischfigur zwischen uns beiden" (Timmerberg), vielleicht etwas eleganter als der echte Blacky. In jedem Falle ist Schneekönig keine Kolportage, sondern eine Abenteuergeschichte, die auf einem echten Leben basiert, dabei aber nichts verklärt, sondern einfach sagt: je ne regrette rien. Weil sowas Lust auf mehr macht, hat Timmerberg schon eine Fortsetzung ins Visier genommen, die sich mehr mit den Konsequenzen des aufregenden Lebens beschäftigen wird: Isolationshaft und viele Jahre Freiheitsenzug. Auch Lebenszeit. --Axel Henrici -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Interessante Lebensbeichte, gut geschrieben,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schneekönig: Mein Leben als Drogenboss (Taschenbuch)
Viele der Kritiken hier würde ich so unterschreiben: Das Buch ist manchmal oberflächlich, Zeitangaben fehlen, vieles würde man gerne detaillierter erzählt bekommen.Aber unter den deutschsprachigen Büchern, in denen Kriminelle über ihr Leben berichten, ist dieses eines der besten. Das liegt zum einen an der imposanten Geschichte. Zum anderen auch daran, dass ich den Schreibstil von Timmerberg einfach klasse finde und nur so durch die Seiten fliege, wenn die Wörter von ihm stammen. Also: 5 ganz subjektive Punkte... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Einfach Klasse,
Rezension bezieht sich auf: Schneekönig. Mein Leben als Drogenboss (Gebundene Ausgabe)
Das Buch ist irre spannend geschrieben und lebt zudem von der absoluten Echtheit des Geschilderten. Man erhält viele neue Einblicke in Dinge, die man nie für möglich gehalten hätte. Zwar findet man auch viele Vorurteile bestätigt, aber insgesamt erhält man eine neue und vermutlich zutreffende Sicht des internationalen Drogenhandels. Der Stil ist sensationell, das Buch muß man einfach gelesen haben. Da verzeiht man auch, daß es nur 159 statt angegebener 288 Seiten hat.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
wahnsinn...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schneekönig: Mein Leben als Drogenboss (Taschenbuch)
geniales, authetisches buch!würde mich über eine gute verfilmung freuen. hatte es in zwei tagen durchgelsen! absolut empfehlenswert! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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