Theodor Fontane und seine Frau Emilie sind im Winter 1874 am späten Abend auf dem Heimweg von Bekannten, als Theodor auf der anderen Straßenseite eine regungslose Gestalt auf dem schneebedeckten Gehsteig liegen sieht. Theodor wird schnell klar, dass es sich um Mord handeln muss und eilig wird die Polizei verständigt. Inspektor Aschinger nimmt die Ermittlungen auf und Fontane kann es wieder einmal nicht lassen, seine Nase in diese Angelegenheit zu stecken und beginnt auf eigene Faust zu recherchieren.
Wie schon im ersten Band "Altweibersommer" lässt Frank Goyke auch in diesem Krimi Theodor Fontane wieder als Ermittler agieren. Besser noch als schon im ersten Band zeichnet Goyke Fontanes Charakter, der zwar sehr sympathisch ist, aber auch eine ziemlich engstirnig altmodische Einstellung zur Liebe und Ehe hat. Fontane, stets neugierig und mit ganz guter Kombinationsgabe, tritt aber aufgrund seiner Unerfahrenheit beim Ermitteln in so manches Fettnäpfchen, was dem Leser auch eine leicht humorvolle Variante bietet. All die Charaktere in diesem Krimi sind mit Akribie ausgesucht und mit allen Eigenheiten des psychologischen Spektrums versehen. So versucht Emilie ihren Mann stets etwas zu bemuttern und rügt ihn wegen seiner Einmischung in die Ermittlungen, obwohl, wenn sie selbst dabei helfen kann, stets mit Eifer am Werk ist.
Fazit:
Der zweite Band bietet an Spannung mehr als der erste und die Geschichte ist auf subtil erfrischende Weise erzählt. Natürlich "zieht" in diesen Krimis der Name Theodor Fontane und nicht das Verbrechen, sondern das Leben und die Neugierde des berühmten Schriftstellers stehen hier im Mittelpunkt. Wer feine, elegante Bücher mit gekonnt humorvollen Akzenten liebt, wird auch von diesem Band begeistert sein.
Man kann sich nur wünschen, dass Fontane noch möglichst viele Fälle zu lösen haben wird.