Aus der Amazon.de-Redaktion
Den Rahmen des Romans bildet eine Gerichtsverhandlung. Es ist das Jahr 1954 und der Lachsfischer Kabuo, japanischer Abstammung, ist des Mordes angeklagt. Er soll seinen früheren Freund Carl Heine umgebracht haben. Der Journalist Ishmael Chambers ist Beobachter und Berichterstatter des Prozeßverlaufs. Er kennt die beiden Hauptpersonen schon sein ganzes Leben.
Mit der heutigen Frau des Angeklagten verbindet ihn eine Jugendliebe, doch der Zweite Weltkrieg hat die ehemaligen Freunde auseinandergerissen. Die Japaner auf der Insel, die sich als Amerikaner fühlten und auf der Seite der Amerikaner in den Krieg ziehen wollten, wurden von diesen zurückgewiesen und in Internierungslager gebracht. Auch neun Jahre nach Kriegsende sind die damals geschlagenen Wunden noch nicht vernarbt.
David Guterson beschreibt das schwierige Verhältnis zwischen Amerikanern und Japanern mit sehr leisen Tönen, bedächtig, behutsam und informativ. Der Roman ist kein Reißer und verlangt das Zuhören, das genaue Hinhören. Das Erzähltempo gleicht den Schneeflocken, die langsam auf die Zedern außerhalb des Gerichtssaals herabgleiten. --Manuela Haselberger
Buch der 1000 Bücher
Schnee, der auf Zedern fällt
OT Snow Falling on Cedars OA 1994 DE 1996Form Roman Epoche Moderne
Der atmosphärisch dichte Kriminal- und Sozialroman spielt an der Westküste Washingtons. David Gutersons sinnlich-komplexes Werk handelt von der Magie und vom Verlust der Jugend, von zerbrechender Liebe und Freundschaft sowie vom Hassen und Verzeihen.
Inhalt: Die Bewohner von San Piedro an der Nordwestküste der USA verfolgen gebannt den Prozess gegen den japanischstämmigen Fischer Kabuo, der des Mordes an seinem Kollegen Carl Heine angeklagt ist. Früher waren die Männer Freunde und besuchten gemeinsam die Schule ebenso wie der Redakteur Ishmael Chambers, der über den Prozess berichtet. Das Mordmotiv sei Rache, behauptet die Anklage, Vergeltung für den Betrug um ein Stück Land, das Carl Heines Vater dem Vater Kabuos verkauft hatte.
In seiner Gefängniszelle erinnert sich Kabuo an seinen Kriegseinsatz, bei dem er in Italien einen jungen deutschen Soldaten erschossen hat. Chambers trifft im Gerichtsaal seine Jugendliebe Hatsue wieder, die inzwischen mit Kabuo verheiratet ist. Bei der Beschäftigung mit diesem Verlust und dem Mordfall erkennt Chambers den verborgenen Rassismus zwischen Amerikanern und Japanern, der das Zusammenleben nach wie vor prägt. Am Schluss kann er beweisen, dass es sich bei Heines Tod um einen Unfall handelte.
Wirkung: Mit zahlreichen Preisen geehrt und in viele Sprachen übersetzt, wurde Schnee, der auf Zedern fällt ein Welterfolg. Scott Hicks (* 1953) verfilmte die Vorlage 1999. D. M.
