"Schnee, der auf Zedern fällt" ist ein wunderschönes Buch über Krieg, Liebe und das Zusammenleben verschiedener Kulturen. Sprachlich ist es zunächst eine Herausforderung, weil man sich erst einmal an den Stil gewöhnen muß - sehr gemächlich, ohne jede Hast nähert David Guterson sich nach einigen Umwegen dem, was er tatsächlich sagen will, oder läßt es auch ganz unausgesprochen und überläßt es dem Leser selbst, seine Schlüsse zu ziehen. Behutsam und einfühlsam erzählt der Autor vom Leben auf einer Insel, als Fischer, oder Frau eines Fischer, als Erdbeerfarmer, als Journalist. Er beschränkt sich nicht darauf, die Geschichte aus einem einzigen Blickwinkel zu erzählen, sondern wechselt ständig den Erzähler, um so die Gefühle und Reaktionen ganz verschiendener Menschen miteinander zu verbinden. Dasselbe Ereignis wird aus verschiedenen Perspektiven beschrieben, so daß der Leser die verschiedenen Positionen genau nachvollziehen kann. Die verlorene erste große Liebe, die Vorurteile gegenüber den japanischen Einwanderern und der Haß, der ihnen nach Pearl Harbour entgegenschlägt, die karge, stille Landschaft, die das ruhige, wortkarge Wesen der Fischer wiederspiegelt, die seelischen und körperlichen Wunden, die der Krieg hinterlassen hat, all das wird fesselnd und voller Liebe zum Detail beschrieben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)