Ich habe schon diverse Brigitte Hörbücher gekauft und gehört. Nicht alle haben mich überzeugt, da ich guten, nicht billigen Unterhaltungswert suchte, der mir teilweise aber hinter den Pseudo-Intellektuellen-Geschichten zu kurz kam.
Diese Geschichte versprach mir anfänglich ähnlich langweilig und nicht-in-den-Bann-ziehend zu werden.
Ich wurde aber eines Besseren belehrt:
In der Zeit um Pearl-Habour spielend, wird anlässlich der Gerichtsverhandlung um einen Mordfall die Geschichte der in Amerika lebenden Japaner erzählt.
Die Amerikaner erleben den Zwiespalt, als Patrioten ihre eigentlichen Freunde, geschätzten Nachbarn und Kollegen als "Japse" nach dem Angriff auf Pearl Harbour nun hassen und ihnen nicht mehr trauen zu dürfen oder zu sollen.
Die Japaner, die sich als Amerikaner fühlen, den Angriff verachten wie ihre amerikanischen Freunde, müssen ohnmächtig mit ansehen, wie ihr Leben in Amerika zerstört wird. Ihnen schlägt Verachtung, großes Misstrauen und die Unsicherheit der Leute entgegen, mit denen sie viele Jahre lang in Frieden und Freundschaft gelebt haben.
Die Geschichte eines japanisch-amerikanischen Liebespaares wird in die Geschichte um den misterösen Todesfall eines Fischers hineingesponnen und erst im Laufe des Hörbuches wird die Wichtigkeit der Vergangenheit dieser beiden Personen miteinander klar. Es lohnt sich also, die ganze Geschichte von Anfang bis Ende aufmerksam zu hören. Ich kann mich nicht erinnern, dass es langweilige und langatmige Passagen in dem Plott gibt.
Der Leser schafft das, was nur wenige Hörbuch-Vorleser schaffen: er leiht seine Stimme vielen verschiedenen Personen und bei jeder Figur des Romans klingt sie anders. Er bringt die Gefühle und ihr Dilemma in dieser Situation zum Vorschein. Ich fand seine Stimme die ganze Zeit über sehr angenehm und seine Art zu lesen hat mich dieses Buch hören lassen. Gelesen hätte ich die Geschichte wohl nie.