Nicolas Remin ist mit "Schnee in Venedig" ein gelungener Auftakt für seine Krimi-Reihe um den im 19. Jh. in Venedig ermittelnden Commissario Tron gelungen.
Tron bekommt es dabei nach zwei ruhigen Jahren bei der Polizei mit dem Mord an gleich zwei Personen zu tun: Ein hoher Beamter des österreichischen Kaiserreiches und eine junge Frau werden ermordet in einer Kabine der "Erzherzog Sigmund" aufgefunden. Noch bevor Tron wirklich mit den Ermittlungen beginnen kann, wird ihm der Fall von der österreichischen Militärpolizei unter Angabe fadenscheiniger Gründe entzogen und bereits am folgenden Tag ein Täter präsentiert. Dieser hat sich praktischerweise in seiner Zelle erhängt, so dass die Aussagen der Militärpolizei nicht mehr in Frage gestellt werden können. Tron glaubt jedoch nicht an diese offizielle Version und ermittelt auf eigene Faust weiter. Unterstützung erhält er dabei von der geheimnisvollen Principessa di Montalcino, in die Tron heimlich verliebt ist, und von Kaiserin Sissi, die sich zu diesem Zeitpunkt in Venedig aufhält.
"Schnee in Venedig" besticht nicht nur durch eine temporeiche und spannende Handlung, sondern auch durch die humorvolle Erzählweise des Autors, die das Buch zu einem wirklich gelungenen kurzweiligen Lesevergnügen werden lässt. Insbesondere die Passagen um die Kaiserin von Österreich, die von Remin als resolute, tatkräftige und ideenreiche Frau dargestellt wird, sorgen für heitere Lesemomente. Die Hauptpersonen sind alle klar gezeichnet und durchweg sympathisch.
Ein durchaus gelungener Roman, der auf weitere heitere Lesestunden hoffen lässt!