Hörbuch-Rezension: SCHNEE IN VENEDIG, von Nicolas Remin, gelesen von Karl Menrad | Lesung, nach dem gleichnamigen Roman | 4CDs im Jewel-Case | ca. 279 Minuten Laufzeit, je 12 Tracks pro CD | erschienen bei Goya Lit
Also ich weiß gar nicht wo anfangen. Das Hörbuch SCHNEE IN VENEDIG war kein gezielter Kauf, sondern in einem größeren Hörbuchpaket enthalten - und stellt sich nun als wahre Ohrenfreude mit Kurzweil-Charakter heraus. - Bravo!
Durch die musikalische Untermalung mit "venezianischen Klängen" fühlt man sich angenehm versetzt in die Atmosphäre eines dekadenten Maskenballs in der Lagunenstadt --- und der kurze Prolog, lässt auf ein Verbrechen hindeuten, wobei der Zuhörer völlig im Dunkeln gelassen wird über den Täter.
Weniger geheimnisvoll, als mehr direkt zur Sache geht es dann auf dem Raddampfer "Erzherzog Sigmund", der gerade in Venedig vor Anker ging, wo nämlich in einer Kabine zwei Leichen gefunden werden, und zwar von der Putzfrau, die auch gleich noch zwei Schriftstücke mitgehen lässt, ehe sie die gesamte noch auf dem Schiff verbliebene Mannschaft zusammenschreit. Hofrat Hummelhauser wurde in seiner Kabine offenbar ermordet, und als ob das nicht schlimm genug wäre, liegt noch eine weibliche Leiche mit Bissspuren und Würgemalen in seinem Bett. Und diese Dame war eindeutlich nicht auf der Passagierliste, vielmehr steht zu vermuten, dass es sich um eine Dame aus dem "Hafenmilieu" handelt.
Dieser historische Krimi spielt übrigens im Jahre 1862 in Venedig und der herbeigerufene Commissario Alvise Tron, aus eher verarmten Adelskreisen stammend, versucht in dem prekären Mordfall zu ermitteln. Bei dem Versuch allerdings bleibt es, denn sehr schnell reißt ein österreichischer Oberst, namens Pergen den Fall an sich. Jener beruft sich auf Hinweise auf ein Attentat auf Kaiserin Elisabeth, die sich in Venedig aufhält! Und sehr flott findet er sogar einen Verdächtigen, der eiligst dingfest gemacht wird. Eigenartig - für uns Zuhörer/ Leser - dass dieser Verdächtige Selbstmord begeht ...
Commissario Tron lässt der Fall keine Ruhe, und nicht nur ihm geht es so. Elisabeth von Österreich - die Kaiserin höchstpersönlich! - begibt sich - Inkognito freilich, aber "zufällig" auf einem Maskenball im Palazzo der Trons! - auf die Suche, denn der Ermordete Hofrat Hummelhauser hätte ihr einen Brief ihres Gatten, des Kaisers Franz-Josef, überbringen sollen ...
Unterhaltsamer hätt' ich mir so einen historischen Krimi gar nicht wünschen können - da sieht man gerne über die kriminalistische Non-Finesse hinweg - und "österreichischer" vorgetragen hätte diese Lesung auch nicht sein können. Der Schauspieler Karl Menrad belebt dieses venezianisch-österreichische Sittengemälde zu einer Art Hör-Film auf "Marischka"-Niveau - und lässt alten italienischen Adel, Maskenbälle und den Wiener Adel zur Hochform auflaufen. - Da wünsch' ich mir unbedingt mehr davon! Auf meiner persönlichen Hörbuch-Latte ergibt das ein enthusiastisches aber nicht minder von Herzen kommendes: HÖRRLICH!
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Hörbuch- /Hörspielbewertung:
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Inhalt: *** | Sprecher: ***** | Hardware: **** | Preis/ Leistung: ***(*)
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auf meiner persönlichen Horchlatte: *****
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Weitere Ausgaben:
Schnee in Venedig (Audiobook)Schnee in Venedig (Audiobook)