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Natürlich ist Schnee mehr als eine literarische Auseinandersetzung mit der aktuellen Kopftuchdebatte -- auch wenn das Buch (ganz bewusst) einen wichtigen Beitrag liefert zum Verständnis einer uns immer noch sehr fremd erscheinenden Kultur, die wohl bald zur Europäischen Gemeinschaft gehören wird. Und Schnee ist auch mehr als ein klassischer Krimi -- auch wenn er gekonnt mit dessen Elementen spielt. Schnee ist vor allem ein großer, atmosphärisch dichter Roman über ein Volk zwischen Religion und Verwestlichung, der beste vielleicht, der bisher von Pamuk ins Deutsche übersetzt worden ist. Wer Pamuk bisher noch nicht für sich entdeckt hat, der sollte es jetzt schnellstens tun. --Isa Gerck
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
36 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Blick in die Seele der türkischen Gesellschaft,
Von giorgaki "giorgaki" (Rhein-Erft) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch sei jedem empfohlen, der Näheres über die türkische Gesellschaft, die sie prägenden Traditionen, aber auch die Bruch- und Verwerfungslinien innerhalb der Lebenswelten (am Beispiel der Provinzstadt Kars) und der Menschen selbst erfahren möchte.Das Schöne ist, dass Klischees aller Art vermieden werden. Es gibt nicht "den" Islamisten und auch nicht "den" Modernen. Der Islam hat viele Facetten; die Moderne auch. Und die kommen in den Menschen zur Sprache. Denn letzlich ist es immer der einzelne, der für sich selbst entscheiden muss, wohin er gehört. Und das ist nicht einfach (und meist schmerzhaft), ist mal so und mal so... Auch atmosphärisch ein wunderbares Buch. Wie der Schee fällt, wie die Menschen miteinander umgehen. Sehr plastisch, emotional und sehr nah an der Wirklichkeit des Alltags. Die im Roman agierenden Personen könnten Ihnen ohne weiteres im nächsten Café, an der nächsten Ecke begegnen... Nachdenklich stimmt allein, dass die Komplexität trotz allem um sehr wichtige Aspekte verkürzt ist. Weder wird das Kurdenproblem überhaupt angesprochen, noch werden die feudalen Prägungen (die besonders das Leben in den Dörfern und Kleinstädten des Ostens der Türkei beherrschen) thematisiert. Alles in allem aber: Ein wunderbares Buch, für das wir dem Autor Dank schulden. Er hat uns die Türkei wieder ein Stück näher gebracht... Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
42 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
unbekannte türkische Welt,
Von
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Lektüre des Buches ist so anstrengend wie die Schreibweise Pamuks ungewohnt: Der Leser kennt den Ausgang der Geschichte von Anfang an, die Erzählerperspektive wechselt gegen Ende und Ka, der un-glückliche Autor und Protagonist der Erzählung, ist keine leichte Identifikations-Figur. Ich habe das Buch dennoch gerne gelesen, weil es in eine mir unbekannte türkische Welt entführt, in der sich die Personen im Spannungsfeld zwischen den Gesetzen der weltlichen Regierung und denen ihres Glaubens mit hohem persönlichen Einsatz und großer Bewußtheit bewegen. Es widerspricht den vereinfachenden westeuropäischen Vorstellungen und Wertungen und setzt ein ganz anderes Bild entgegen, ohne zu urteilen, ohne Fronten aufzubauen.
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14 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen
Tolles Thema zäh verpackt,
Rezension bezieht sich auf: Schnee: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die angesprochenen Themen in "Schnee" sind definitiv das fesselndste Element an diesem Roman. Sobald ich das Buch in der Hand habe, möchte ich wissen, wie es weitergeht, doch genau hier liegt der Knackpunkt: Die Handlung scheint oftmals zu stagnieren, Beschreibungen schweifen aus und selbst Stränge, die von der Thematik her fesseln sollten, sind unerwartet zäh und schleppend beschrieben. Es wurde für mich zunehmend schwerer, mich überhaupt zum Lesen durchzuringen.Ein weiteres Problem liegt beim Protagonisten Ka. Seine Handlungen sind oftmals völlig unverständlich für den Leser. Im Laufe des Romans wurde mir Ka zunehmend unsympatischer, was einfach daran lag, dass ich ihn nicht verstehen konnte. Einige der Nebencharaktere waren viel lebendiger und weniger widersprüchlich beschrieben. Die ersten 50 Seiten waren fantastisch; zwar war der Stil auch hier nicht sonderlich flüssig, aber die beschriebene Kultur faszinierte. Die Einblicke, die Pamuk gibt, schienen einzigartig und wertvoll. Das greift sich aber schnell ab, wenn man weiterliest, und übrig bleibt nur eine sehr stockende Abhandlung, die irgendwann ihre Anziehungskraft verliert. Das Buch erstickt an Pamuks ausschweifendem Stil bzw. seinem Hang, unendlich und unnütz viele Details in eine Szene stopfen zu müssen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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