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Schnee [Taschenbuch]

Orhan Pamuk , Christoph K. Neumann
2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 528 Seiten
  • Verlag: Fischer (Tb.), Frankfurt; Auflage: 7 (11. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3596174562
  • ISBN-13: 978-3596174560
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 2.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 110.822 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Orhan Pamuk
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Ka soll für eine Istanbuler Zeitung eine merkwürdige Serie von Selbstmorden untersuchen: Junge Mädchen haben sich umgebracht, weil man sie zwang, das Kopftuch abzulegen. Eingebettet in eine raffinierte und spannende Kriminalgeschichte steht der Konflikt zwischen Verwestlichung und Islamismus -

"Pamuk besticht durch seine Dialoge, die komplexe Konstruktion und die subtile Zeichnung seiner Figuren..." Frankfurter Allgemeine Zeitung

Über 20 Wochen auf der Spiegle-Bestsellerliste

Über 150.000 verkauft Taschenbücher

Über den Autor

Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, studierte Architektur und Journalismus und lebte mehrere Jahre in New York. Für seine Romane erhielt er 1990 den Independent Foreign Fiction Award, 1991 den Prix de la découverte européene und 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Pamuk lebt in Istanbul. Im Fischer Taschenbuch Verlag liegen bereits vor: »Das schwarze Buch« (Bd. 12992) und »Das neue Leben« (Bd. 14561) und »Rot ist sein Name« (15660).

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Etwas durchwachsen 22. Januar 2009
Von Gromperekaefer TOP 1000 REZENSENT
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
In seinem Roman « Schnee » dringt Orhan Pamuk in die politischen und religiösen Wirren der Türkei ein. Die Handlung spielt in der anatolischen Grenzstadt Kars, welche durch Schneefall von der Aussenwelt abgeschnitten wird. Hierdurch entwickelt sich ein Mikrokosmos, welcher beispielweisend für die Türkei mit ihren Problemen steht. Auf der einen Seite findet man die säkulären, nationalistischen Staatsvertreter, verstärkt durch das Militär, ganz in der Nachfolge des Staatsgründers Atatürk. Diesen gegenüber stehen die Islamisten sowie unterdrückte Bevölkerungsgruppen wie die Kurden oder Armenier. Letztere Gruppierungen sind dabei, an Macht zu gewinnen, werden aber von den Staatsvertretern in die Schranken verwiesen. Hinter den Kulissen agieren beide Seiten mit Geheimagenten, Mordanschlägen, Manipulation und Pressemissbrauch. Die ganze Handlung im Roman wird hierdurch verwirrt, sodass man zeitweilig nicht genau weiss wer welche Seite vertritt. Der Roman illustriert die Probleme der Türkei, welche ihren Platz zwischen Europa und den islamischen Nachbarn sucht.

Phasenweise wirkt das Buch etwas durcheinander und langweilig. Verschiedene Handlungen werden ausserdem in die Länge gezogen. Der Liebesgeschichte zwischen Ka und Ipek fehlt es zudem an einem Schuss Romantik.

2,5 - 3 Amazon-Sterne
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24 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
In meinem Heimatland leben 2 Millionen Türken, in meiner Heimatstadt wohl soviel wie in keiner anderen deutschen Stadt. Gegensätze sind nicht zu übersehen: junge Mädchen mit Kopftuch und schweren, unmodernen Mänteln auf der einen Seite, oder ältere vollbärtige Familienväter mit Gebetsketten in der Hand, in deren Gesichtern ein Leben in der Fremde seine Spuren hinterlassen hat. Andererseits Mädchen, deren Kleidung nur das Nötigste bedeckt und die das Maximum der Make-up-Kunst herausgeholt haben, oder unhöfliche Teenager mit solariumsbrauner Haut und reichlich Haargel. Daß aber hinter diesen Gegensätzen eine derartige Zerrissenheit herrscht, hat mir erst Schnee" gezeigt. Die Menschen im osttürkischen Kars suchen ihre Identität zwischen Familien und Liebe, Armut und Karriere, Satellitenschüsseln und Scheich-Konventen, der Heimat und dem Glück in der Ferne, Freiheit und Zwang. "Jeder weiß, daß hier in Kars keiner frei entscheiden kann, daß jeder nur danach strebt, vor Schlägen wegzulaufen und zu einer Gemeinschaft zu gehören, die ihn schützt" (S. 476).

Die Bewohner Kars' werden nicht als glückliche Menschen beschrieben: Ipek wird vom Fluch ihrer Schönheit verfolgt, einen Mann zu lieben und Kinder zu haben bleibt ihr verschlossen. Ebenso wie Ipek hat Kadife ihre wirkliche Liebe verloren und heiratet jemand anders. Ihr Vater, Turgut, kann aus Angst vor radikalen Islamisten nicht mehr ohne Furcht aus dem Haus gehen. Muhtar verliert seine Frau und keiner will seine Gedichte lesen. Serdar, der Besitzer der örtlichen Zeitung, ist ein unsympathsicher Schmierfink und Opportunist. Viele andere (der Direktor der pädagogischen Hochschule, Necip, Lapislazuli, Sunay, Hande, die Turban-Mädchen, die sich umgebracht haben) verlieren ihr Leben. Funda Eser wird verrückt. Die unzähligen Polizei- und Staatsspitzel wirken wie traurig dahintrottende Hunde. Überall wird Raki getrunken. Zufriedenheit scheint nur im freiwilligen Verzicht auf Glück möglich: "Einen Moment lang fühlte sie sich gealtert. Kompromisse einzugehen, alt und klug genug zu sein, nichts von der Welt zu wollen: sie hatte das Gefühl, das jetzt zu können" (S. 480).

Der unglücklichste von allen aber ist Ka. Ohne Heimat, die Kreativität des Dichters, die seiner Verzweiflung in Sublimation Erleichterung bringen kann, lange Zeit verloren. Der Traum seines Lebens, die ewig bestehende Wunde der Verlassenheit durch die ideale Frau zu heilen, erscheint zeitweise möglich. Genauso wie Einsamkeit und Elend ihm über Jahre hinweg eine Heimat geworden sind, kann er das blendende Glück nicht ertragen und trägt unbewußt zu seiner Zerstörung bei. Mit seiner kindlichen Suche nach Glück gerät er rasch zwischen die Fronten des Militärputsches und wird von beiden Seiten ausgenutzt. Seine fadenscheinigen Kontakte zu Frankfurter Journalisten nutzt er, um sich wichtig zu machen. Seine inadäquate Eifersucht kennt keine Kompromisse, kostet Lapislazuli das Leben und Ka die Liebe und später das Leben.

Orhan Pamuk hat den Roman so vielschichtig erdacht, daß es bis zur letzten Seite eine wahre Faszination ist. Seine Gefühle und Gedanken fließen in Ka und Orhan Bey" ein: in Ka die Verlassenheit, tiefe Verzweiflung und Gefühlsstarre, in Orhan Bey eher etwas Reflektierteres und Reiferes und die sich selbst gestattete Trauer.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein großes Rätsel 30. Oktober 2008
Format:Taschenbuch
Es gibt Rätsel, die der gemeine Menschenverstand nicht lösen kann. Eins davon ist zum Beispiel die Frage, wie das Weltall zugleich unendlich und doch begrenzt sein kann. Ein anderes ist die Tatsache, dass Orhan Pamuk im Jahr 2006 den Nobelpreis bekam. Doch, ich kann es beweisen: auf meinem Exemplar von "Schnee" klebt eine leuchtendrote Plakette mit der Aufschrift "Nobelpreis für Literatur 2006".
Kann das sein? fragt man sich, wenn man die ersten 150 Seiten dieses Buches gelesen hat und immer noch nicht warm geworden ist mit ihm? Woran liegt das, das alle anderen diesen Autor zu mögen scheinen, nur du selbst nicht? Liegt das vielleicht an den Figuren, die zwar Namen haben, wie Kadife oder Lapislazuli oder Necip, dass diese Figuren aber seltsam flach bleiben? Man kann ihnen Etiketten auf die Stirn kleben wie "Islamist", "Dichter" oder "Nationalist", "Turbanmädchen" oder "Spitzel", aber das ist es dann auch schon. Selbst Ka, der Dichter, der die Hauptfigur des Buches bildet, bleibt undeutlich. Er spricht zwar sowohl mit den Islamisten wie mit den Nationalisten, die den Putsch im Theater veranstalten, um den Islamisten eins auszuwischen, aber er kann sich nicht entscheiden, ob er nun die Forderungen der Religiösen gut finden soll oder eher die säkulare Richtung. Mal scheint er auf dieser Seite zu stehen, mal auf jener. Seltsam unberührt geht er durch diese Art Bürgerkrieg in einer Stadt, die durch Massen von Schnee von der Außenwelt abgeschlossen ist. Seine Mission ist es, möglichst viele Gedichte zu schreiben und die schöne Ipek, die er aus Studentenzeiten kennt, für sich zu gewinnen.
Weil das nun so ist, wird die Handlung selbst zur Kulisse. Zwar werden in diesem Mikrokosmos die Probleme der heutigen Türkei geschildert; ihre autoritäre Staatsführung, die auch vor Folter nicht zurückschreckt, Zeitungen, die auf Anweisung von oben schreiben, egal ob es sich um die Wahrheit oder um Lügen handelt, die Gewalt, die vom Staat, den Islamisten und der kurdischen PKK ausgeht, aber das alles scheint wegen der Perspektive der Hauptfigur seltsam entrückt und unwirklich. So wird dann selbst einer der Höhepunkte, die Schießerei im Volkstheater merkwürdig distanziert wahrgenommen. "'Wenn die vorderen Reihen diesen blinden Lärm nicht so ernst genommen hätten und ruhig geblieben wären, wäre nichts von dem geschehen, was dann passierte', habe ich Leute sagen hören, und andere erklärten, daß die hohen Beamten und reichen Leute während dieser achtzehn Sekunden voller Hektik aufgestanden sind, ohnehin wussten, was geschehen würde, daß sie deswegen ihre Familien genommen haben und aufgebrochen sind und daß das alles in Ankara geplant worden ist.'" (S. 185) Mit Bandwurmsätzen dieser Art macht man spannende Szenen kaputt und vergrault Leser.
Überhaupt: die Sprache. Die ist so schlicht und manchmal auch holprig, dass man nicht weiß, ob man für sie nun Orhan Pamuk selbst oder seinen Übersetzer dafür verantwortlich machen soll. Nein, einen Preis hat das Buch wahrhaftig nicht verdient. Aber keine Sorge, Freunde, ich bleibe dran. Ich will jetzt wirklich wissen, warum Orhan Pamuk den Nobelpreis für Literatur bekommen hat. Als nächstes werde ich mir "Rot ist sein Name" vornehmen. Mal sehn, ob das die Lorbeeren verdient hat, die es - genau wie "Schnee" von den Rezensenten der großen Zeitungen bekam oder ob das alles eine große Verschwörung gegen die Literatur ist. Vielleicht kann ich das Rätsel ja doch noch einmal lösen.
Demnächst also mehr.
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Veröffentlicht am 10. Juli 2008 von A. Knust
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Veröffentlicht am 17. März 2008 von Heinz Ketchup
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