Einmal für Leser deutschsprachiger Kriminalromane etwas ganz anderes - ein Privatdektektiv, der in Istanbul ermittelt. "Schnee am Bosporus" (UT metro 181 - "Ciplak Ceset", 1999) ist das erste Buch des türkischen Journalisten Celil Oker, das gleich mit dem "Kaktus", einem türkischen Preis für Kriminalliteratur ausgezeichnet wurde. Hauptfigur ist der Ex-Pilot und nunmehrige Privatdetektiv Remzi Ünal, der in seinem ersten Fall von Yusuf Sari, einem Unternehmer aus Tarsus beauftragt wird, seinen Neffen zu suchen, der in Istanbul an der Bosporus-Universität studiert und verschwunden ist. Bald kommt Remzi Ünal darauf, daß dieser Neffe - Ibrahim Sari - nicht nur studiert, sondern auch dunklen Geschäften nachgeht - und sich in Lebensgefahr befindet. Über einen toten Filmproduzenten, den Transport von dicken Geldpaketen, einen Drogenpaten, zwei Studentinnen und einen am Verschwinden von Ibrahim Sari besonders interessierten Studiendekan gelingt es ihm unter Lebensgefahr den Neffen von Yusuf Sari zu finden und den Hintergrund des Falles aufzuklären. Alles in allem ein erfrischender, leicht lesbarer Kriminalroman, der sowohl in die großstädtische Szene Istanbuls wie auch das orientalische Milieu der Türkei eintaucht.