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Produktinformation
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Mit dem vorliegenden Band erschienen 1970 erstmals Highsmith-Erzählungen in Buchform. Davor waren sie ausschließlich in Zeitschriften veröffentlicht worden, größtenteils in dem kommerziell orientierten Ellery Queen's Mystery Magazine. Entsprechend handelt es sich meist um Suspense-Storys, die auf eine einzige Pointe zusteuern. Der psychologische Spürsinn der Autorin, ihre hoch entwickelte Beobachtungsgabe und ihr lakonischer Stil heben sie jedoch weit über das hinaus, was damals wie heute in diesem Genre produziert wird.
Und der Vergleich mit Krimi- und Horror-Autoren der Nachkriegszeit macht noch etwas deutlich: Patricia Highsmith geht es nicht nur um den Schockeffekt, um das Gefühl der Erleichterung, das sich beim Leser einstellt, wenn er am Ende der Geschichte wieder in seine gefahrlose Wirklichkeit zurückkehrt -- es geht ihr um die Darstellung echter Verzweiflung, sei es über Lärmbelästigung am Sonntag oder über einen brutalen Ehemann. Graham Greene weist in seinem Vorwort treffsicher darauf hin, dass diese Erzählungen nicht in erster Linie Angst hervorrufen, sondern Beklemmung. Dazu bedarf es großer Erbarmungslosigkeit und großer Subtilität -- Eigenschaften, über die Patricia Highsmith reichlich verfügte.
Die vollständige Neuübersetzung von Der Schneckenforscher von Dirk van Gunsteren mit einem Nachwort von Paul Ingendaay ist ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Werkausgabe. Schöner kann man eine Autorin nicht neu- oder wiederentdecken. --Hannes Riffel -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
kurz, aber gut,
Von
Rezension bezieht sich auf: Der Schneckenforscher: Elf Geschichten (Taschenbuch)
„Manche Krimileser scheuen Kurzgeschichten. In denen können nur eine Pointe abgefackelt werden, es bleibe kein Raum für Beschreibung. Gegen diese Irrmeinung gibt es eine wirksame Medizin: die Kurzgeschichten von Patricia Highsmith."Diesem Kommentar eines Journalisten der Stuttgarter Zeitung auf dem Buchrücken kann ich mich nur anschliessen. Diese Sammlung von elf, zwischen 1941 und 1966 entstandenen, Short Stories braucht in der Tat den Vergleich mit ihren bekannten Romanen (u.a. Der talentierte Mr. Ripley, Zwei Fremde im Zug) nicht zu scheuen, wenngleich die Autorin ihre Kurzprosa lange Zeit nur in Magazinen veröffentlichte. Im englischen „Eleven" betitelt, und 1970 erstmals erschienen, enthält dieser Band insgesamt 11 Short Stories aus der Feder der Suspense-Meisterin. Der deutsche Titel „Der Schneckenforscher" ist insofern treffend, da gleich 2 ihrer „snail stories" enthalten sind und 2 weitere Geschichten sich um Tiere (welche im Privatleben der Autorin stets eine grosse Rolle gespielt haben) drehen. Den zweiten Schwerpunkt dieser Sammlung bildet, wie so oft bei Highsmith, das Motiv seelischer Vereinsamung oder gar Zerrüttung - zumindest 3 Stories drehen sich um psychisch Kranke, 2 weitere könnte man als Grenzfälle bezeichnen; Grenzfälle in denen wir uns selbst ein Stückchen wieder finden, denn wie so oft „tritt uns der Schrecken bei Highsmith aus einem scheinbar harmlos erscheinenden Alltag entgegen" (diese und andere treffende Bemerkungen finden sich im aufschlussreichen Nachwort von Paul Ingendaay). "Vor dem Flug", "Die Schildkröte" und "Der leere Nistkasten" waren jedenfalls meine persönlichen Favoriten. Das skurrile und ebenso skurril betitelte „Auf der Suche nach Soundso Claveringi" fällt allerdings in das Genre der phantastischen Erzählung, und das Ende scheint mir aufgrund der typischen Schlichtheit der Sprache und des unterkühlten Humors ein Zitat wert zu sein: „...Würde er ertrinken oder bei lebendigem Leib gefressen werden? fragte sich der Professor. Er stand bis zur Taille im Wasser, als er das Gleichgewicht verlor, nur bis zur Taille, doch der Kopf war unter Wasser, als die Schnecke sich auf ihn warf, und während Tausende von Zahnpaaren sich in seinen Rücken gruben, erkannte er, daß es sein Schicksal war, zu ertrinken und gleichzeitig gefressen zu werden." Wie Graham Greene in seinem Vorwort treffend formuliert: „Patricia Highsmiths Stories enttäuschen uns nicht, auch wenn wir uns wegen ihrer Kürze manchmal leichter von ihnen lösen können. Wir leben nicht lange genug in ihnen, um ganz von ihnen aufgesogen zu werden." Dennoch schafft die Autorin es auch auf 20 bis 30 Seiten, uns zu fesseln, zu unterhalten und erschaudern zu lassen. Das Geheimrezept ist scheinbar simpel: vieles wird angedeutet, nicht alles wird lückenlos erklärt. Der Rest spielt sich im Kopf des Lesers ab (die letzte Story „Der leere Nistkasten" ist dafür ein Paradebeispiel). Das macht einen grossen Teil der Faszination ihrer Bücher aus. Meine Empfehlung: aufs Nachtkästchen legen und 11 Nächte lang mit einem Gefühl der Beklemmung einschlafen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Schnecke trifft Schildkröte?,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der Schneckenforscher (Audio CD)
Zugegeben, eine seltsame Begegnung, aber in diesem Audiobook treffen sie sich - Schnecken und eine Schildkröte (wenn auch in zwei Story's). Es ist ein Erlebnis zu erleben, wie sich der Schneckenforscher in der gleichnamigen Geschichte immer mehr in seinem Hobby verstrickt und schließlich sein Ende darin findet, und das in einer Art und Weise die einem im Sinne des Wortes "den Atem nimmt". "Die Schildkröte" spielt eigentlich nur eine Nebenrolle, denn eigentlich geht es um einen kleinen Jungen der sich von der Penetranz seiner Mutter zu lösen versucht, was ihm dann auch recht endgültig gelingt. Beide Geschichten sind mit viel Inbrunst und Gefühl von der unnachahmlichen Evelyn Hamann gelesen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
packende Literatur in Kurzgeschichten,
Rezension bezieht sich auf: Der Schneckenforscher: Elf Geschichten (Taschenbuch)
Noch eine Ausgabe aus der Diogenes-Reihe, die sich mit dem Gesamtwerk von Patricia Highsmith beschäftigt, und Zusatzinformationen über die Entstehungen der einzelnen Geschichten bereit hält. Dieses Mal stehen in den insgesamt elf Stories oft Tiere im Vordergrund, besonders Schnecken (siehe Titel) sind ein von Highsmith gerne verwendetes Motiv, das sein Ziel, Ekel hervorzurufen, wohl bei keinem Leser verfehlen wird. Dabei greift die Autorin sogar auf fiktive Elemente zurück, wie in "Auf der Suche nach Soundso Claveringi", was den anderen Erzählungen aber in keiner Weise nachsteht. Akribische Beschreibungen der Tagesabläufe ihrer Hauptpersonen ermöglichen ein "Mitfiebern", wobei bis zum Schluss nicht absehbar ist, ob es ein gutes Ende geben wird. Typisch für Highsmith bestechen die meisten Geschichten jedoch durch ihre katastrophale Zuspitzung. Meine Highlights sind "Vor dem Flug" und "Die Heldin", da der Leser direkt in das Geschehen einsteigt und trotzdem sofort Bezug zu den Charakteren bekommt. Gerade die nach außen hin scheinbare Normalität der Hauptpersonen lässt den Leser über die eigene Psyche oder zumindest die der Mitmenschen grübeln.Trotz arbeitsreicher Zeit habe ich das Buch innerhalb von nur zwei Tagen "bewältigt", denn es lässt mich nicht mehr los, und immer noch habe ich jedes Detail im Kopf, wie mir scheint. Ein Muss für alle Fans der spannungsreichen, subtilen oder drastischen Unterhaltung! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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