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Schmutzige Havanna Trilogie
 
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Schmutzige Havanna Trilogie [Gebundene Ausgabe]

Pedro Juan Gutiérrez , Harald Riemann
3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 414 Seiten
  • Verlag: Hoffmann und Campe; Auflage: 4. (Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3455025439
  • ISBN-13: 978-3455025439
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 13,9 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (23 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 210.062 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Pedro Juan Gutiérrez
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Würde Hemingways alter Mann heute mit seinem Fang den abendlichen Heimathafen anlaufen, ihm würde wahrscheinlich der Schwertfisch von der Jolle kullern angesichts dessen, was er inzwischen dort zu sehen bekäme. "Wenn es in Castros Kuba in jener chaotischen Zeit etwas im Überfluss gibt, sind es herrliche, schamlose und selbstbewusste Frauen," tropft es bereits aus dem Klappentext.

Von der chaotischen politischen Lage wenig, stellt uns der Autor dafür umso mehr von Havannas herrlich schamlosen Frauen zur freien Verfügung. Mal findet man sie auf Kaimauern, den Koitus vollziehend, während Zukurzgekommene onanierend kiebitzen; andere wieder lassen sich von "Deckhengsten mit Prachtausstattung" (das stolze Kingsize-Format scheint in Castro-Land zur sozialistischen Normgröße erhoben), schon mal lustvoll die Fresse polieren. Angesichts der Massenflucht aus Kuba Anfang der 90er-Jahre des 20. Jahrhunderts und dem desolaten Zustand seines Heimatlandes, hat Senior Gutiérrez für sich beschlossen, das Prinzip Hedonismus bis zum letzten orgiastischen Seufzer auszuleben. Gegen seine nun folgende Scheiß-, Sperma-, Misshandlungs- und Kakerlakenoper, nimmt sich selbst Fellinis Satyricon wie ein Orff'sches Singspiel aus.

Laissez-faire, das zunehmend angestrengt wirkt -- schlimmer noch -- das hier transportierte Frauenbild (übelste Misshandlungen werden süffisant schmunzelnd en passant geschildert), wird mit zunehmender Lektüre problematischer. Erstaunlich, dass selbst ein gestandener Spiegel-Kritiker wie Matthias Matussek, von der erotischen Speisenfolge offensichtlich aphrodisiert, von "einem Fest des Lebens" jubelt, von einem "Dionysos der Gosse" gar. Dem dionysischen Dauerrrammler Gutiérrez indes scheint kein noch so abgegriffenes Bild zu schade, noch einmal aufgewärmt zu werden. Der glutrote Sonnenball, der hinter kopulierenden Pärchen im Golf versinkt, die halb geöffneten Lippen der erwartungsvollen Latino-Beauty, die Schweißperlen zwischen bronzefarbenen Brüsten -- nur einige Kostproben aus dem literarisch hoch geschraubten Schreckensvokabular einschlägiger Softpornos.

Verdächtig häufige Erwähnungen von Graham Greene, Bukowski und Hemingway, geben eine Ahnung der privaten schriftstellerischen Hitliste des Autors. Ein frommer Wunsch. Pornofreunde jedoch kommen voll auf ihre Kosten. Hemingway, Buk und Co. glänzen trotz heftigst bemühter Schmutzprosa dankenswerter Weise mit Abwesenheit. --Ravi Unger

Audiobook-Rezensionen

„Schmutzige Havanna Trilogie“ ist zartbesaiteten Gemütern nicht zu empfehlen. Was hier erzählt wird, ist auch nicht geeignet, um den Mythos vom lebensfrohen Havanna zu bestätigen. Ganz im Gegenteil: Die Schatten der Revolution sind düster, arm und armselig, voller Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Ein etwa 45-jähriger Ex-Journalist, der den Vornamen des Autors trägt, erzählt von seinem Leben im Havanna der 90er Jahre: Nach dem Wirtschaftsembargo der USA blutet das Land regelrecht aus. Wer nicht flieht, muss schauen, wie er überlebt. Die „periodo especial“, so die offizielle Bezeichnung der Hungersnot, treibt schwarze Blüten: Leichenschänderei, extrem hohe Selbstmordraten, Korruption und Prostitution haben Hochkonjunktur. Pedro Juan präsentiert ein Sammelsurium von Episoden. Es geht ums Ficken, ums Job suchen, um die Zeit tot schlagen. Am Anfang scheint es, als handelte es sich um nichts anderes, als um eine banale Aneinanderreihung von sexuellen Eskapaden. Doch es wird schnell klar, dass Sex hier einen ganz besonderen Stellenwert besitzt. Eingesperrt in Armut, Gewalt, Frustration und Hoffnungslosigkeit, bietet Sex die einzigen Momente, in denen man sich leben und etwas glücklich fühlt! Hinzu kommt, dass Pedro Juan rein gar nichts zu tun hat; er muss die Zeit tot schlagen. Sex und Rum – beide hart und streng – bieten sich hier an.

Pedro Juan Gutiérrez wurde 1950 in Kuba geboren. Mit elf Jahren verdingt er sich als Eis- und Zigarettenverkäufer, später arbeitet er als Schwimm- und Kajaklehrer, als Landarbeiter, Bauinstallateur und technischer Zeichner. Gutiérrez hat mehrere Romane geschrieben, „Schmutzige Havanna Trilogie“ ist der erste auf Deutsch vorliegende. Neben der Schriftstellerei widmet der Kubaner sich der Malerei und Bildhauerei; er ist als Journalist tätig. Das Buch entstand aus dem Wunsch des Autors heraus, nach einer persönlichen und gesellschaftlichen Krise „hart und etwas zynisch gegenüber seinem eigenen Leben zu werden“.

Das Leben am Rande des Abgrunds liest Stephan Benson. Der Schauspieler spielte an renommierten Theatern u.a. in Zürich und Hamburg. Heute ist Benson ein gefragter Film- und Fernsehschauspieler. Er trägt die Geschichten vom Rausch und Überleben in Havanna mit großer Begeisterung und ausgeprägter Virtuosität vor! Gekürzte Lesung, Spieldauer: ca. 141 Minuten, 2 CDs. Mit Booklet. -- culture.text -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Die in Kuba allgegenwärtigen Mittel zur Flucht aus der Tristesse, nämlich Sex, Rum, Rauchen und Essen und die damit verbundene leidige Beschaffung des Geldes dafür, bilden den Rahmen zu einem Sittengemälde des Kubas der Neunziger.

Den Anschauungen und Verhaltensmustern der Protagonisten begegnet man auch heute noch tagtäglich. Viele Details, die für den europäischen Geschmack trivial, prall und kitschig anmuten sind in Kuba real und Teil der Überlebensstrategie.

Mir verschaffte die Lektüre etliche Aha-Erlebnisse. Verhaltensmuster, zu denen ich bisher keinen Zugang hatte, haben sich mir erschlossen.

Fazit: Handfeste Kurzgeschichten, in denen Gutierrez ohne Sentimentalität das kubanische Dilemma auf den Punkt bringt.

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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Ich habe das Buch von einem Freund geliehen bekommen und habe es innerhalb von 2 Tagen ausgelesen. Gutierrez hat in meinen Augen einen recht flüssigen Schreibstil, der keine Minute langweilig wird. Ich würde den Autor als "Straßenphilosoph" bezeichnen, der über ein paar Jahre in seinem Leben in Kubas Hauptstadt Havanna seinen täglichen Überlebenskampf beschreibt. Mitunter ist das Buch sehr traurig und beschreibt unbeschönigt das Leben des Pöbels auf den Strassen Havannas. Die Menschen dort leben schier hauptsächlich von Rum und Sex. Objektiv betrachtet ist das Buch vielleicht zuweilen etwas abstoßend, da der Autor teilweise eine sehr vulgäre Sprache verwendet. Mir hat es sehr gut gefallen, ich finde es ist ein toller Blick "hinter die Kulissen" Castros Kuba. Auch wie Pedro Juan (= Alter ego des Autor) seine Umwelt beschreibt, ist sehr beeindruckend. Man kann sich sehr gut in die Situationen Gutierrez' hineinversetzen.

LESEN!!

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43 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Teusianu
Format:Gebundene Ausgabe
Gutiérrez schreibt in sein episodenhaft aufgebautes Buch über die Welt am Abgrund der Verzweiflung, über Menschen, die am Rande der sozialen Kollision stehen und über Sex. Seine Beschreibungen des alltäglichen Wahnsinns im Havanna der 90er Jahre sind so lebensnah und ungeschminkt verfasst, dass man fast Glauben möchte, man befände sich tatsächlich in diesem Moloch aus Frustration, Perspektivenlosigkeit und Dreck. Die Atmosphäre, die Gutiérrez dabei schafft, ist beklemmend und faszinierend zugleich, weil man einerseits erkennt, wozu der Sozialismus in der Realität tatsächlich führen kann, andererseits aber auch feststellt, dass die Spezies Mensch jeder noch so desolaten Lage etwas positives abgewinnen kann.
Das Buch ist in vielen kleinen Episoden aufgeteilt, die jeweils die Geschichte einer bestimmten Person oder eines bestimmten Personenkreises erzählen. Ein immer wiederkehrendes Motiv ist zum Beispiel der Sex, der vom Autor als etwas "schmutziges" beschrieben wird und der eine starke Persönlichkeit ohne jedes Schamgefühl voraussetzt. Gutiérrez bildet sozusagen den Vermittler zwischen dieser eigenartigen, von Prostitution, Armut, Gewalt und Betrug geprägten Welt und dem "westlichen" Leser, der in seinem hiesigen, realen Leben wohl kaum mit dieser Realität konfrontiert werden dürfte.

Ich hatte das Glück und die Voraussetzung das Buch im spanischen Original zu lesen und kann es jedem empfehlen, der sich für ein äußerst realitätsnahes, nicht verschönertes und manchmal auch verstörend wirkendes Porträt der ehemaligen Kolonialstadt Havanna interessiert.

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Schmutzig
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Vor 10 Monaten von Josef Wurm veröffentlicht
Schmutzige Havanna Trilogie
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Die Hoffnungslosigkeit und die Ziellosigkeit in Rum und Sex zu ertrinken, die brutale Realität erträglicher zu machen, ein nicht mehr lebenswertes Leben Tag für Tag... Lesen Sie weiter...
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Veröffentlicht am 6. September 2006 von Horst Werner
Naja, weder noch...
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Veröffentlicht am 11. April 2006 von D. Maraun
Ich mag schmutzige Bücher und
wer die Sprache nicht mag, der wird ja nicht gezwungen, diesen Roman zu lesen. Erinnert ein wenig an Bukowski, ein wenig an Pilz und ein wenig an Welsh. Lesen Sie weiter...
Am 26. Februar 2006 veröffentlicht
Hände weg....
also....
da ich jedes Buch zu ende lese, mußte ich mich wirklich durch quälen und habe jede Seite gezählt!!!!! Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 29. Januar 2006 von "tigi_"
Dürftige Beschreibungen eines alternden Möchtegern-Playboys
Ich habe dieses Buch gelesen aus Interesse für meine Heimat sowie für erotische Literatur, zudem bekam ich es als gut gemeintes Geschenk, weshalb ich es auch bis zum... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 5. August 2005 von herediana
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