Kurz vor Weihnachten lohnt es ich immer wieder mal Bücher in einem neuen Einband zu präsentieren. Leider ändert das nichts am Inhalt...
Ich habe dieses Buch gelesen aus Interesse für meine Heimat sowie für erotische Literatur, zudem bekam ich es als gut gemeintes Geschenk, weshalb ich es auch bis zum bitteren Ende las.
Als junge Cubana erscheint mir dieser sehr lange Text, von dem ich sehr bald genug hatte, wie die Schreibseligkeiten eines alten Lüstlings, der sich gnadenlos selbst überschätzt aber dennoch schlau ist. Er weiß, daß sowohl Havanna als auch Sex gut laufen. Um die Klischees vollkommen zu erfüllen, läßt er sich auf dem Einband mit fetter Zigarre im Unterhemd ablichten, fertig ist der Verkaufsschlager. Daß er dabei vergeblich versucht, den Stil Henry Millers zu kopieren, sollte man ihm verzeihen. Die Kombination aus Beschreibungen mißlicher, fast aussichtsloser Lagen und der Entladung von Frustrationen in der "billigsten aller Drogen", scheint mir nur zum Teil glaubwürdig. Dafür wird die Stadt zu dürftig beschrieben und seine sexuellen Phantasien zu übertrieben.
Der Hauptdarsteller erscheint wie ein Manisch-Depressiver, der in einem Kapitel das arme Würstchen am Rande der Gesellschaft ist; im nächsten der alternde Sex-Superheld, der die knackigsten Mädchen klar macht. Dabei wiederholt er sich in einer ständigen Spirale, die sich so lange steigert, bis es lächerlich wird.
Dieser vermeintlich autobiographische Roman hat nichts von einer Trilogie, etwas von Havanna und viel Schmutziges; nur nichts Interessantes für Leute, die sich beim Lesen von verklärten Tagebüchern langweilen.
Einen Punkt bekommt er, da er hin und wieder kurze aber überraschende philosophische (es sind genau drei) Lichtblicke hat, die darauf schließen lassen, daß er vielleicht doch irgendwo eine literarische Ader verbirgt.