Mit ständig wachsendem Interesse habe ich das Buch gelesen. In jedem Kapitel spürt man, daß die Autorin sich mit großer Sachkenntnis mit der komplizierten Materie auseinandergesetzt hat. Sie unternimmt den Versuch, die vielfältigen, oft nebeneinander bestehenden Schmuckformen zu ordnen - keine leichte Aufgabe. Text- und Bildteil sind gut aufeinander abgestimmt, sodaß es auch möglich ist, anhand des Bildes schnell die betreffende Stelle im Text aufzusuchen. Die konzentrierte Beschreibung der Schmuckstücke läßt das Buch nicht langweilig werden und macht es auch für den interessierten Laien gut lesbar. Aus meiner Sicht hervorhebenswert wäre wohl noch, daß gerade auch Schmuckstücke aus unedlen Materialien oft eine ebenso gute Gestaltung erfahren haben wie edler Schmuck. Dies macht es für den Sammler mit dem "kleinen Geldbeutel" so lohnenswert, Schmuckstücke zu erwerben. Gewünscht hätte ich mir noch mehr Informationen über einfachen bürgerlichen Schmuck sowie bäuerlichen Schmuck. Schön wäre auch ein Überblick über Punzen oder Monogramme, soweit überhaupt bekannt. Vermutlich würde dies jedoch den Rahmen des Buches sprengen - vielleicht aber eine Anregung für ein Fortsetzungswerk !? Alles in allem hervorragendes Nachschlagewerk für Sammler und alle, die sich intensiver mit Schmuck beschäftigen. Mich persönlich hat dieses Buch bestärkt, meine Sammeltätigkeit zu intensivieren. Es hat mich in die Lage versetzt, Schmuck genauer zu beurteilen und "die Spreu vom Weizen zu trennen". Schön wäre es, wenn mit diesem Buch der erste Teil von 1983, auf den hier Bezug genommen wird (Klassizismus und Biedermeier), nochmals erschienen wäre.