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Schmidts Einsicht: Roman
 
 
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Schmidts Einsicht: Roman [Gebundene Ausgabe]

Louis Begley , Christa Krüger
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 415 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (14. November 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518422502
  • ISBN-13: 978-3518422502
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 114.831 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Louis Begley
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»›Charlotte wußte, daß seine einzigen handgeschriebenen Briefe Beileidsbekundungen waren.‹ Was für ein kleiner, genialer Satz. Neun Worte und zwei demolierte Leben.«

(Tobias Rüther Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung )

»In Begleys mit der Kaltnadel gestochener Prosa scheint unermüdlich ein Scanner zu surren, der die Doppelbödigkeit und den Abgrund des Romanpersonals gnadenlos, aber ohne moralischen Zeigefinger, durchleuchtet. Denn gerade darum geht es: die Wunden und Brüche zu akzeptieren, anstatt sich in Selbstmitleid zu ergehen.«

(Huberta von Voss Die Welt )

»Kühl, elegant und durchweg unromantisch erzählt Begley die Geschichte von Schmidts Einsicht... Die heftigen Erschütterungen, mit denen Louis Begley den Text kontrapunktisch durchsetzt, bannen den Leser bis zur letzten Seite.«

(Sandra Kegel Frankfurter Allgemeine Zeitung )

»Ein Roman, der von Liebe und Zeit und von Millionären handelt … Louis Begley ist der Schriftsteller, der daran erinnert, dass in jedem Kaschmirpullover ein nackter Mann, in jeder Seidenbluse eine nackte Frau steckt – und beides, die Kreatur wie ihre Kostüme, gleichermaßen vergegenwärtigt.«

(Julia Schröder Stuttgarter Zeitung )

»Mit leichter Hand ist dieses nunmehr zu einer Trilogie gereifte Werk geschrieben, das Schmidt als Hauptfigur hat. Es ergibt sich eine umfangreiche Milieustudie der New Yorker Upperclass, ähnlich präzis und treffend, wie das Theodor Fontane mit der Gesellschaft Preußens im 19. Jahrhundert gelang. … Begley schreibt über diese Gesellschaft aus eigener Erfahrung, elegant und mit der Präzision eines rhetorisch geschulten Juristen (kongenial übersetzt von Christa Krüger).«

(Norbert Mayer Die Presse, Wien )

»Louis Begley schildert diesen Prozess des endgültigen Erwachsenwerdens ruhig, mit viel Sinn fürs Detail, episch ausgreifend und ausschweifend. … Man muss in dieser Tragikomödie um die Segnungen und Lasten des materiellen Reichtums auf die leisen Töne hören, hinter dem Schleier aus Kultiviertheit und Freundlichkeit, den der Autor um seine Figuren webt, das Dunkle und Abgründige erkennen.«

(Claus-Ulrich Bielefeld Welt kompakt )

»Es sind Tragödien, die Begley in ungeheuer eleganter, leichter und distanzierter Sprache schildert, sodass man beim Lesen nur so durch die Seiten fliegt.«

(Armgard Seegers Hamburger Abendblatt )

»Ein famos ausgedachter, beeindruckend unsentimental erzählter Roman.«

(Profil, Wien )

»...Begley [bleibt] elegant, aber unsentimental dem Fortgang der Geschichte auf der Spur - manche mögen ihn deshalb für leichter konsumierbar halten. Tatsächlich aber gelingt ihm mit seinem Schmidt-Zyklus die Orientierung an Updikes Gesellschaftsromanen, die ein Kritiker einmal treffend als emotionale Geschichtsschreibung der USA bezeichnet hat. So schildert Begley nicht nur die zwischenmenschlichen Probleme seiner Figuren, sondern lässt sie politische Veränderungen der jüngeren Vergangenheit reflektieren.«

(Tilman Urbach Neue Zürcher Zeitung )

»Noch einmal macht er sich auf nach Paris. Noch einmal setzt er zu einer letzten, verzweifelten Verführungsanstrengung an. Er will eine zweite, eine letzte Chance. Dass er sie wider aller Erwartung bekommt, gehört zu den Geheimnissen, mit denen Louis Begley seine Leser auch dieses Mal zu verführen weiss.«

(Pia Reinacher Die Weltwoche )

»Der alte Autor versteckt die Schwere des Lebens im Leichten des Stils - wie einst der alte Fontane.«

(Heiko Strech St. Galler Tagblatt )

»So elegant hat noch selten ein Autor eine Milieustudie angelegt wie Louis Begley...«

(Lilo Solcher Augsburger Allgemeine )

Kurzbeschreibung

Schmidt hat alles: Nach seiner vorzeitigen Pensionierung ist der frühere Anwalt Direktor einer Stiftung; eine Aufgabe, die ihn auf Reisen um die Welt schickt. Seine Hoffnung auf ein Enkelkind scheint sich zu erfüllen, die Frauen liegen ihm nach wie vor zu Füßen. Einerseits. Andererseits hat ihn Carrie, seine jugendliche Freundin, wegen eines anderen, jüngeren verlassen. Jetzt erwartet sie ein Kind und weiß nicht, wer von beiden der Vater ist. Auch Schmidts Tochter Charlotte zieht sich immer mehr zurück, in ihre eigene Welt aus Teilnahmslosigkeit und Hass. Dabei droht sie nicht nur, sich selbst zu zerstören. Einziger Lichtblick ist Alice, eine Frau, die er vor Jahren bewundert hat, und die plötzlich wieder in sein Leben tritt. Doch haben die beiden eine Vergangenheit, die eine gemeinsame Zukunft nicht ganz leicht macht… Wieder schießt Schmidt nicht selten übers Ziel hinaus und steht sich oftmals selbst im Weg. Was, wenn nach all den Jahren der Liebe und der Einsamkeit die größte Herausforderung noch vor ihm liegt: Was, wenn es an der Zeit ist, sich zu ändern? Mit seiner ganz eigenen Leichtigkeit erzählt Begley, der große Romancier, von Zeiten des Aufbruchs und der Angst, loszulassen und dabei vollends zu verschwinden.

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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Lebensschicksale 13. November 2011
Format:Gebundene Ausgabe
In seinem neuen Roman hat Louis Begley die Geschichte von Albert Schmidt, dem Protagonisten aus seinen früheren Romanen "About Schmidt"und "Schmidts Bewährung", fortgeschrieben. Die Person seines mittlerweile pensionierten Anwalts Schmidt ist laut Sandra Kegel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nicht, wie man annehmen könnte, eine Art alter Ego Louis Begleys. Schmidt ist eine eigenständige Person. Er ist kein Jude und zeigt unverhohlen gelegentlich antisemitische Gefühlsregungen.

"Schmidtie"wird er in Freundeskreisen liebevoll genannt. Er ist inzwischen ein rüstiger Siebziger, früh verwitwet und Vater einer erwachsenen Tochter.
Schmidts Tochter Charlotte ist mit dem von Schmidt verhassten Jon Riker verheiratet, einem in seinen Augen geldgierigen jüdischen Scheusal und Abkömmling zweier wenig erfolgreicher Psychoanalytiker. Das Verhältnis zur Tochter und deren neuer Familie ist verheerend. Charlotte begegnet ihrem Vater nur mit Hass und ständigen Geldforderungen. Zu allem Übel hat Carrie, eine Kellnerin und kurzzeitige junge Geliebte von Schmidt, inzwischen geheiratet und erwartet ein Baby. Er hat sie in weiser Einsicht ziehen lassen, da diese Beziehung nicht von Dauer sein konnte.
Als Vorsitzender einer Stiftung, die ihn rund um die Welt führt, und ehemaliges Mitglied einer gut gehenden Kanzlei ist Schmidt sehr wohlhabend. In Paris trifft er die auch schon etwas ältere aber immer noch attraktive Frau seines einstigen Kollegen Tim. Sie haben eine kurze Affäre, von der sich Schmidt viel verspricht, denn er ist einsam. Doch seine Hoffnungen sind trügerisch wie sich später zeigen wird.
In diesem Zustand treffen wir Schmidt in dem neuen Roman von Louis Begley wieder.

Das Anwaltsmilieu, in dem Louis Begley selber lange Zeit tätig war, ist auch Schmidts Milieu. Hier spielen sich berufliche und menschliche Tragödien ab. Man feiert, isst und trinkt zusammen und hat Sex bei allen möglichen Gelegenheiten. Gute Freundschaften haben sich gebildet, eine origineller als die andere. Große Kanzleien mit ihren Riesenumsätzen und den Aufsteigern zu hoch qualifizierten Anwälten bieten den Nährboden, auf dem der Autor seine menschlichen Figuren agieren lässt.

Der Autor erzählt seine Geschichte so realistisch, dass man gebannt dem Schicksal dieses von Leidenschaften, Unglück und Liebessehnsucht geplagten Mannes folgt. Ein weit verzweigtes Panorama des neuenglischen Geldadels, menschlicher Begierden, Enttäuschungen und Tragödien öffnet unseren Blick für das, was sich hinter den Kulissen der New Yorker Gesellschaft abspielt. Glanzvoll zeigt uns der Autor die geheimen Wünsche und Sehnsüchte seiner Protagonisten. Schmidt ist eine vertraute Gestalt, die uns zum Lebensende hin erneut mit klugem Blick und dem Wunsch nach Harmonie und erfüllender Liebe nach einer längeren Zeit innerer Nöte anrührt.
Wie immer sind Begleys Protagonisten durchaus fähig, ihre Schicksale zu reflektieren. Lebendigkeit und Gegenwartsnähe zeichnen den Inhalt der Erzählung aus. Keine ältliche oder melancholische Abgeklärtheit spielt hinein sondern eine leichte, dem Leben zugewandte Wendigkeit, die noch jegliche Zukunftshoffnungen möglich erscheinen lassen.

Geschichten aus dem wirklichen Leben sind es, die uns neugierig machen und uns zu stillen Teilhabern einer Handlung werden lassen. Hier ist das gelungen, und man hofft darauf, dass wir vom Schicksal Schmidts noch mehr erfahren dürfen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Bourbon oder Gin-Tonic? 30. Januar 2012
Von Diethelm Thom VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Man findet in dem Buch wieder viele Elemente, die man in Begleys Leben auch findet: Er ist gleich alt wie sein Held Schmidt, war ebenfalls Partner in einer Anwaltskanzlei in New York, ist in zweiter Ehe mit einer reichen, schönen Frau (2 Jahre jünger) verheiratet (Historikerin, Schriftstellerin in Paris) und hat drei eigene, erwachsene Kinder (zwei Söhne, eine Tochter). Schmidt will in ähnlicher Weise mit der schönen Alice eine zweite Ehe eingehen, sie ist allerdings 15 Jahre jünger, erfolgreich im Literaturbetrieb in Paris tätig. Er hat nur eine Tochter - Charlotte - aber die bereitet ihm genügend Sorgen. Indem Begley seine Lebenserfahrungen in modifizierter Form in sein Buch einfließen lässt, machen sie gewissermaßen das Salz in der Suppe aus, was menschliches Interesse und Dramatik betrifft, die Suppe wird aber dann entschieden nach den Bedürfnissen und Fantasien des Autors weiter angerührt. Vielleicht auch nach denen einer möglichst großen Leserzielgruppe?

Da spielen Sexfantasien eine große Rolle. Schmidt ist trotz seiner nahezu 80 Jahre fast ungebrochen potent und stellt sich die oft beschworene Liebe zu seiner Alice vorzüglich im Zusammenhang mit Sex vor. Alice ist zwar sehr selbstständig, beruflich engagiert, aber eigentlich gewinnt sie als Person keine deutliche Kontur, sondern nur als begehrenswerte Frau, wobei Begley manchmal in die Nähe des Kitsch gerät. So lieben sie sich zum ersten Mal in einer Silvesternacht. Als Schmidt am nächsten Morgen wach wird, ertönt die 9.Symphonie von Beethoven und Alice tritt auf: "schlank und hoheitsvoll in einem bodenlangen, schulterlangen Futteralkleid aus schwarzem Samt." (33). Oder es heißt: "Sie war schön, wohlriechend und begehrenswerter als alle anderen Frauen, die er kannte" (25). Und Alice entzieht sich ihm ständig, (weil sie u.a. noch mit einem gewissen Popov liiert ist, von dem Schmidt zunächst nichts weiß), so dass Schmidt bei seinen unablässigen Versuchen, sie telefonisch zu erreichen oder einen Termin mit ihr auszumachen, halb närrisch vor Sehnsucht wird. Liebe? Er zweifelt auch selbst daran, wischt aber dann alle Zweifel beiseite: "Die Erfahrungen eines ganzen Lebens sagten ihm, dass sie fantastisch war." (172). Wenn das kein Beweis ist!

Dieses Element des Wunschdenkens zeigt sich auch an dem unverkennbar märchenhaften Charakter des Romans. Begley bewegt sich mit seiner wohlbekannten leichten Prosa in einer Welt, in der es kaum materielle Schwierigkeiten zu geben scheint. Im ersten Drittel des Romans, bevor die Probleme mit Charlotte auftreten, ist der Roman etwa so interessant wie ein Terminkalender, und die Frage "Bourbon oder Gin-Tonic?" nimmt geradezu existentielle Bedeutung an. Wenn es Probleme gibt, hilft Schmidt mit seinen Millionen aus. Oder wenn Schmidt geholfen werden muss, z.B. wenn er, kaum in Paris gelandet, mal eben ganz schnell wieder zu seiner Tochter zurückjetten muss, weil die in Schwierigkeiten ist, dann hilft Mike Mansour, der Milliardär, mit seinem Privatflugzeug aus. (Name und Verhalten dieses Freundes erinnern übrigens an Hauffs Märchen vom Kalif Storch. Auch der Kalif und sein Großwesir Mansor erleben viele hübsche Abenteuer zusammen, sie fliegen auch viel über die Lande und befreien am Ende eine schöne Prinzessin, die in eine Eule verwandelt gewesen war. Zufall?).

So wie Schmidt in seinen Äußerungen gegenüber dem ungeliebten Schwiegersohn und dessen ungeliebter Mutter radikaler wird, werden auch die Zufälle radikaler. Es gibt zwei tödliche Unfälle, wobei sich besonders der zweite für Schmidts endliches Glück als günstig erweist, er rafft nämlich den von Schmidt ebenfalls ungeliebten Popov dahin, der dem Happy End mit Alice noch im Wege stand.
Warum auch der schreckliche erste Unfall sein musste (bitte nachlesen), darüber grüble ich noch nach.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ulrich Gellermann TOP 1000 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt diese Bücher, die man in Eisenbahnen lesen sollte: Ein Rollen, das der Geschichte ein hübsches Reisetempo verleiht, zum Beispiel, wenn man mal wieder Tucholskys Schloss Gripsholm liest. Auch gibt es Romane, die mit dem Gruseln spielen, die am Kamin gelesen werden müssen, eine Heizung tut es auch, wichtig ist: Dass es draußen unwirtlich und drinnen gemütlich ist, das hebt den neuen Eco ungemein. Und dann gibt es noch die Gattung der Romane, die zwischen Weihnachten und Neujahr zu lesen sind. Jener fast zeitlosen Zeit zwischen den Tagen, in der das Pendel zwischen Braten und Sekt, zwischen Besinnung und Frohsinn schwingt. Zu dieser Gattung gehört fraglos Louis Begleys "Schmidts Einsicht".

Schmidt, den alle Schmidtie nennen, lebt in Neu England so für sich hin und nichts zu suchen - außer hier mal nen delikaten Hummer und dort mal nen freundlichen Beischlaf - ist eigentlich sein Sinn. Dem einst erfolgreichen und inzwischen primär reichen Anwalt ist vor geraumer Zeit die Frau verstorben, das Verhältnis zu seiner Tochter darf man als angespannt bezeichnen und das letzte überwältigende Liebesverhältnis mit einer Frau, die seine Tochter hätte sein können, hat sich zu einer schönen, durch Schmidts Geld temperierten Freundschaft entwickelt. Dass Begleys Hauptfigur dann noch für einen superreichen Spekulanten arbeitet, für den er dessen Stiftungen in Ost-Europa abklappert, der unverkennbar die Züge von George Soros trägt, gibt dem Roman jene Weltläufigkeit, die nur mit vollem Magen und ausgesprochen heiterem Gemüt zu ertragen ist.

Ein Ort von Schmidts Spiel sind "Die Hamptons", jene Gegend auf Long Island, in der die absolut besser verdienenden New Yorker residieren. Die andere Bühne hört auf den Namen Paris. Eine ausgesuchte Reihe von Edel-Hotels, Sterne-Restaurants und Luxus-Suiten wird dem Leser unter die Nase gehalten. Aus diesem Ambiente heraus kann Schmidtie erkennen, dass die Spekulanten-Stiftungen "Demokratie, Humanwissenschaften und Kapitalismus fördern." Dass es sich bei dieser Förderungskombination um einen Widerspruch an sich handelt, ist dem pensionierten Rechtsanwalt nicht klar. Unklar auch die Liebes-Zukunft. Denn da ist Alice, die, so sagt der Umschlagtext im besten Lore-Roman-Stil, "eine Frau, die er vor Jahren bewundert hat und die plötzlich wieder in sein Leben tritt."

Mit Alice und ihren Verwicklungen - ihr an AIDS verstorbener, schwuler Mann, ihr aktueller, bulgarischer Beischläfer - wird das Buch endlich zum wohlgefügten Gesellschaftsroman, der von einem sanften Hauch Altersgeilheit durchweht ist. Louis Begley hatte mit seinem Debütroman "Lügen in Zeiten des Krieges" ein sensibles Portrait eines kleinen Jungen in Zeiten des Holocaust vorgelegt. Sein Dreyfus-Buch, verknüpft mit dem aktuellen Unrecht des Lagers auf Guantánamo, ist eine brillante Streitschrift gegen Rassismus. Nun also "Die Hamptons". Das Gebiet wurde den Algonkin-Indianern im 17. Jahrhundert für den Gegenwert von 24 Äxten, 24 Mänteln, 20 Spiegeln und 100 Ahlen abgekauft. Schon hier hatte der junge Kapitalismus natürlich Demokratie und Humanwissenschaften gefördert. So gründlich, dass von den Algonkin-Indianern nichts mehr übrig blieb. Fröhliche Weihnachten und ein gutes Neues Jahr auch.
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