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Schmidts Bewährung: Roman
 
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Schmidts Bewährung: Roman [Gebundene Ausgabe]

Louis Begley , Ludwik Begleiter
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 313 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 1 (26. Februar 2001)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518412272
  • ISBN-13: 978-3518412275
  • Größe und/oder Gewicht: 20,4 x 12,6 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 132.595 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Louis Begley
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Schmidt is back! Albert "Schmidtie" Schmidt ist Louis Begley so ans Herz gewachsen, dass er ihn noch einmal zum Mittelpunkt eines Romans macht -- diesmal in Schmidts Bewährung. Dabei gab es bereits im ersten Teil, der lakonisch einfach Schmidt hieß, genug Anlass für den New Yorker Anwalt sich zu bewähren. Innerhalb kurzer Zeit war sein Leben zusammengeschnurrt wie ein Luftballon, aus dem langsam die Luft entweicht: Seine Partner in der Kanzlei drängen ihn zur Frühpensionierung, dann wird er unerwartet Witwer und verkracht sich auch noch mit seiner Tochter, weil diese einen Mann heiraten will, der überhaupt nicht nach seinem Geschmack ist.

Vor der Einsamkeit des Alters bewahrt ihn einzig die junge Puertoricanerin Carrie, an die er sein altes Herz leidenschaftlich verliert. Zu Beginn von Schmidts Bewährung wohnt Carrie schon einige Zeit bei ihm und versüßt seine Tage und Nächte. Die Frage ist natürlich, wie lange das gut gehen kann mit einer Geliebten, die jünger ist als seine Tochter. Außerdem gibt es da einen seltsamen Multimillionär, der sich auffällig intensiv um Schmidts Freundschaft bemüht und dessen wahre Absichten lange im Dunkeln bleiben.

Louis Begley, der erst mit 56 seinen ersten Roman veröffentlichte (Lügen in Zeiten des Krieges) und schlagartig großen Erfolg hatte, gelang mit Schmidt ein sehr vielschichtiger Charakter, den man so schnell nicht vergisst -- auch wenn man nie so ganz sicher ist, ob man ihn wirklich mögen soll. Ähnliches gilt für das auch nicht sorgenfreie Leben der Reichen auf Long Island, das Begley mit spitzer Feder und großer Kennerschaft skizziert. Dass dieser zwischen "Endlifecrisis" und spätem Glück schwankende Schmidtie ein interessanter Typ ist, hat nun sogar Hollywood entdeckt: Zurzeit wird der erste Teil verfilmt -- in der Titelrolle kein Geringerer als Superstar Jack Nicholson. --Christian Stahl

Neue Zürcher Zeitung

Der Schein des Glücks

Louis Begley liefert seinen Helden liebevoll ans Messer

Wenn ein Schriftsteller noch einmal auf die Personenkonstellation eines früheren Romans zurückgreift, zeugt dies – wo weder Mangel an Ideen und Substanz noch der Versuch, einen Publikumserfolg weiter auszubauen, als Tatmotiv gelten können – von einem besonders engen oder komplexen Verhältnis zwischen dem Schöpfer und seinen Figuren. Entsprechend bemisst sich die Erwartung des Lesers: Und ist sie, auf Grund früherer Werke des Autors, nicht unbeträchtlich, wird man diesem sogar eine Art stilles Mitspracherecht bei der Urteilsbildung einräumen.

Wie also wäre «Schmidts Bewährung» zu lesen: Louis Begleys neues Buch, dessen Handlung zwei Jahre nach dem Zeitpunkt einsetzt, an dem wir den Vorgängerroman, kurz «Schmidt» betitelt, mit leisem Befremden über das unvermittelte Happy End aus der Hand gelegt hatten? Ein coup de théâtre hatte damals die sinistre, vergammelte Doppelgängergestalt des peinlich korrekten Titelhelden ins Jenseits bugsiert und diesem damit die von beiden umworbene junge – im Verhältnis zum Alter des Protagonisten sehr junge – Puerto-Ricanerin Carrie in die Hände gespielt; Schmidts ohnehin schon nicht unansehnliches Vermögen wurde um eine stattliche Erbschaft vermehrt.

Kalkulierte Minuspunkte

Louis Begley hat Schmidt nicht ohne Koketterie «mein widerlicher Held» genannt: Denn de facto fällt es keineswegs schwer, Sympathien für dessen gepflegt gegen den Strich gebürsteten Charakter zu entwickeln. Die Anflüge von Geiz, welche die aisance des frühpensionierten verwitweten Rechtsanwalts überhauchen, haben altmodisch verqueren Charme, seine Reflexionen zur Zeitgenossenschaft gelegentlich zünftigen Biss – und seine gequetschten antisemitischen Regungen, von der Hand dieses Autors appliziert, eine seltsam schillernde Qualität. Louis Begley hat in seinem Erstlingsroman, «Lügen in Zeiten des Krieges», mit literarischer Distanz vom eigenen knappen Entkommen aus dem Holocaust erzählt; den Judenhass verharmlosend auf Menschenmass zu stutzen, dürfte sein Anliegen nicht sein. Eher wird er mit diesem Charakterzug seines Protagonisten, der beruflich und sozial in einem dem Schriftsteller wohlvertrauten Milieu verkehrt, dem eigenen Gesellschaftskreis diskret und unbarmherzig den Spiegel vorhalten wollen.

Schmidts Bewusstsein ist der Filter, durch den der Leser die übrigen Figuren wahrnimmt: Und dieses Instrument weist blinde Flecken auf, die zumindest im Zusammenspiel mit der sonstigen scharfen Einstellung irritieren können. Dass die makellose Gestalt und das flackernde Temperament der zwanzigjährigen Carrie den auf emotionaler Sparflamme vegetierenden Witwer unverhofft in einen zweiten Frühling scheuchen, ist plausibel; weniger dagegen die völlige Undurchlässigkeit der Binde, die Amor dem sonst so skrupulös registrierenden Protagonisten umlegt. Beim morgendlichen Warten im Delikatessgeschäft glossiert Schmidt noch zynisch die von Nachtruhe oder Frühsport zerknautschte Hautevolee, die, ohne mit der Wimper zu zucken, für jedes Salatblatt einen Dollar liegen lässt. Bei Carrie hingegen wird er nicht müde, Anmut und angeborenen Takt zu preisen, wo der Leser (oder nur die Leserin?) eine junge Frau wahrnimmt, deren Sprachstil und häufige Armknüffe dem in solchen Dingen empfindlichen Schmidt eigentlich einen Schauder über den Rücken jagen müssten – und deren gewandte Finger nicht nur die intimeren Sphären des Liebhabers zu beglücken, sondern auch recht unverzagt nach dem eigenen Vorteil zu greifen wissen.

Hinter der fast panischen Grosszügigkeit, mit der Schmidt Carries Wünsche bedient und ihre Freiräume aussteckt, steht freilich nicht allein seine – nur zu berechtigte – Angst, sie zu verlieren. Begley entwickelt die Beziehung zudem auf der Folie von Schmidts gründlich verunglückter Beziehung zur eigenen Tochter. Im ersten Band hatte ihre Heirat mit einem karrierebewussten jüdischen Associé des Vaters für allseitige Verstimmung und etliche erlesene Gemeinheiten gesorgt, und der familiäre Kleinkrieg setzt sich bis zum widerwillig angebotenen Waffenstillstand am Ende des Folgewerks fort. Aber obwohl die quecksilbrige puerto-ricanische Circe auf den ersten Blick das schiere Gegenteil der sauertöpfisch feilschenden, mit wattierten Schultern und wadenlangen Röcken antretenden Erbin der Schmidt'schen Vermögenswerte scheint, drängen sich auch Ähnlichkeiten in den Blick: Beide sind vorab beredte Anwältinnen in eigener Sache, die Schmidt in einem wenig erbaulichen Rückzugsgefecht aufs Altenteil scheuchen.

Soll diese skeptische Lesart gelten, wo Schmidt am Ende – dafür, dass er Carrie und ihrem neuen Liebhaber ein Geschäft finanziert, sich von der jungen Dame eine weitere Million zum privaten Gebrauch ablausen lässt und dem glücklichen Paar noch Unterschlupf auf seinem Anwesen bietet – ein Katerchen als Trostpreis in die Hände gedrückt bekommt? Soll man sich stattdessen vom verdächtig pünktlich gelieferten Glück blenden lassen, das dem Protagonisten aufs Ende der Affäre mit Carrie hin einen neuen Aufgabenkreis erschliesst? Und ist, bei aller Wertschätzung der Tierliebe, die Darstellung seines rundum erfüllten Verhältnisses zu dem neuen vierbeinigen Hausgenossen zum Nennwert zu nehmen?

Lack und Leere

Zumindest wer Begleys frühere Werke kennt, dürfte diese Placebo-Lösung nicht unbedacht schlucken. Spezialität dieses Autors ist es, seine Leser – je nach Veranlagung – mit einer funkelnd polierten, aber hohl tönenden Textoberfläche zu locken oder zu provozieren: Denn er wolle, sagte er in einem Gespräch – und der leise, aber nachdrückliche Ton blieb im Gedächtnis haften –, «vielleicht die Hohlheit des Besitzes zeigen, die Hohlheit des Erfolgs und die Hohlheit des Vergnügens». Das Risiko dieser Methode – dass nämlich die Leser die Hohlheit im Werk verorten könnten und nicht in der Welt, die es beschreibt – ist dem Schriftsteller bewusst: Das scheint nicht zuletzt auch die Figur zu signalisieren, die als verzerrtes Spiegelbild seiner selbst durch den neuen Roman huscht. Wie Louis Begley hat dieser Joe Carrington nach einer erfolgreichen Berufskarriere spät zu schreiben begonnen, mit einem Buch von autobiographischem Charakter Furore gemacht und sich nachher – so werden seine Bücher jedenfalls wahrgenommen – auf die Basiskonstellation vom «älteren Mann, der ein junges Mädchen vögelt», beschränkt: eine Einschätzung, die Carrington im Roman, kaum hörbar, mit schneidend scharfen Repliken quittiert. Begley leistet sich den Luxus, mit anderen Lesern zu rechnen; mit solchen, die im kunstvoll-künstlich aufgetragenen Firnis des Texts die Angst vor der existenziellen Leere dahinter schillern sehen.

Angela Schader


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Th. Leibfried TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Nach "Schmidt" hier also die Fortsetzung des Älterwerdens dieses pensionierten erfolgreichen Anwalts, der nach dem Tod seiner Frau und dem Zerwürfnis mit seiner Tochter Charlotte ganz auf die Bekanntschaft und die daraus folgende Liaison mit der puertoricanischen Kellnerin Carrie angewiesen ist.

Finanzielle Nöte kennt Schmidt nicht, dafür jedoch existentielle. Nicht nur das Altwerden macht ihm zu schaffen, auch das Alleinsein. Gedämpft durch die Liebe zu Carrie, aufgehalten, hinausgeschoben, wird im Laufe des Buches dennoch klar, dass Schmidt dem Alter nicht entgehen kann und schließlich erhobenen Kopfes diese Tatsache und die Konsequenzen für seine späte Liebe zu der viele Jahrzehnte jüngeren Frau akzeptiert.

Charlotte, das einzige Kind Schmidts, nimmt die Rolle ein, die sie bereits im ersten Roman hatte. Sie bleibt das Ekel, das versucht, den Vater auszunehmen wie eine Weihnachtsgans. Aber selbst hier findet Begley einen Ausweg, der in keiner Weise kitschig oder an den Haaren herbeigezogen ist.

Begleys Alter Ego, schließlich sind Schmidt und Begley ungefähr gleichen Jahrgangs und beides ehemalige Anwälte aus ähnlichem gesellschaftlichen Umfeld, wird im zweiten Roman sympathischer als im ersten. Er findet (möglicherweise temporäre) Klarheit in seinen Beziehungen zu Charlotte und Carrie und er bekommt die Chance, in einer anspruchsvollen Tätigkeit als Vorsitzender einer Stiftung zu beweisen, was er noch kann.

Das Buch ist so aufgebaut und endet so, als arbeite Begley an einem dritten Roman über Albert Schmidt. Beendet ist das Leben Schmidties mit diesem Buch auf jeden Fall noch nicht. Vielleicht möchte Begley mit Schmidt ein Pendant zu Updikes Harry Rabbit Angstrom schaffen.

Ich bewundere jedenfalls einen Schriftsteller wie Begley, der mit knapp sechzig Jahren seinen ersten Roman, „Lügen in Zeiten des Krieges", veröffentlicht hat. In einem Alter, in dem andere sich endgütig zur Ruhe setzen und auf das Ende warten, schafft Begley in wenigen Jahren ein Werk, das ihn zu den angesehensten Autoren der amerikanischen Gegenwartsliteratur macht. Chapeau, Mister Begley.

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Günter Nawe "Herodot" TOP 100 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Taschenbuch
Wir begrüßen einen guten alten Bekannten: Albert Schmidt, Hauptfigur in Louis Begleys Roman "Schmidt" (1997). Wir haben ihn damals verlassen, als Edelrentner mit viel Geld und mit einer sehr jungen Geliebten. Wir treffen ihn in Begleys Roman "Schmidts Bewährung" wieder. Der pensionierte New Yorker Anwalt lebt mit der jungen Puertoricanerin Carrie ein abgeschiedenes Leben auf Long Island. Und zum ersten Mal seit dem Tod seiner Frau empfindet er so etwas wie Glück.

Louis Begley beschreibt Seelenlage und äußere Befindlichkeiten seines Helden Schmidtie mit viel Witz und Ironie, mit der Weisheit des Alters und mit distanzierter Zuneigung. Selbst ein seinerzeit erfolgreicher Anwalt, Jahrgang 1933, begann Begley erst nach seiner Pensionierung zu schreiben. Und legte gleich einen fulminanten Start hin. Mit "Lügen in den Zeiten des Krieges" (1994) erregte er sofort internationales Aufsehen. Und auch die folgenden Romane wiesen den spätberufenen Autor als brillanten Schriftsteller aus.

Der alte Mann und das Mädchen also, eine Liaison der besonderen Art. Und Schmidtie genießt diese Liebe. Natürlich muss er befürchten, dass dieses kleine Glück nicht von Dauer ist. Aber davon will Schmidtie erst etwas wissen, wenn es soweit ist. Und das soll nicht auf sich warten lassen. Carrie verliebt sich in einen anderen Mann. Aus dem Liebhaber wird ein väterlicher Freund, was Schmidtie keineswegs beruhigt. Unruhe in das Rentnerdasein bringt auch seine Tochter Charlotte. Konfliktfrei war dieses Vater-Kind-Verhältnis nie. Jetzt steht sie vor der Tür und will Geld. Ihre Ehe mit des Vaters früheren Kanzleikollegen ist scheitert. Mit einer dubiosen Geschäftsidee will sie sich selbständig machen. Schmidt ist hin- und hergerissen zwischen nüchterner Überlegung und väterlicher Zuneigung.

Geliebte und Tochter - Verwirrung und Ratlosigkeit machen sich breit. Da findet Schmidtie in dem geheimnisvollen Ägypter Mansour einen mehr als ungewöhnlichen Verbündeten. Reich und mächtig und unabhängig ist er in der Lage, Schmidtie nicht nur Freundschaft zu bezeigen. Er macht ihm auch ein verlockendes und äußerst lukratives Angebot, dass Schmidt vor neue und interessante Aufgabe stellt. Ende gut, alles gut. Schmidtie findet sich mit dem Verlust der jungen Geliebten ab und findet auch den Weg zu seiner Tochter: "Machen wir einen Deal. Ich nehme dich, wie du bist, und du nimmst mich, wie ich bin".

Begley erzählt spannend und mit leichter Hand von den Bewährungsproben des Lebens, die Schmidt zu bestehen hat. Er spricht von Nähe und Distanz, von den Illusionen der Jugend und der oft schwer erkämpften Weisheit des Alters, von Liebe und Verlust. Und dies auf unnachahmliche Weise.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schmidts Bewährung 21. Januar 2012
Von rubynagel
Format:Taschenbuch|Von Amazon bestätigter Kauf
Das Buch ist supergut erhalten,. die Lieferung war pünktlich, ich bin sehr zufrieden. Es ist alle so, wie in der Beschreibung angegeben.
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