Das Spielprinzip ist recht einfach. Es geht darum, Kartenstapel mit Karten einer Farbe von 1 bis 10 zu bilden. Das schwierige daran: beim Aufbauen der Stapel sind alle Spieler gleichzeitig beteiligt, denn "Runden" wie bei anderen Spielen gibt es nicht. Wer also nicht schnell genug ist, bleibt auf seinen Karten liegen.
Ich habe das Spiel zum ersten Mal mit sechs Spielern gespielt und es hat nach anfänglicher Skepsis allen sehr viel Spaß gemacht, vor allem wenn man auch als Anfänger einige Male die Chance bekommt, ein Spiel zu gewinnen. Die verschiedenen Ausgaben (rot, grün, blau) können miteinander kombiniert werden, so dass bis zu 12 Spieler mitspielen können. Allerdings wird Ligretto dadurch recht unübersichtlich. Ein Spiel ist nämlich schneller vorbei, als man denkt. Länger als ein paar Minuten dauert es in der Regel nicht.
Schön an Ligretto: es kommt nicht darauf an, wer am häufigsten gewinnt, sondern es zählt auch, wie viele Karten (bzw. der Wert der Karten) bei einem Spiel übrig geblieben sind. Es kann am Ende (wenn die Spieler keine Lust mehr haben) beim Zusammenzählen der Punkte also durchaus jemand gewinnen, der bei den einzelnen Spielen nicht so oft gewonnen, aber insgesamt immer gut mitgespielt hat.
Bei der Hektik können durchaus die Karten darunter leiden, insofern ist die Haltbarkeit nur mittelmäßig, aber das ist bei vielen Kartenspielen der Fall.
Ligretto ist ein schnelles und unterhaltsames Spiel für Zwischendurch, dass eine Gruppe aber durchaus sehr lange beschäftigen kann. Ein Spiel ist zwar sehr kurz, aber das erhöht die Chance, das jeder mal gewinnt. Daher kann ich Ligretto jedem sehr empfehlen.