Neugierig geworden von Janas Negativkritik habe ich mir das Buch gekauft und mich auf einen autobiografischen Roman über Ver- und Entpuppung einer Suchenden gefreut. Es beginnt spannend mit dem Fund eines Kokons und bleibt dann aber leider in einem collagenartigen Sammelsurium rund ums Warten stecken und scheint mir da nicht weiterzugehen. Vielleicht geht es ja genau darum, ein Buch zu lesen und automatisch in eine Wartehaltung zu kommen. Ich persönlich habe das Warten für mich schon entdeckt, bzw das Wachsenlassen. Mir scheint, dieses Buch, das weder Autobiografie noch Roman ist, könnte Menschen gefallen, die zu diesem Thema bislang keinen Zugang hatten, denen die Beleuchtung des Wartens von allen Seiten (viele viele viele Bibel-Zitate (für Nichtchristen wird das auf Dauer anstrengend), viele andere Zitate, mit ein bisschen weniger Rahmenhandlung könnte es eigentlich in Richtung Aphorismensammlung gehen, woran ja nichts verkehrt ist, wenn man's denn mag). Letztendlich finde ich das Buch enttäuschend flach. Ich persönlich guck stattdessen lieber an die leere Wand oder schreibe selbst über meinen Zustand im Warten...