Wer dieses Buch liest, verlangt nach mehr Willi Heinrich.
Erzählt wird die Geschichte eines 56-jährigen, verheirateten Mannes, Vater zweier erwachsener Söhne, der sich in ein 20-jähriges Mädchen verliebt.
Damit ist eigentlich alles gesagt! An dieser Stelle kann sich jeder denken, welche Konflikte nun ausgetragen werden.
Einerseits Karl, der bis dato mit beiden Beinen fest im Leben stand und nun ins Schwanken gerät, da er sich entscheiden muß. Andererseits Cilly, die noch viel zu jung ist, um sich der Konsequenzen ihrer Liebe bewußt zu werden.
Dabei werden Familie und Freunde beider nicht außer acht gelassen, sondern sind für die Entscheidungsfindung von unbedingter Notwendigkeit.
Warum verliebt sich ein seit Jahren verheirateter Mann, der seine Frau noch liebt, in einer andere Frau? Kann ein 20-jähriges Mädchen wirklich einen Mann lieben, der ihr Vater sein könnte? Wie reagieren die Menschen, die durch diese Liebe vor den Kopf gestoßen werden?
Wen das interessiert, kommt voll auf seine Kosten.
Aber auch derjenige, der sich damit noch nie beschäftigt hat, wird zum Nachdenken angeregt.
Willi Heinrich wählt seine Worte so, daß man sich bildlich in die jeweiligen Situationen des Romans hineinversetzen kann. Dadurch ist man geneigt, selbst den Beteiligten die Meinung sagen zu wollen: Zu Cilly: "Denk doch nicht nur an Dich!" und zu Karl: "Wie kannst Du so etwas tun?".
Wer liebt, wird seinen Mitmenschen gegenüber egoistisch, was Willi Heinrich sehr gut in Szene gesetzt hat, weshalb der Roman so gefällt.
Alles in allem:
Ein sehr realistischer und vor allem leidenschaftlicher Roman, der mehr von Gedanken und Gefühlen, als von Handlungen lebt.