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Der visionäre Film basiert auf der 1997 erschienenen Autobiografie von Jean-Dominique Bauby, der 10 Tage nach Veröffentlichung des Buches an einer Lungenentzündung starb. Wie es Bauby, exzellent verkörpert von Bond-Bösewicht Mathieu Amalric, gelingt, mittels seiner Vorstellungskraft aus dem Gefängnis seines Körpers auszubrechen, ist nicht zuletzt eine visuelle Meisterleistung des Kameramanns Janusz Kaminski (Schindlers Liste). In ausdrucksstarken Bildern verleiht er Baubys Ausflügen in die grenzenlose Welt seiner Phantasie und der Vergangenheit seines bisherigen Lebens eine träumerische Leichtigkeit, die dem Film viel von seiner dramatischen Schwere nimmt und Kaminski – ebenso wie Regisseur Julian Schnabel – eine Oscar-Nominierung einbrachte. Schnabel (Before Night Falls) zeigt einen Großteil des Films aus Baubys Perspektive, was gerade zu Beginn nicht immer einfach ist, aber die unglaubliche Kraft des menschlichen Bewusstseins deutlich macht. Schmetterling und Taucherglocke ist eine bewegende und dennoch völlig klischeefreie Liebeserklärung an das Leben. Ein sensibler, nachdenklicher, aber auch überraschend humorvoller Film über das Leben, die Liebe und die Bedeutung des Menschseins. Großartig! -- Birgit Schwenger
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Beflügelnd und tiefgehend ' Schmetterling und Taucherglocke eben.,
Von KK "KK" (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Schmetterling und Taucherglocke (Limited Edition) (DVD)
Wie, bitteschön, soll ein Film über einen Mann, der von Kopf bis Fuß gelähmt ist, sich nicht bewegen, nicht essen, nicht sprechen kann, ein Film der noch dazu auf einer wahren Begebenheit beruht, Mut machen und eine Liebeserklärung an das Leben sein? Einzig sein linkes Auge gehorcht dem Gehirn, wo das Leben gefangen gehalten wird, und dessen Macht über den Körper verloren ging. Ein ewiger Horrorfilm, oder nicht? Es erschien seltsam, dass Filmkritiker darin so viel Positives finden konnten. Schmetterling und Taucherglocke. Ich war verwirrt und gespannt.Der New Yorker Maler und Regisseur Julian Schnabel verfilmte den gleichnamigen autobiografischen Roman des ehemaligen "Elle"-Chefredakteurs Jean-Dominique Bauby ohne Klischees. Und eigentlich sollte es ein Werk über die weibliche Rache werden, doch es kam anders. Gefangen in einer Taucherglocke bekommt Bauby vom Verlag eine Übersetzerin zur Seite gestellt, der er seine Memoiren diktiert. Ein Zwinkerkommunikationssystem zur Verständigung ist bald gefunden - denn das, was sich in der Taucherglocke bewegen lässt, ist sein linkes Auge. "Ich will sterben" ist der erste Satz, den Bauby mittels dieses einzigartigen Systems hervorbringt. Doch Jean-Do überlegt es sich schließlich anders und entdeckt, dass zwei weitere Aspekte seines Menschseins nicht gelähmt sind - seine Fantasie und sein Gedächtnis. Erst ab diesem Zeitpunkt sieht man Jean-Dominique Bauby auch als Person - der Blickwinkel wechselt. Waren zu Beginn des Films verschwommene, wirre Bilder aus der Perspektive des lebenden Auges vorherrschend, wird man nun wie durch einen Sog in eine Welt von Bildern gezogen, die durch ihre Gewalt und zugleich ihre Zärtlichkeit überwältigend sind. Jean-Do reist mit uns durch Erinnerungen und erfindet seine eigenen Welten. Er schlürft sinn-lich mit seiner bezaubernden Übersetzerin Austern in einem Nobelrestaurant während in der Realität künstliche Nahrung durch die angehängten Schläuche langsam seinen Magen füllt. Der Film thematisiert das Finden und Erfinden von Möglichkeiten. Bauby, der seinen Kindern nie wieder durchs Haar streichen wird können, der erfüllt von Trauer über diese Tatsache ist. Der sich aber auch denkt, dass ein kaputter Vater besser als gar keiner ist. Ein Vater, der immerhin mit seinen Kindern das "Galgenspiel" (das mit den Buchstaben!) spielen kann. Was hier entstanden ist, fühlt sich letztlich an wie das Gegenteil von Rache. Ein großartiges Vermächtnis über die Versöhnung mit dem Schicksal. Mehr noch als das - es ist tatsächlich eine wunderschöne Liebeserklärung an das Leben. Ein Leben, das intensiver nicht sein könnte. Voller Träume, Erinnerungen, Sehnsüchte und Selbstironie und dabei so gar nicht kitschig. Ein Film, der sich schwer in Worte fassen lässt, den man spüren muss. Der die Frage "Und, wie hast du den Film gefunden?" am Ende unnötig macht. Der erstmal sprachlos macht. Bei dem der nüchterne Ausdruck "Ressourcenorientierung" absolut nichts verloren haben, obwohl mir kein besseres Beispiel dafür einfällt, das eindrücklicher zeigt, was dieser Begriff eigentlich bedeuten kann. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
43 von 46 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein Film vom Glück lebendig zu sein!,
Rezension bezieht sich auf: Schmetterling und Taucherglocke (Limited Edition) (DVD)
Ein Film, der sich vor allem um die Liebe dreht, um das Leben, um das Glück, vom Glück lebendig zu sein. Er beschäftigt sich mit scheinbar ganz einfachen, elementaren Dingen: mit dem Sehen, dem Hören, dem Erzählen, dem Wahrnehmen der Welt um sich herum, mit Menschen, mit Männern und Frauen, mit Räumen, mit Landschaften, mit Erinnerungen, mit Geschichten, mit Ängsten und mit Freuden.Und immer wieder geht es um die Liebe; um die Liebe zwischen Männern und Frauen, um die Liebe in der Ehe und die Liebe ohne Ehe, um die Frauen im Leben der Hauptfigur und um die ganz besondere Liebe zwischen Eltern und Kindern. All diese Erfahrungen beschreibt der Film mit großer Offenheit, mit fast kindlich unschuldigem Staunen, so wie jemand wahrnehmen würde, der alles zum ersten Mal erlebt, der die Welt entdeckt, sich selbst, seine Umgebung, seine Grenzen, seine unendlichen Möglichkeiten. Aber er erzählt all dies auch aus einer ganz besonderen, radikalen Perspektive: aus der Sicht eines kranken Menschen. Und es gelingt dem Film, aus einer Leidensgeschichte, aus einem Unglück, aus einer persönlichen Katastrophe eine ungeheuer berührende, versöhnliche, hoffnungsvolle Hymne an das Leben und an die Liebe zu machen. Das erreicht er, indem er die Zuschauer mit auf eine berührende Reise nimmt, indem er die Welt zunächst nur über die Augen und die Ohren des Verunglückten darstellt und diese Eindrücke erst nach und nach mit Erinnerungen, Fantasien und Rückblenden ergänzt. Durch diese Darstellungsweise finden die Zuschauer zusammen mit der Hauptfigur zu einer zunächst als schmerzhaft begrenzt empfundenen, aber bald umso intensiveren, offeneren, sensibleren Wahrnehmung ihrer selbst und ihrer Umgebung. Dieser Film stellt radikale und grundsätzliche Fragen, eröffnet mit verstörender Emotionalität und Sinnlichkeit die Chance, nicht nur mit dem Betroffenen unmittelbar mitzufühlen, sondern darüber hinaus das eigene, vermeintlich so sichere, so erklärbare, so vorhersehbare und doch oft so oberflächliche und flüchtige Bild von sich selbst, den anderen und der Welt insgesamt zu überdenken und womöglich zu ändern. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Gefangen im eigenen Körper,
Rezension bezieht sich auf: Schmetterling und Taucherglocke (DVD)
Eine Frau blickt konzentriert in die Kamera. In der Hand hält sie eine Tafel, auf der die Buchstaben des Alphabets nach der Häufigkeit des Vorkommens im französischen Sprachgebrauch abgebildet sind. Sie buchstabiert das Alphabet herunter und stoppt genau bei dem Buchstaben, bei dem die Kamera einen Wimpernschlag suggerierend ganz kurz abblendet. Sie wiederholt den Vorgang bis sich ein Wort ergibt. Diese Form der Kommunikation ist Jean Dominique Baubys einziges Fenster zur Außenwelt, durch das der Zuschauer aus der Sicht der subjektiven Kamera mit Bauby zusammen ebenfalls hindurchsieht. Der gefeierte Chefredakteur des Modemagazins Elle ist mit nur 42 Jahren durch einen Schlaganfall fast vollständig gelähmt. Er leidet am Locked-In-Syndrom und kann nur noch sein linkes Augenlid bewegen. Der ehrgeizige Zyniker, dem beruflich bis dahin alles gelungen war, lernt in den endlosen Wiederholungen der Abläufe im Krankenhaus was Verzweiflung ist. Baubys Stimme aus dem Off gibt seinen inneren Monolog wieder und begleitet frei von Selbstmitleid die langsame Wandlung seiner Lebenseinstellung. Metaphorische Bilder wie das Versinken eines Mannes im Wasser in einer Taucherglocke oder das Abrutschen eines riesigen Eisgletschers imaginieren die Hilflosigkeit Baubys, der gefangen in seinem reglosen Körper und abgeschnitten von der Außenwelt der Unabwendbarkeit des Schicksals ins Auge blickt. Es bleiben ihm nur noch die Fantasie und eigene Erinnerungen an die Zeiten jenseits der Lähmung, um dieser Taucherglocke zu entkommen. In dieser hilflosen Lage wird ihm in einer Sammlung aus Gedanken sein bisheriges Leben als Anreihung von Misserfolgen bewusst: Die Frau, die er nicht lieben konnte. Chancen, die er nicht wahrnahm. Glücksmomente, die er sich entgehen ließ. Manchmal bedarf es eines Unglücks, um sich seiner wahren Natur bewusst zu werden. Was ihm jetzt noch bleibt, ist mit dem verbliebenen Auge reden zu lernen, um mit mühseligem und gezieltem Blinzeln seine Memoiren für die Nachwelt zu diktieren.Die wahre Geschichte Baubys hört sich an wie der Stoff zu einem düsteren Melodram. Der Film ist jedoch alles andere als plakatives und sentimentales Betroffenheitskino. Raffiniert und scharfsinnig zieht Regisseur Julian Schnabel den Zuschauer in sarkastischen und ironischen Monologen aus dem Off in Baubys spontane und geistreiche Gedankenwelt, die im ersten Teil des Films fast ausschließlich aus der subjektiven Ich-Perspektive geschildert wird. Janusz Kaminskis visionäre Kameraführung ermöglicht dabei eine vollständige Identifikation mit Bauby. Die zwei gutaussehenden und engagierten Therapeutinnen schlagen als ironisches Bindeglied die Brücke zu den Frauengeschichten seiner Vergangenheit. In der zweiten Hälfte des Films wechselt die Erzählposition dann zunehmend in die äußere Objektivierung des Protagonisten. Der Handlungsstrang in der Klinik wird immer wieder von einem traumhaft komponierten Kaleidoskop aus Baubys Fantasie durchbrochen. Es sind Sequenzen, die symbolisch den freien Geist assoziieren und dessen Trennung von dem an Schläuchen gebundenen gelähmten Körper, in dem Bauby hilflos gefangen ist. Anekdoten aus der Vergangenheit bebildern die liebevolle Vater-Sohn-Beziehung und das Verlassen seiner Familie für eine Geliebte, die ihn in seiner jetzigen Situation nicht einmal besuchen will. Im kontrastreichen Wechsel stellt Schnabel in dieser Hymne auf die Menschlichkeit die Vergangenheit des oberflächlichen Medienzars seiner qualvollen und eingeschränkten Gegenwart gegenüber. Bauby wird exzellent von Mathieu Amalric verkörpert. In Nebenrollen sind Max von Sydow und Emmanuelle Seigner zu sehen. Auszeichnungen für die beste Regie verdiente sich der Film 2008 bei den Golden Globes und bei den Filmfestspielen in Cannes. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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