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Schmetterling und Taucherglocke
 
 
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Schmetterling und Taucherglocke [Gebundene Ausgabe]

Jean-Dominique Bauby
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 130 Seiten
  • Verlag: Zsolnay (15. Juni 1997)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3552048693
  • ISBN-13: 978-3552048690
  • Größe und/oder Gewicht: 21,1 x 13,4 x 1,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 56.796 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Jean-Dominique Bauby
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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Morsezeichen aus der Hölle

Jean-Dominique Baubys erschütternder Bericht

Spätestens seit Fritz Zorns «Mars» und Hervé Guiberts Krankenhausjournal «Cytomégalovirus» kennt man jene erschütternden Dokumente über tödlich verlaufende Krankheiten, die durch ihre Niederschrift gleichsam zu letzten Reflexen der eigenen Auflösung wurden; das Buch von Jean-Dominique Bauby, «Schmetterling und Taucherglocke», gehört zu dieser Gattung, zeichnet sich aber zusätzlich durch sein äussert ungewöhnliches Zustandekommen aus.

Ein Gehirnschlag beendete Ende letzten Jahres das alltägliche, das «normale» Leben des vierundvierzigjährigen Jean-Dominique Bauby, der bis dahin Chefredaktor der Zeitschrift «Elle» war und von da an nur noch vier Monate zu leben hatte. Bauby nutzte seine Zeit, um alles, was ihn bewegte, zu Papier zu bringen. Doch er selber sollte dazu gar nicht mehr in der Lage sein, war er doch vollständig gelähmt und dazu verdammt, nur noch mit dem linken Auge zu blinzeln. Das rechte Auge wurde ihm wegen der Gefahr der Geschwürbildung zugenäht. Mittels eines Spezialalphabets, das sich an der Häufigkeit der Vokale und Konsonanten im Französischen orientierte, diktierte er der Lektorin Claude Mendibil fortan alles, was ihn bewegte – mittels Lidschlag: Aus seiner abgeschirmten Taucherglocke heraus funkte bzw. blinzelte er auf diese Weise empfindsame letzte Nachrichten an eine Welt, die für ihn schon unerreichbar weit weg war.

Bemerkenswert sind nun aber nicht nur die sisyphushaften Produktionsbedingungen dieses Buches, sondern seine unbestreitbar hohen literarischen Qualitäten, seine Poesie und sein Witz. Bei aller Tragik, bei aller Erschütterung, die den Leser anrühren muss, ist «Schmetterling und Taucherglocke» auch eine höchst luzide Auseinandersetzung mit dem eigenen, vermeintlich eingeschränkten Sehen. Dabei kommt es zu keiner perspektivischen oder irgendwie mitleidheischenden Verengung auf das persönliche Leid. Bauby versucht im Gegenteil, seine Wahrnehmung zu schärfen, ist hochempfindlich gegenüber den Abläufen in seiner Umgebung, ortet in bitterbösen Kommentaren die inhumanen Reflexe des in Routine erstarrten Krankenhauspersonals mit seinem unausgesprochenen Kasten- und Segregationsdenken. Und selbst in der introspektiven Aufbereitung seiner Vergangenheit, die er benutzt, um den Schock des «Andersseins» zu begreifen, überantwortet er sich keiner nostalgischen Weinerlichkeit, sondern zeigt das, was er die «Asche seiner Erinnerung» nennt, als einen Auflöseprozess, der ihn zu eher staunenden Erläuterungen veranlasst.

Ein – wegen der ganzen Umstände – sehr trauriges Buch ist dabei herausgekommen, gewiss, aber es ist auch eins, das einem die unglaublich dehnbaren Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit vor Augen führt. Dieses Buch ist ein Geschenk.

Thomas Laux

Kurzbeschreibung

Er war 43 Jahre alt, Vater zweier Kinder und ein erfolgreicher Redakteur, als ihn am 8. Dezember 1995 ein Gehirnschlag all seiner bisherigen Lebensmöglichkeiten beraubte. Fünfzehn Monate später beendete er ein Buch, das er allein mit dem Blinzeln seines linken Augenlids - die einzige verbleibende Verständigungsmöglichkeit - diktiert hatte. Es ist ein einzigartiges Dokument, ein Akt der Selbstbehauptung des Geistes angesichts der totalen physischen Niederlage. Die Krankheit hat Bauby zu einem Schriftsteller gemacht, der mit bewunderswertem Humor seine Situation analysiert. Ein erschütterndes Selbstzeugnis, ein einzigartiges Stück Literatur und ein Buch, das Mut macht zum Leben.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Ein Könner war am Werk 15. Februar 2012
Von Wauwau
Format:Taschenbuch
Das Buch ist nicht nur inhaltlich, sondern auch sprachlich/ literarisch sehr wertvoll. Vermutlich bedingt durch seine Situation besteht das Buch aus vielen einzelnen, kurzen Kapiteln. Besonders wertvoll, weil nicht nur LIS-Patienten, sondern alle Menschen, welche der Hilfe durch Dritte bedürfen, ähnlliche Erfahrungen machen. Das sensibilisiert hoffentlich die Helfenden.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von sabatayn76 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Inhalt:
Im Alter von 43 Jahren erlitt Jean-Dominique Bauby, Chefredakteur der 'Elle', einen Hirnstamm-Infarkt, woraufhin er vollständig gelähmt war, nicht sprechen und nur durch Blinzeln mit seiner Umwelt interagieren konnte.
'Schmetterling und Taucherglocke' wurde von Bauby mit seinem linken Augenlid diktiert. Bauby starb nur wenige Tage nach der Erstveröffentlichung in Frankreich an Herzversagen.

Mein Eindruck:
Bauby erzählt voller Sarkasmus und Galgenhumor von seinem Leben vor und nach seinem Stammhirn-Infarkt. Bisweilen möchte man lachen ob seines Wortwitzes, doch bleibt einem das Lachen sofort im Halse stecken. Seine Sicht der Dinge ist gnadenlos und trifft ins Schwarze. Dies wirkt sicherlich für viele verstörend, ist meiner Meinung nach jedoch absolut authentisch.
Ich habe bereits mit Locked-in-Patienten gearbeitet und finde den Perspektivenwechsel, den Bauby bietet, spannend und zugleich erschütternd. Dinge bekommen eine völlig neue Wertigkeit. Als besonders einprägsam empfand ich die Situation, als Bauby zum ersten Mal in einen Rollstuhl mobilisiert wurde - etwas, von dem man glaubt, dass es der Patient selbst als Fortschritt erlebt, dass er froh ist, dass er das Bett verlassen kann, dass man ihm einen Gefallen tut. Bauby sagt dazu: 'Vom bloß Kranken war ich zum Behinderten geworden.' und '['] aber ich bin ruhig geblieben, ganz damit beschäftigt, die brutale Abwertung meiner Zukunftsperspektive zu ermessen.'.
Ich empfinde Baubys Buch als hochgradig emotional, obwohl einige Rezensenten die Emotionslosigkeit bemängelten. Bauby ist wütend, enttäuscht, verzweifelt, trauert um sein verlorenes Leben, weint diskret.

Mein Resümee:
Ein erschütterndes und bewegendes Zeugnis eines Patienten mit Locked-in-Syndrom.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
sehr ergreifend 6. Oktober 2011
Format:Taschenbuch
ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen. Es war sehr ergreifend und hat zum nachdenken angeregt.
Beim lesen kommt es dazu selbst über sich und seine Wünsche die man vor sich herschiebt nachzudenken, nichtgesagtes, nichtgetanes....
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