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Schmetterling und Taucherglocke
 
 

Schmetterling und Taucherglocke (Taschenbuch)

von Jean-Dominique Bauby (Autor)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag; Auflage: Sonderausgabe. (1. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 342308393X
  • ISBN-13: 978-3423083935
  • Originaltitel: Le scaphandre et le papillon
  • Größe und/oder Gewicht: 19 x 12 x 1 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
  • Amazon.de Verkaufsrang: Nr. 2.624 in Bücher (Die Bestseller Bücher)

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Produktbeschreibungen

Neue Zürcher Zeitung

Morsezeichen aus der Hölle

Jean-Dominique Baubys erschütternder Bericht

Spätestens seit Fritz Zorns «Mars» und Hervé Guiberts Krankenhausjournal «Cytomégalovirus» kennt man jene erschütternden Dokumente über tödlich verlaufende Krankheiten, die durch ihre Niederschrift gleichsam zu letzten Reflexen der eigenen Auflösung wurden; das Buch von Jean-Dominique Bauby, «Schmetterling und Taucherglocke», gehört zu dieser Gattung, zeichnet sich aber zusätzlich durch sein äussert ungewöhnliches Zustandekommen aus.

Ein Gehirnschlag beendete Ende letzten Jahres das alltägliche, das «normale» Leben des vierundvierzigjährigen Jean-Dominique Bauby, der bis dahin Chefredaktor der Zeitschrift «Elle» war und von da an nur noch vier Monate zu leben hatte. Bauby nutzte seine Zeit, um alles, was ihn bewegte, zu Papier zu bringen. Doch er selber sollte dazu gar nicht mehr in der Lage sein, war er doch vollständig gelähmt und dazu verdammt, nur noch mit dem linken Auge zu blinzeln. Das rechte Auge wurde ihm wegen der Gefahr der Geschwürbildung zugenäht. Mittels eines Spezialalphabets, das sich an der Häufigkeit der Vokale und Konsonanten im Französischen orientierte, diktierte er der Lektorin Claude Mendibil fortan alles, was ihn bewegte – mittels Lidschlag: Aus seiner abgeschirmten Taucherglocke heraus funkte bzw. blinzelte er auf diese Weise empfindsame letzte Nachrichten an eine Welt, die für ihn schon unerreichbar weit weg war.

Bemerkenswert sind nun aber nicht nur die sisyphushaften Produktionsbedingungen dieses Buches, sondern seine unbestreitbar hohen literarischen Qualitäten, seine Poesie und sein Witz. Bei aller Tragik, bei aller Erschütterung, die den Leser anrühren muss, ist «Schmetterling und Taucherglocke» auch eine höchst luzide Auseinandersetzung mit dem eigenen, vermeintlich eingeschränkten Sehen. Dabei kommt es zu keiner perspektivischen oder irgendwie mitleidheischenden Verengung auf das persönliche Leid. Bauby versucht im Gegenteil, seine Wahrnehmung zu schärfen, ist hochempfindlich gegenüber den Abläufen in seiner Umgebung, ortet in bitterbösen Kommentaren die inhumanen Reflexe des in Routine erstarrten Krankenhauspersonals mit seinem unausgesprochenen Kasten- und Segregationsdenken. Und selbst in der introspektiven Aufbereitung seiner Vergangenheit, die er benutzt, um den Schock des «Andersseins» zu begreifen, überantwortet er sich keiner nostalgischen Weinerlichkeit, sondern zeigt das, was er die «Asche seiner Erinnerung» nennt, als einen Auflöseprozess, der ihn zu eher staunenden Erläuterungen veranlasst.

Ein – wegen der ganzen Umstände – sehr trauriges Buch ist dabei herausgekommen, gewiss, aber es ist auch eins, das einem die unglaublich dehnbaren Grenzen menschlicher Leistungsfähigkeit vor Augen führt. Dieses Buch ist ein Geschenk.

Thomas Laux -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .



Kurzbeschreibung

Der Autor dieser Autobiographie, Vater zweier Kinder, war Chefredakteur der Zeitschrift "Elle", als ihn ein Gehirnschlag all seiner bisherigen Lebensmöglichkeiten beraubte. Er blieb, 43 Jahre alt, vollständig gelähmt. Allein mit dem Zwinkern eines Augenlides gelang es ihm, sich mit seiner Sekretärin zu verständigen, der er auf diese Weise sein Buch diktierte. Sein Lebensmut und sein Humor lassen keinen Leser unberührt. Es wird deutlich, was es heißt, äußerlich völlig erstarrt, doch geistig ganz auf der Höhe zu sein. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Eine sehr menschliche Tragödie, 13. Mai 2008
Natürlich lebt das Buch vom Schicksal des Autors. Schon dieses ist so außergewöhnlich, dass es per se fesselt. Aber, und das ist das Bemerkenswerte an diesem Buch, es lebt auch von der Art und Weise wie es geschrieben ist. Gut platziert finden sich orginelle Formulierungen, aussagekräftige Bilder und treffende Methapern.

Trotz der Schwere des Stoffes - der menschliche Geist (Schmetterling) eingeschlossen in einem fast leblosen Korper (Taucherglocke) wird der Stil von einer Leichtigkeit getragen, so dass es nicht schwer fällt, das Buch in einem Stück zu lesen. Dazu trägt auch die wohldosierte Ironie bei, mit der Betroffene seine aussichtslose Lage erträglicher macht.

Der Aufbaus des Buches ist in Form einer Aneinanderreihung von Episoden gestaltet. Einzelne Episoden beschreiben Alltagssituationen im Krankenhaus und andere behandeln Träume, Wünsche und Vorstellungen, die der fantasievolle und frei herumfliegende Gesit, losgelöst von der körperlichen Hülle, hervorbringt.

Ich glaube nicht, dass das Buch, nach rein literarischen Maßstäben, auf höchster Ebene anzuordnen ist. Aber es es ist ein Buch, welches bewegt, welches betroffen macht und zum Nachdenken anregt. Es verdeutlicht unter anderem, welchen einmaligen und elementaren Stellenwert die menschliche Sprache hat. Es zeigt mit einer stillen und intensiven Dramatik, in welche bodenlose Isolation man gerät, wenn man aus der selbstverständlichen kommunikativen Vernetzung herausfällt und man nicht mal mehr fähig ist, Hilfe zu rufen.

Schmetterling und Taucherglocke ist ein sehr menschliches Buch. Der Autor bewegt sich auf einer hauchdünnen Ebene, die zwischen tiefster Verzweiflung und dem dunkelsten sprachlichen Nichts aufgehangen ist. Dass dieses Buch dennoch entstanden ist, ist auf das Vorleben des Autors zurück zu führen. Er war Redakteur und sein Intellekt und sein sprachliches Vermögen ist ihm durch seinen fast vollständig gelähmten Körper nicht abhanden gekommen. Ein lesenswertes Buch!
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen ein kleines Buch in dem so viel Kraft steckt, 3. November 2004
Von Melanie Kochs (Bretten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ca. 2 Jahre nachdem ich im Rollstuhl "gelandet" bin hat man mir dieses kleine Büchlein geschenkt. Und weil ich mich damals mit meiner Querschnittlähmung noch nicht abfinden wollte, blieb es erst mal unberührt, doch dann musste ich für einige Tage as Bett hüten und ich entschloss mich doch, es zumindest in die Hand zu nehmen....nach 3 Stunden war ich fertig..gut es hat nicht mein Leben verändert, aber zumindest hat es seinen kleinen Teil dazu beigetragen, dass ich mich besser mit meiner Situation auseinandersetzen konnte. Denn Monsier Bauby, der durch ein Locked-in-Syndrom gefangen in seinem eigenen Körper ist, zeigt das auch in einer solchen, eher menschenunwürdigen Situation, das Leben durchaus noch lebenswert ist.
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19 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen Ein bißchen von allem , 2. Dezember 2006
Bauby bricht sich selbst mit Humor, Ironie, manchmal Sarkasmus. Das tut gut und ist nicht rührselig. Es ist interessant zu lesen, wie jemand lebt (existiert?), von dem ich gemeinhin sagen würde: der hat kein Leben mehr. Nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Die Quintessenz meine ich hier entdeckt zu haben: "Das Heimweh nach einer entschwundenen Vergangenheit und vor allem die Reue über verpasste Gelegenheiten. Mithra-Grandchamp, das sind die Frauen, die man nicht geliebt hat, die Chancen, die man nicht ergriffen hat, die Glücksmomente, die man vorüberziehen ließ. Heute kommt es mir so vor, als werde mein ganzes Leben nur eine Verkettung solcher kleiner Fehlschläge gewesen."
Bauby bricht sich selber, um nicht zu brechen. Er klammert sich an das, was ihm bleibt, weil die Hoffnung, es könne besser werden, nicht stirbt. Im Grunde bereut er aber, und er ärgert sich. Das ist kein Vorwurf an den Autor oder das Buch. Das ist menschlich.
Jeder betrauert das, was er nicht getan hat, weil er zu feige war. Jeder lebt gerne im Was-wäre-wenn. Jeder imaginiert sich sein as if. Jeder schwelgt gerne in der Erinnerung an Gelebtes und Verpasstes. Und? Wenn ich abstrahiere, dass das Buch ein Mensch geschrieben hat, der locked in im Wortsinn war, bleibt nicht viel außer dem Normalen, das jeder von uns in sich trägt. Wir sollten mehr den Augenblick genießen, wir sollten das tun, was wir wollen (solange wir keinem schaden, ich weiß), wir sollten weniger bereuen ... In diesem Sinne ist jeder von uns (oder zumindest sind es sehr viele) locked in.
Gut? Schlecht? Mit Nachwirkungen? Tiefsinnigerer Zeitvertreib im Liegestuhl? Kommerz? Poesie? Ein bißchen von allem.
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