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Schmerznovelle [Taschenbuch]

Helmut Krausser
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

2. Mai 2002
Ein Mann, eine Frau - und eine Affäre gegen jede Vernunft. Im Titel klingt Arthur Schnitzlers «Traumnovelle» an: Ein außerordentliches Ereignis verändert das Leben eines Arztes. Er opfert seinen Urlaub in einem mondänen österreichischen Badeort, um die Persönlichkeitsspaltung der Johanna Maria Palm zu untersuchen, deren Mann unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen ist. Nach eigenem Verständnis führender Spezialist auf dem Gebiet sexueller Aberrationen, gerät der Arzt bald in den Bann von Johannas erotischer Ausstrahlung. Die rätselhafte, doch souveräne und überlegene Frau verunsichert den eitlen Narzissten so, dass er seinen medizinischen Ehrenkodex vergisst. Wird sie zu seiner Marionette oder er zu ihrer? Ist sie tiefer in das Ableben ihres Mannes verstrickt, als die Staatsanwaltschaft ahnt? Alles eskaliert und mündet in eine Tragödie.

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 144 Seiten
  • Verlag: rororo; Auflage: 4 (2. Mai 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3499232146
  • ISBN-13: 978-3499232145
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 354.702 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Produktbeschreibungen

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Helmut Kraussers Arbeit an der Schmerznovelle wird durch zahlreiche Tagebucheinträge dokumentiert. Diese belegen, dass der Autor sich bereits im Dezember 1999 intensiv mit dem Werk beschäftigt hat: Die Notizen oszillieren zwischen totaler Verzweiflung ("Habe nachts in Sachen Schmerznovelle total versagt", 8.12.1999) und beinahe grenzenlosem Optimismus ("Die Schmerznovelle könnte dein bestes Buch werden. Das Allerbeste", 9.12.1999). Krausser, der sich längst jenseits der Popliteratur in der deutschen Literaturszene etabliert hat, bezeichnet die Schmerznovelle als einen "Mysterythriller auf dem Gebiet der Psychopathia Sexualis, erweitert um essayistische Elemente", bei dem seine eigentliche Intention die Beschreibung des "schmalen Grats zwischen Erotik und Pornografie" ist.

Weil sich die schmale Novelle rasch zu einem spannenden Krimi entwickelt, sei vom Plot nur wenig verraten: Der Protagonist und Erzähler -- Wissenschaftler und Psychiater -- besucht in einem mondänen österreichischen Badeort seinen einstigen Doktorvater, der ihm von einem besonders interessanten Fall, dem Ehepaar Palm, erzählt. Nach und nach erarbeitet er sich die obsessive Geschichte des Paares -- bis er feststellt: Johanna Maria Palm und ihr Mann sind eine Person.

Doch was ist so fesselnd an dieser traumatischen Persönlichkeitsspaltung, die dem Leser als eine sexuell aufgeladene Novelle präsentiert wird? Zunächst steht für den Erzähler das wissenschaftliche Interesse im Vordergrund: Er ist Analytiker und -- wie vor ihm auch schon Max Frischs Homo Faber -- gewohnt, die "Dinge so zu sehen, wie sie sind", was sich in einer möglichst objektiven Erzählperspektive ausdrücken sollte. Jedoch: In dem Maße, in dem der Erzähler sich mit aufklärerischem Impetus dem Fall annimmt, desto mehr verfällt er der wahnsinnigen Aura der Johanna Maria Palm, ohne am Ende noch zu wissen, ob er sie als Heiland erlösen oder aber sich in den dunklen Abgründen ihrer Psyche verlieren will -- oder: ohne noch fähig zu sein, Wahn und Wirklichkeit voneinander zu unterscheiden und letztlich dazu beizutragen, den eigenen Verfall (als Protagonist und in der Folge als Erzähler) kontinuierlich voranzutreiben.

Wie bei Schnitzler in der Traumnovelle die Ehekrise, so dient hier die individuelle psychische Erkrankung der Protagonistin als Motor, das Verhältnis von faktischer und psychischer Wirklichkeit zu exemplifizieren. Und dies ist auf geradezu irritierende Weise gelungen. --Kristina Nenninger -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Pressestimmen

Ein Buch, nach dem man sich fühlt wie nach einer langen Nacht des Fremdgehens: verschwitzt, schuldig, erregt, delirös, betrunken, hungrig, erschöpft. Gratuliere zu dem bösen, wunden, verzaubernden Buch. Helmut Kraussers (Tom Tykwer)

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen der beste Helmut Krausser 6. Juli 2013
Von trebron
Format:Kindle Edition|Verifizierter Kauf
ein wahnsinns Schriftsteller sehr vielfältig und viel zu wenig bekannt - ein Meister der Deutschen Sprache. Sehr modern und schön
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen hanebüchene Aberrationen 27. Juli 2001
Format:Gebundene Ausgabe
Als eingefleischter Krausser-Fan bin ich von dieser Novelle sehr enttäuscht. Irgendetwas, was mich aus seinen anderen Büchern immer angesprungen und begeistert hat, ist hier nicht (mehr?) vorhanden. Kein grosser Erzählbogen wie in 'Melodien', keine glaubwürdige und einen heftigen Sog entwickelnde Tragödie wie in 'Thanatos' bloss lieblose, kleine Einträge und 'sexuelle Aberrationen', die mich überhaupt nicht aufregen oder berühren. Dass die Einträge kleine Mosaiksteinchen sind ergibt am Ende noch kein schönes Mosaik, höchstens Fetzen. Ich weiss, dass Krausser das viel besser kann, aber gerade die Romane, in denen es um psychologische Studien geht ('Der grosse Bagarozy' 'Schmerznovelle') sind seine schwächsten Texte. Vielleicht liegt das daran, dass Krausser immer beschreibend am besten ist (eine Landschaft, ein Szenario, Menschen) aber unglaubwürdig und teilweise hanebüchen wird, wenn er erklärt und Theorien abgibt über Charaktere oder eben diese 'Aberrationen'. Ohne Theorien käme er eleganter hin und ihm würde bestimmt ein literarischer Bogen einfallen, der diese Theorien überbrückte (zum Beispiel das Motiv Musik oder griechische Mythen...). Krausser hat in der neuen deutschen Literatur die allerschönsten Bücher geschrieben und ich hoffe, dass er in diese Richtung zurückfindet.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen tiefschwarz 26. Oktober 2003
Format:Taschenbuch
es ist klar, warum diese hochpoetische Novelle die Leserschaft
polarisiert. Hier geht es um einen gefuehlsverschlossenen Arzt, der eine Patientin missbraucht, um mit ihrer Hilfe wieder ins Leben zu finden, nachdem seine letzte grosse Liebe (Sonja- dieses Motiv wird nur mit einem Wort angedeutet) wohl ums Leben gekommen ist. Tatsaechlich findet ein gegenseitiger Missbrauch statt, in einer bizarren Menage a trois. Das ist kein Stoff fuer zarte Pflanzen, wer Erotik erwartet - nein, das ist kein erotischer Text und will es auch nicht sein. Dennoch ist es alles andere als ein chauvinistischer Text. Krausser sagt in jedem Buch die Wahrheit ueber Maenner und Frauen, wer souveraen genug ist, liebt ihn dafuer. Die anderen wenden sich mit Grausen. Auch wenn es selbst fuer jene schwer sein duerfte, dem rasenden Spanungssog dieser Obsessionsgeschichte zu entgehen.
Dieses Buch ist ein moderner Klassiker, gerade weil es immer Debatten ausloesen wird.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen �Das beste Krimipornomelodram aller Zeiten� 15. Mai 2005
Format:Taschenbuch
Wer sich als offener und vielseitig orientierter Leser versteht, schreckt vor nichts zurück, auch nicht vor zunächst irritierenden Rezensionen und Aussagen. Derer gibt es über Helmut Kraussers „Schmerznovelle" so einige: Während Rezensenten der Zeit und der Neuen Züricher Zeitung das Werk zerreißen und es sogar als „Albtraumnovelle" bezeichnet wird, meint Lutz Hagestedt in der SZ, Krausser sei „auf dem bisherigen Höhepunkt seiner Erzählkunst angekommen". Auf dem Einband findet sich ebenfalls eine lobende Bewertung - von Tom Tykwer, der Kraussers Schmerznovelle als „das beste Krimipornomelodram aller Zeiten" bezeichnet.
Nach nur wenigen Seiten wird klar, was zu solch einer ambivalenten Rezeption führt: Die Geschichte um einen Psychologen, der bei der Ausübung seines Berufs alle Grenzen des Arzt-Patient-Verhältnisses vergisst, ist gespickt von Sex und Gewalt in reinster Form. Ohne es zu realisieren, gerät der eigentlich verantwortungsbewusste Wissenschaftler in den rauschhaften Sog von Johanna Palm, seiner Patientin, die ihm ab ihrer ersten Begegnung keine ruhige Minute mehr lässt. Je mehr er die mysteriöse Frau kennen lernt, desto mehr wird er abhängig von ihr, mit fatalen Folgen ...
Geschickt schafft es Krausser durch seine parataktischen, kurzen, eindringlichen Sätze und seine klare Sprache den Rezipienten mit in den Sog zu ziehen, der seinen „Ich-Erzähler" ergriffen hat. Einmal in die Hand genommen, möchte man den Text kaum mehr bei Seite legen. Wie ein Spielball lässt man sich durch die Rückblenden und Vorausschauen mit dem Plot in die Vergangenheit und Zukunft befördern. Belohnt wird man mit einem alles andere als vorauszuahnenden Ende.
Kurzum: Wer Krausser die manchmal überzogenen pornographischen Elemente des Textes verzeiht, die anscheinend viele abschrecken, wird seine Freude an diesem Text haben.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwarze Flügel 2. Mai 2002
Format:Gebundene Ausgabe
Psychiater versucht, fragile Persönlichkeit zu heilen. Da er ein Mann ist und sie eine Frau und wir es hier mit Literatur zu tun haben, kommen beide nicht umhin, sich immer mehr ineinander zu verstricken. Gefangen in alten Mustern, zieht ihn vor allem an, was sie krank gemacht hat; sie tut alles, damit er sie noch kaputter macht. Die Kämpfe werden in halbdunklen, verhangenen Zimmern, düsteren Diskotheken und moderen Wohnungen ausgetragen -nicht immer sind beide liebenden Gegenspieler körperlich anwesend ... .
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Kontrollverlustes 7. Juni 2001
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Ein Psychiater, nicht nur nach eigenem Verständnis der in Deutschland führende Spezialist auf dem Gebiet sexueller Aberration, verliert die Distanz zu einem seiner Fälle. Die erotische Ausstrahlung seiner 'Patientin' Johanna Maria Palm läßt die Welt aus den Fugen geraten: das professionelle Selbstverständnis, der medizinische Ehrenkodex, die rationale Weltsicht - mit dem Fortschreiten des Geschehens wird alles fragwürdig. Der Psychiater gibt es schließlich auf, die persönlichkeitsgespaltene Johanna mittels psychiatrischer Systematiken zu sondieren. Die Rollenverteilung von <Arzt> und <Patientin> ist nicht länger haltbar: "Ich fühlte mich von Johanna infiziert, und anstatt mich zu wehren,begab ich mich nach und nach auf eine Ebene mit ihr. Was ich an ihr heilen wollte, bewunderte und beneidete ich auch."
Krausser erzählt diese Geschichte als Geschichte eines Kontrollverlustes. Der außer Kontrolle geratene Fall Palm bedingt eine zunehmende Distanz des Psychiaters zu seiner Profession und mündet - ohne den Ausgang vorwegnehmen zu wollen - in einer Katharsis. Realität und Fiktion müssen neu festgelegt werden: "Realität ist nur die nächstliegende Fiktion."
Kraussers "Krimipornomelodram" (Tykwer) entwickelt von Anfang an eine sogartige Wirkung. Während die atmosphärisch beklemmende, sexuell aufgeladene Erzählung stellenweise in ihrer pornographischen Inszenierung mißfällt, überwiegen die sprachlich gekonnten und inhaltlich fesselnden Momente. Ein düsteres, obsessives, krankes Buch.
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Die neuesten Kundenrezensionen
3.0 von 5 Sternen Uneinigkeit ist das eine, ...
Die "Schmerznovelle" scheint exemplarisch zu belegen, dass sprachliche Fantasie keineswegs bedeutet, unumstößliche, wortgewaltige und teilphilosophische Gebilde zu... Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von Mephitidas veröffentlicht
5.0 von 5 Sternen Danke
Den Artikel habe ich am nächsten Tag bekommen und er war wie neu!! Besser als das kann ich mir einen Einkauf bei Amazon nicht vorstellen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 16. Oktober 2011 von client de mayence
4.0 von 5 Sternen Interessant!
Zu erst einmal: Das ist kein Buch fuer Leute die auf Bluemchensex und langweilige Geschichten ohne Tiefe stehen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Oktober 2006 von Lauri Lauren
5.0 von 5 Sternen Es geht immer noch eine Stufe höher.
Immer wenn man denkt, dass kann nicht sein Ernst sein, geht Krausser noch einen Schritt weiter.
Bis es weh tut!
Sonst wäre es ja keine Schmerznovelle. Lesen Sie weiter...
Am 5. Januar 2002 veröffentlicht
4.0 von 5 Sternen fesselnd und abstoßend zugleich
Ein Spaziergang wird es nicht.
Eher eine Wanderung durch steiniges, unwegsames Gelände. Einem wunderschönen Ausblick in die Abgründe der menschlichen Seele. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 12. Oktober 2001 von Martin Köln
1.0 von 5 Sternen langweilig und nichtssagend
Der Autor agiert in einem luftleeren Raum. Wenn er überhaupt Position bezieht, dann diejenige einer subtilen Frauenverachtung, gespeist aus innerer Leere. Lesen Sie weiter...
Am 24. September 2001 veröffentlicht
3.0 von 5 Sternen krausser kanns besser
Als großer Fan von Kraussers Melodien und Thanatos hab ich mich sehr auf die Schmerznovelle gefreut, muß aber gestehen, daß ich diese Erzählung nur... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 25. Juni 2001 von Nina (chevall@gmx.de)
2.0 von 5 Sternen Flache Story
Wegen der recht guten Bewertung bei AMAZON habe ich dieses Buch gekauft - Entgegen anderen Rezensoren finde ich die Story an sich sehr flach und kann mich mit der sehr postiven... Lesen Sie weiter...
Am 14. Juni 2001 veröffentlicht
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