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Schmerzgrenze: Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt
 
 
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Schmerzgrenze: Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt [Gebundene Ausgabe]

Joachim Bauer
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (13 Kundenrezensionen)
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Produktinformation


Produktbeschreibungen

Pressestimmen

"Auch wenn Joachim Bauers Buch in seinen Zukunftsperspektiven nicht besonders erfreulich ist, so ist es doch ein echter Glücksfall. Es zeigt überzeugend: Es gibt keine Erbsünde namens "Aggressionstrieb"; der Mensch ist biologisch auf Gerechtigkeit geeicht; und das Wohlergehen des Nächsten ist auch unser Glück. Damit sich unsere Wahrnehmung für die Wurzeln der Aggression umpolen kann, reicht die Lektüre einer Rezension allerdings nicht. Deshalb wünsche ich der Schmerzgrenze grösste Verbreitung. Es liest sich leicht, bringt eine Fülle anschaulicher Experimente und ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend." (Christoph Pfluger, Zeitpunkt )

"Die Abschnitte des Buchs, in denen Joachim Bauer diese Mechanismen, die Funktionsweise des "Aggressionsapparats" ... erklärt, leuchten auch einem "Neurolaien" ein, dazu sind die Prozesse durch verständliche Abbildungen und Schemata illustriert. ... Sein Buch definiert und erklärt Aggression durchgängig plausibel. Dabei bleibt der Autor einer humanistischen Tradition verpflichtet. ... Argumentative Brillanz findet sich in seinen Ausführungen zur Funktion von Religion und Moral und zum sozialen Nutzen der Zerknirschung." (Joachim Kersten, Psychologie heute )

Kurzbeschreibung

Schmerz erzeugt Aggression. Doch die „Schmerzgrenze“ des Gehirns verläuft anders, als wir bisher dachten

Brutale Gewalt in aller Öffentlichkeit, Amokläufe an Schulen, tödliche ethnische Konflikte und Kriege um knapper werdende Ressourcen: Das Phänomen der Aggression wird immer bedrängender und macht uns Angst.

Der „Aggressionstrieb”, folgenreiche Erfindung von Sigmund Freud und Konrad Lorenz, erklärte die Gewalt zur unverrückbaren Konstante der menschlichen Natur. Joachim Bauer entlarvt den Mythos des Aggressionstriebes und liefert mit Schmerzgrenze eine Neukonzeption des Gewaltphänomens, die auf neuesten neurowissenschaftlichen Erkenntnissen beruht. Evolutionärer Zweck der Aggression ist, uns gegen die Zufügung von Schmerzen wehren zu können. Doch die Schmerzgrenze des Gehirns verläuft anders, als wir bisher dachten. Unser Gehirn bewertet Ausgrenzung und Demütigungen wie körperlichen Schmerz und reagiert deshalb auch darauf mit Aggression. Dies bedeutet: Aggression steht im Dienste der Verteidigung sozialer Bindungen.

Auch Armut bedeutet Ausgrenzung und Demütigung, zumal wenn sie sich im Angesicht von Reichtum ausbreitet. Wasser, Nahrung und Rohstoffe werden auf unserem Globus zur immer knapperen Ressource. Wenn wir das Problem der ungerechten Ressourcenverteilung nicht in den Griff bekommen, wird die Gewalt weltweit zunehmen und die menschliche Existenz bedrohen.

Joachim Bauers neues Buch „Schmerzgrenze” zeigt: Nur Fairness, Kooperation und ein neues Verständnis der Mechanismen der Gewalt können einen Weg aus der Aggressionsspirale weisen.



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22 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wann ist die Schmerzgrenze erreicht? Was erzeugt Aggression? Können wir alltägliche und globale Gewalt eingrenzen? Bedarf die Menschheit die Gleichheit aller? Welchen Zweck hat die Moral?

Schritt für Schritt löst der renommierte Freiburger Hirnforscher und Mediziner Prof. Dr. Joachim Bauer den Mythos des Aggressionstriebes von Sigmund Freud und Konrad Lorenz auf und legt dar, wie die moderne Hirnforschung uns verstehen helfen kann, nach welchen Regeln sich zwischenmenschliche Aggression entwickelt und wie das Phänomen Gewalt funktioniert.

Mit pädagogischem Geschick greift Bauer Erkenntnisse auf, erklärt, begründet, fasst zusammen und führt in das nächste Kapitel. Der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut ruft alle für die Gesellschaft Verantwortlichen auf - vor allem die Politik und die Pädagogen - die Erkenntnisse der modernen Neurowissenschaft zu nutzen. Die Zerrüttung einer Gesellschaft durch krasse Ungleichverteilung von Lebenschancen geht über die Bereiche Gewalt, Gesundheit und Bildung weit hinaus. Die wachsende Zahl psychisch erkrankter Personen und die Absenkung des Status alleinerziehender Frauen seien als Beispiel genannt.

Bauer betrachtet Aggression aus dem Blickwinkel ihrer evolutionären Entstehungsgeschichte und versteht Aggression als kommunikatives Signal, das anzeigt, dass ein nicht akzeptabler körperlicher oder sozialer Schmerz empfunden wird.

Bauer stellt dem Leser einen Handlungsleitfaden zur Verfügung: Lernen wir die Aggression als kommunikative Funktion des Aufmerksammachens kennen, damit sie sich nicht destruktiv zum Auslöser von Gewaltkreisläufen entwickelt! Schenken wir uns gegenseitig Vertrauen, ein wichtiger neurobiologischer Schutzfaktor, der die menschliche Gewaltbereitschaft vermindert! Gehen wir achtsam und wertschätzend miteinander um! Setzen wir uns für Chancengerechtigkeit ein - beginnend bei der Bildungsgerechtigkeit.

Der Neurobiologe hat mit "Schmerzgrenze" eine sehr interessant zu lesende Lektüre vorgelegt, die zum Nachdenken anregt und Phänomene wie Krieg, Terrorismus, Amoklauf als auch Mobbing, Bloßstellen, fehlende soziale Bindung und Zusammenhalt in einem neuen Licht erscheinen lassen. Die Inhalte sind portionsgerecht aufbereitet, werden immer wieder von einer anderen Seite beleuchtet und so dem Leser in hervorragender Weise näher gebracht. Die Einteilung in übersichtliche Kapitel erleichtert die Lesbarkeit.
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20 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Wer Bücher von Joachim Bauer kennt, der weiß, dass sie sich gut lesen. 'Schmerzgrenze ' Vom Ursprung alltäglicher und globaler Gewalt' liest sich aber im doppelten Sinn gut.
Der Erkenntnisgewinn geht weit über eine Beschreibung neurowissenschaftlicher Neuentdeckungen hinaus und lässt den Leser verblüfft über die Fähigkeiten unseres Hirns zurück.

Dass sich dieses Wissen nur im Zusammenhang mit der sozio-kulturellen Entwicklungsgeschichte des Menschen aufzeigen lässt, verdeutlicht Bauer ganz klar. Um zu verstehen, warum wir heute so agieren und reagieren, wie wir es tun, ist ein Blick zurück unerlässlich. Und gerade diese Zusammenhänge stellt Bauer dar, ein wichtiges Wissen, welches in heutigen Diskussionen oft schon nicht mehr vorhanden ist und somit zu zu kurzen Schlüssen führen muss.

Der Mythos des Survival of the fittest wird in einem neuen Licht dargestellt und es wird deutlich, dass hier eher eine Hilfsklausel erfunden wurde, um mit gutem Gewissen egoistisches Verhalten zu rechtfertigen. In Zeiten immer knapper werdender Ressourcen ist es aber wichtig, den Menschen zu befähigen, Verhaltensmuster und Machtstrukturen zu erkennen, um sich nicht in einer Opferwelt einzurichten.

Diesen Erkenntnisgewinn zieht man bei der Lektüre des Buches auf alle Fälle.

Bei allem bereits in den geschriebenen Rezensionen gesagten bleibt noch hinzuzufügen, dass wir uns einer der wichtigsten Aufgaben neu stellen müssen, nämlich der einer Erziehung zum mündigen Menschen. Die Grundlagen für eine psychische Belastbarkeit werden durch die Erziehung vom Säugling bis zum Erwachsenen ausgebildet und daher scheint mir der einzige Weg, um Menschen die Fähigkeit zu geben, den wachsenden Stressoren unserer Gesellschaft standzuhalten, eine gute Menschenbildung zuteil werden zu lassen, denn 'unsere neurobiologischen Potenziale entfalten sich nur in unterstützenden sozialen Kontexten. Menschen, die ohne solche Kontexte aufwachsen, haben später ein erhöhtes Risiko, gewalttätiges Verhalten zu entwickeln.' (Schmerzgrenze, S. 109) Und überall da, wo Kommunikation versagt oder verweigert wird, wird der destruktiven Aggression das Wort geredet. Das Wissen von Bauer hilft, zu erkennen, dass es nicht das Böse Monster gibt, denn jede Tat hat eine lange Entwicklungsgeschichte, die sich in ihrer Vielfalt nie auf den schnellen Blick erschließt.

Weitergelesen ergibt sich daraus, dass die Sprache die Möglichkeit des Menschen ist, 'die kommunikative Funktion der Aggression sicherzustellen' (Schmerzgrenze, S. 112) Daher ist es in der heutigen Zeit so brisant, wenn die Kommunikation versagt, das Gespräch sich verkürzt und die Worte für die Gefühle, die einem widerfahren zu fehlen beginnen, weil die Möglichkeit sich auszudrücken nicht entwickelt werden kann.

Die Dinge entstehen im kleinen, individuellen Kontext, prägen aber eine ganze Gesellschaft und lassen Trends und Mythen wachsen. So ist es an der Zeit, manche liebgewonnene Interpretation aufzugeben und alte Tabus zu brechen, soll ein gelingendes Miteinander in einer ressourcenknappen Zeit noch möglich sein. Aber vielleicht ist der Kreativität des menschlichen Hirns ja keine Grenze gesetzt, in einem gesunden Umfeld gesunde Lösungen zu entwickeln.

Das Buch ist brisant, spannend und bringt ohne erhobenen Zeigefinger gesellschaftliche Fehlentwicklungen auf den Punkt. Mit dem Verstehen und einer neuen Diskussion über die menschliche Aggressivität ist schon viel gewonnen. Absolut lesenswert!
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24 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Christian Döring HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
Neurowissenschaftler Joachim Bauer wirft hier ohne Vorbehalte und ohne schablonenhaftes Wissenschaftlerdenken einen gründlichen Blick auf das Phänomen der menschlichen Gewalt in grauer Vorzeit bis in die Gegenwart hinein.

Mythos Aggression

Worauf sind die Grundmotivationen des Menschen gerichtet

Die Schmerzgrenze: Zur neurobiologischen Architektur der Gewalt

Armut, Ungleichheit und Gewalt: Menschliche Gesellschaften an der Schmerzgrenze

Auf der Suche nach den Ursprüngen oder: Der Mensch vor und nach der neolithischen Revolution

Gegenpole zur Dynamik der Aggression: Die Entstehung von Moralsystemen, Religion und Recht

Alltägliche und globale Gewalt verstehen und begrenzen lernen

All diese Themen bringt er nicht etwa trocken - wissenschaftlich, sondern gut verständlich rüber. Sehr genau analysiert er menschliche Aggressionen an Hand beeindruckender Beispiele aus dem Alltag.

Der Autor zeigt, dass es gerade zu normal war, dass es vor 10 000 Jahren, durch die neolithische Revolution und des einsetzenden zivilisatorischen Prozesses zur deutlichen Erhöhung zwischenmenschlichen Gewaltpotentials kommen musste. Dies verwundert zunächst, leuchtet nach der Lektüre aber ein.

Interessant auch wie Bauer die Reaktionen darauf beschreibt. Menschen setzten sich unterschiedliche Moralnormen, um sich vor der immer weiteren Zunahme der Gewalt zu schützen.

Die Gesamtheit seines Themas, zu dem für Bauer auch Ausgrenzung und Demütigung gehört, ist faszinierend. Dieses Buch kann ohne spezielle Vorkenntnisse zu besitzen gelesen werden.

Unbedingt empfehlenswert!
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Oberflächlich, pseudowissenschaftlich und einseitig
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Vor 10 Monaten von Samuel "Sammy" Burt veröffentlicht
Selbsterklärender Text mit Welterklärungsanspruch
"Schmerzgrenze" ist ein 'sonderbares Ding' (Herder über sein 'Journal meiner Reise'). Fraglos mit Kreativität, übergroßem Fleiß und Intelligenz... Lesen Sie weiter...
Vor 12 Monaten von Andres veröffentlicht
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