Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Und das mitten in Europa... Aufklärung tut Not!, 16. Mai 2005
Rezension bezieht sich auf: Schmerzenskinder (Gebundene Ausgabe)
Waris Dirie hat es wieder einmal geschafft, den Leser in ihrem Buch gefangen zu nehmen. Dies ist nun ihr drittes Buch (und ich kenne auch die beiden davor), doch das Thema FGM kann nicht oft genug erwähnt werden. In diesem Buch werden erst im Anhang die Fachbegriffe beschrieben, sodass es sicherlich einfacher verständlich ist, wenn man die beiden Bücher davor kennt, aber noch immer ist es ein erschreckendes Thema und ich war sehr schockiert zu erfahren, wie FGM in Europa praktiziert wird und auch wie stark unterschiedliche Gesetze und Ermessensspielräume sind. Das Buch ist lesenswert und klärt auf und öffnet die Augen... Der Kampf von Waris Dirie ist immer noch wichtig, Aufklärung ist ein Weg zum Ziel...
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
,,Es wird auch hier gemacht!", 29. März 2005
Rezension bezieht sich auf: Schmerzenskinder (Gebundene Ausgabe)
Das dritte erschütternde Buch von Waris, die von der somalischen Nomadentochter zum Topmodel und zur UN-Sonderbeautragtn aufstieg und schließlich, ist im Gegensatz zu den beiden Vorläufern "Wüstenblume" und "Nomadentochter" weniger autobiographisch als eine Sammlung von Fakten zum Thema FGM (Female Genital Mutilation). FGM, die Genitalverstümmlung ist nicht nur ein afrikanisches Problem, sondern wird sogar im aufgeklärten Europa illegal durchgefügrt. Waris, die mittlerweile in Wien lebt, die österreiche Staatsbürgerschaft besitzt und auch Deutsch spricht, macht sich mit ihrem Team auf, um in verschiedenen europäisachen Ländern zu recherchieren - sie spricht mit betroffenen Frauen und Mädchen, aber auch mit Tätern. So testen sie auch mit einen Lockvogel, wie viele Ärzte in Wien bereit sind, eine Genitalverstümmelung vorzunehmen. Auch Deutschland kommt beim Thema FGM nicht wirklich gut weg. Weiterhin erfahren wir in diesem Buch, was manche Mütter dazu bewegt hat, ihre eigenen Töchter Verstümmeln zu lassen. Im Anhang gibt es genaue Definitionen der Genitalverstümmelungsarten, Gesetzeslagen zu FGM in vielen europäischen Ländern sowie dutzende Adressen für betroffene Mädchen und Frauen. Insgesamt möchte ich sagen, dass dieses Buch rundum gelungen ist. Der Schrecken des grausamen Verstümmelungs-Rituals geht unter die Haut und man nimmt instinktiv am Schicksal der Opfer teil. Im Buch zu finden ist auch Waris Emailadresse, bei dem ich auch jedem nur raten kann, ihr einmal zu schreiben - mir hat sie geantwortet!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Sehen wir es als Tatsachenbericht, 19. April 2006
Rezension bezieht sich auf: Schmerzenskinder (Gebundene Ausgabe)
Sehen wir es als Tatsachenbericht Das Buch ist (leider) kein Roman, es beschreibt die Dinge wie sie wirklich sind, von daher ärgere ich mich über Rezensenten, die das Buch schlecht beurteilen, weil es ihm an "Spannung" fehlt. (wer von einem Kriegsfilm erwartet, daß er beim Angucken Tränen lacht, kann nur enttäuscht werden). Nun gut, das Buch liefert nüchterne (und ernüchternde) Fakten über Genitalverstümmelung, auch und im Besonderen in den Industrieländern. Genitalverstümmelung ist kein rein afrikanisches Problem mehr, spätestens seit in westliche Länder Tausende von Afrikanern eingewandert sind, die natürlich nicht ohne weiteres bereit sind, in ihrer neuen Heimat ihre alten Traditionen aufzugeben, selbst wenn sie dadurch mit unserem Gesetz in Konflikt geraten. Dann macht man's eben heimlich. Und genau das ist das Problem: Man kann nur vermuten, wie viele Eltern afrikanischer Herkunft ihre Töchter dieser Prozedur unterziehen lassen, denn das meiste geschieht im Dunkeln. Auf der anderen Seite: Wenn so etwas ans Licht kommt, wie soll unsere Justiz mit dem Problem umgehen? Kann man hierzulande etwas ohne weiteres bestrafen, was für unsere Begriffe ein absoluter Verstoß gegen die Menschenrechte, in anderen Ländern aber ein Teil der Kultur ist? Waris Dirie sagt es selbst - ihre Mutter wollte für sie nur das beste, als sie sie beschneiden ließ. Der Leser ahnt - dieses Problem beschränkt sich nicht auf die Sache mit der Genitalverstümmelung, sondern findet sich in vielen Dingen im Zusammenhang mit Ausländerintegration, besonders wenn es um Dinge geht, die man nicht ganz so klar verurteilen kann wie die Sache mit der Genitalverstümmelung, und dann tun sich erst die echten Probleme auf, denn dann kann der Staat nur zusehen. Man darf wohl annehmen, daß alle Fakten in diesem Buch sorgfältig recherchiert sind. Wer sich wirklich für das Thema interessiert, sollte sich das Buch also ruhig kaufen. Wer erwartet, daß Waris Dirie mit diesem Buch eine weitere Aschenputtelgeschichte à la "Wüstenblume" auf den Buchmarkt gebracht hat, sollte lieber letzteres noch einmal lesen.
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