Wie schon der Titel sagt, ist dies nicht einer der üblichen Ratgeber, die uns allen bekannt sind. Hier dreht sich alles um chronische Schmerzen, die auf den unterschiedlichsten Ursachen basieren.
Dieses Buch ist in Interviewform gehalten und beginnt gleich damit, dass chronisch schmerzkranke Menschen ihr Schicksal erzählen. Sehr einfühlsam werden die Fragen gestellt und die Antworten lassen uns hautnah mitfühlen, wie Schmerzen das gesamte Leben des Betroffenen, seiner Familie, seine Umwelt und besonders auch die eigene Arbeitssituation nachhaltig verändern. Man ist nicht nur Beobachter, man ist mittendrin, fühlt und leidet mit. Wir erfahren Berichte über Kopfschmerzen jeglicher Art, Rückenschmerzen, generalisierte Schmerzsyndrome, Phantomschmerzen nach Amputationen, Schmerzen und Krampfanfällen nach Hirnblutung und vieles mehr. Alle Betroffenen sind zum Zeitpunkt des Interwiews stationäre Patienten in der Schmerzklinik Kiel.
Im zweiten Teil kommen Mitarbeiter der Schmerzklinik Kiel zu Wort und im Anschluss lesen wir noch ein ausführliches Interview des Autors und Leiters der Schmerzklinik Kiel, Professor Hartmut Göbel. Die Beweggründe der Mitarbeiter, sich chronisch Schmerzkranken zu widmen, ihre Ausbildung für diese besondere Arbeit, die viel Einfühlungsvermögen und Sensibilität voraussetzen und nicht zuletzt die Beweggründe des Autors, sich der Erforschung und Behandlung schwerer Schmerzzustände zuzuwenden, haben mich tief berührt.
Der dritte Teil klärt uns darüber auf, was Schmerzen überhaupt sind, wie sie entstehen, sich verstärken, unterhalten werden und schließlich chronifizieren können. Anschließend werden Therapiemöglichkeiten vorgestellt, sowohl verhaltensmedizinisch, als auch medikamentös, Anleitung zu moderatem Ausdauersport, zur richtigen Ernährung, psychologische Therapiemöglichkeiten, Adressen von Selbsthilfegruppen und noch viele weitere wertvolle Tipps.
Ich kann dieses beeindruckende Buch schmerzkranken Menschen sehr empfehlen, ebenso ihren Angehörigen, aber auch Gesunden, die sich sensibilisieren möchten für die besonderen Bedürfnisse ihrer leidenden Mitmenschen.
Schließen möchte ich mit einem Zitat aus dem Buch, welches die Worte des damals schon todkranken Vaters des Autors wiedergeben: "Eine Stunde ohne Schmerz ist mehr wert als der Stolz eines ganzen Lebens."