Pressestimmen
"Die Erstausgabe von 1983 wurde zwischenzeitlich durch zahlreiche neue Fotos und aktuelle Fakten ergänzt, (...). Diese Quellensammlung wird man immer wieder gerne vom Bücherbrett nehmen." (märklin magazin 08/2000)
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
Kurzbeschreibung
In Sachsen waren die Schmalspurbahnen schon immer etwas Besonderes. Anders als die benachbarten Königreiche setzte der Staat bei der Erschließung des Landes schon sehr früh auch auf Nebenstrecken eigene Bahnen ein. 1869 gingen die letzten Privatbahnen in die Regie der Königlichen Generaldirektion über, 1880 entstanden die ersten Schmalspur-Strecken im 'Weihnachtsland' mit seinen zahlreichen Tälern. Über 500 Kilometer wurden schließlich mit einheitlichem Fuhrpark auf der Spurweite von 750 Millimetern betrieben. Die Bevölkerung gab ihrem Bahnel oft liebevolle Beinamen wie Grundwurm, Lößnitzdackel und Wilder Robert. Was es mit diesen Bahnen auf sich hat, welche Strecken nach dem Verkehrsträgerwechsel übrig blieben und warum Privatbahnen heute wieder eine Zukunft haben, schildern Erich und Reiner Preuß in ihrem Buch 'Schmalspurbahnen in Sachsen', das im Stuttgarter Transpress Verlag erschienen ist. Die Autoren haben für dieses Buch ausgiebig in den Archiven gestöbert und auch Organisation wie Betriebsführung der Schmalspurbahnen recherchiert. In den ersten Jahren des Bahnbetriebes waren zum Beispiel nur auf den wichtigsten Stationen Eisenbahner angestellt. Ansonsten wurden stationäre Dienste sogenannten Vertragseisenbahnern überlassen. Das konnte ein Bahnhofsgastwirt sein, der beim Eintreffen eines Zuges den Schanktisch verließ, auf den Bahnsteig eilte, dort einige Kisten mit Stückgut auslud, beim Rangieren eine Weiche stellte und Wagen kuppelte. Solche Dienste vergütete die Eisenbahn nicht - der Gastwirt mußte sogar noch eine Kaution von 200 bis 600 Mark hinterlegen, um überhaupt als Vertragseisenbahner arbeiten zu dürfen. Auf seine Kosten kam der Gastwirt trotzdem. Es konnten Versendern oder Empfängern zusätzliche Gebühren in Rechnung stellen - für ein mageres Schwein etwa fünf Pfennig, für ein Mastschwein das doppelte. Die Autoren nehmen Oberbau, Hochbauten und Kunstbauten ebenso unter die Lupe wie Lokomotiven und Triebwagen. Sie informieren über das Bezeichnungssystem für die Triebfahrzeuge und über die wichtigsten Daten der sächsischen Schmalspur-Dampfloks sowie über den Bestand der Reisezugwagen und Güterwagen. Technische Schmankerl erwarten den Leser im Abschnitt über Kupplungen und Bremsen. Unterlegt ist dieses Buch mit zahlreichen Gleisplänen und Schnittzeichnungen von Triebfahrzeugen und Wagen. Modellbahner werden vor allem die historischen Aufnahmen schätzen. Sie zeigen jede Menge Lokomotiven, Stellwerke und Lokschuppen, einfache Zweckbauten und Repräsentationsbauten wie das 1934 fertiggestellte Empfangsgebäude des Bahnhofs Kipsdorf. Auch die spektakuläre Gitterkastenbrücke bei Stützengrün ist einen zweiten Blick wert. 'Schmalspurbahnen in Sachsen' ist als Nachschlagewerk ebenso geeignet wie als Quellensammlung - ein Buch für jeden Eisenbahnfreund.
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.