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Nur leider gehen Sachverstand und schriftstellerische Begabung selten Hand in Hand. Gerade die einflussreichen Wirtschaftsgurus, deren Bücher die Bestsellerlisten zieren, liefern hierfür das beste Beispiel. "Ihre Bücher sind allenfalls ein billiger Abklatsch dessen, was sich in der Wirtschaftswissenschaft wirklich abspielt. Häufig stehen ihre großmäuligen Thesen nicht nur im Widerspruch zum herrschenden Konsens in der Wirtschaftswissenschaft, sondern sind nachweislich dummes Zeug", schimpft Paul Krugman. Frei nach dem Motto "Viel Feind, viel Ehr", nennt er in seinem Bestseller Schmalspur Ökonomie die eifrigsten "Distributoren des ökonomischen Schwachsinns" beim Namen. Krugman versteht dies als Dienstleistung am Leser, der die "kaltschnäuzigsten" Vertreter dieser Spezies ohne Umschweife erkennen soll. Und so finden sich Linke neben Rechten, der Führer der republikanischen Mehrheitsfraktion im Repräsentantenhaus, Richard Armey, neben dem französischen Premierminister und Sozialisten Lionel Jospin. Denn bei den meisten Themen, liegen sowohl die Liberalen als auch die Konservativen mit ihrer Ideologie schlicht falsch.
Man sollte "Ökonomie nicht mit dem gleichsetzen, was solche falschen Propheten unter die Leute bringen", mahnt Krugman. Es klingt zwar oft plausibel, führt aber nur zu einer falschen, mitunter sogar gefährlichen Wirtschaftspolitik. Krugmans Schmalspur Ökonomie beschert uns also nicht nur neue Einsichten, sondern ist auch ein provokantes und höchst unterhaltsames Plädoyer für ein ideologiefreies Denken in der Volkswirtschaftslehre.--Stephan Fingerle
Wirtschaftswissenschaftler gelten als Langweiler. Doch es gibt Ausnahmen: Paul Krugman ist weltberühmter Theoretiker am MIT in Boston dennoch strotzen seine Bücher vor Witz und Biss. Diesmal beißt er die konservativen Ökonomen.
Was zum Beispiel wurde aus den vorhergesagten Revolutionen und Wenden der Angebotsideologen? Der Namensspender der Reaganomics, Ex-Präsident Reagan, schaffte weder eine Wende der staatlichen Ausgaben- und Steuerpolitik noch einen grundlegenden wirtschaftlichen Aufschwung.
Krugman warnt vor den einfachen Lektionen von Globalisierung und Lohnhöhe, von technologischem Wandel und Arbeitsplatzverlust oder von Laptops für Schüler und Bildungsanstieg. Er entlarvt 27 wirtschaftliche Glaubenssätze als hohl, und er ersetzt sie durch bessere Argumente und Modelle: Mit alltagstauglichen Handlungsmustern vermittelt uns Krugman ökonomische Zusammenhänge. Zudem lernen wir, den wirtschaftlichen Realitäten mehr Beachtung zu schenken.
Wer Wirtschaft verändern will, muss sie erklären können, einfach, aber nicht beschränkt: "Simple Schlagwörter geben den Menschen nur ein gutes Gefühl. Sie ersetzen das Denken", schreibt Krugman. Mithin berauben sie uns der Möglichkeit, unser wirtschaftspolitisches Handeln zu überdenken.
Fazit: Krugmans Buch hilft, die Wirtschaftswelt schöpferischer und weniger schicksalhaft zu sehen. Ein lesenswertes Plädoyer für Spaß am Denken und gesunden Menschenverstand.
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Allerdings vermisse ich oft eine etwas neutralere Betrachtung (der Keynesianismus ist leider auch kein Allheilmittel) und einen etwas weniger populistischen Verriss aller angebotsorientierten Ideen, wobei die klassische bzw. angebotsseitige Theorie (ausgenommen der supply-side-Theorie, der er sich ausführlicher widmet)von Schumpeter, Wicksell oder Hayek lediglich als "obskur" abgetan werden.
Zweifellos zeigt Krugman Irrtümer der Wirtschaftspolitik bzw. Wirtschaftsliteratur auf, allerdings sollte man auch sehen, dass nicht alles schon deswegen falsch ist weil es auf einem angebotsseitigen Ansatz beruht, sondern weil viele vermeintliche Experten ökonomische Zusammenhänge oftmals grundlegend nicht verstanden haben. Diese Erkenntnis geht hier leider etwas unter.
Krugman selbst bringt ökonomische Zusammenhänge mit anschaulichen Modellen dem Leser nahe. Mit Wortwitz und Ironie schafft er es auch trockene Themen darzustellen. Allerdings ist mir das Buch an vielen Stellen zu "reiserisch" im Sinne eines Kolumnenstils.
Dass das Buch deswegen allerdings auch für Laien ohne weiteres verständlich sein soll, kann ich nicht unterschreiben. Es soll ja kein Lehrbuch sein, allerdings besteht die Gefahr, dass gerade deswegen das Buch für Laien argumentativ genauso einleuchtend sein wird wie die "Irrtumsliteratur" (wenn auch hier die Argumentation ökonomisch "richtig" ist).
Wer also daran interessiert ist, auch die ökonomischen Ideen eines "Großmeisters" der Volkswirtschaftslehre zu hinterfragen, dem kann ich dieses Buch empfehlen. Als Laie wird man dazu nicht in der Lage sein und man nimmt Krugmans Schlussfolgerungen hin oder lässt es.
Das Buch hat kein klares Thema, abgesehen von der analytischen Herangehensweise die sich wie ein roter Faden durch das Buch schlängelt. Dem/r LeserIn werden nicht irgendwelche wirren Theorien an den Kopf geschmissen sondern einfache und elegante "Modelle" präsentiert, die helfen ein bestimmtes Problem zu verstehen. Vermutlich wird sich jede/r LeserIn darüber ärgern das auch seine eigenen Ansichten zerlegt werden, aber niemand hat behauptet das kritisches Denken leicht ist. Der Humor macht es allerdings erheblich leichter und ein nicht allzu verbohrter Leser wird eine Menge lernen. Hier ein (kleiner) Teil von dem was einen erwarten wird:
- Ein Makroökonomisches Modell der Wirtschaft als Babysittingkooperative.
- Ein Zeitmaschinen-Gedankenexperiment zur Beantwortung der Frage ob Ungleichheit ein Problem ist oder nur der absolute Reichtum zählt.
- Eine endgültige Lösung gegen Staus auf der Straße.
- Wie man mit Buchhalterischen Problemen Handelsdefizite beseitigen kann.
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