Tony Hill bildet eine neue Profiler-Gruppe aus. Im Rahmen einer Hausaufgabe kommt eine der Polizistinnen, Shaz Bowman dahinter, dass es sich um einen realen Fall handelt und recherchiert, dass der bekannte Showmaster und Gutmensch Jacko Vance hinter hinter dem Verschwinden von sieben jungen Mädchen steckt. Niemand nimmt Shaz zunächst ernst, aber dann wird sie ermordet aufgefunden.
Es sind Romane wie dieser, die einen immer wieder zu McDermids Büchern greifen lässt, obwohl man schon einige Flops der Autorin in der Hand hatte. Dieses, der zweite Band der Hill-Jordan-Reihe, rangiert für mich direkt hinter ihrem spannensten Werk "Der Gesang der Sirenen".
Der Täter ist zwar von vorneherein bekannt, aber das Duell zwischen Tony und Vance, dem es meisterhaft gelingt, nicht die geringste Spur seiner Verbrechen zu hinterlassen, ist rasant und fessend erzählt, vor allem, weil Tonys Truppe zu den Hauptverdächtigen im Fall Shaz zählt und die Frage nach Vance von den offiziellen Stellen mit einem müden Lächeln abgetan wird. Tony muss quasi undercover arbeiten, wenn ihm auch wieder Carol Jordan zur Seite steht, die darüber ihren eigenen Fall, eine Brandstiftungsserie, vernachlässigt.
Schade nur, dass der Fall nicht aufgrund der Profilerstellung gelöst wird, sondern mittels normaler Polizeiarbeit wie Observierung und Durchsuchung. Ob Tony mit seinem Profil über den Serienmörder recht hat oder nicht, ja, ob er überhaupt eins anfertigt oder nicht, ist für die Handlung faktisch ohne Belang.
Zähneknirschend liest man den Epilog, der niemandem gefallen kann, der eigentlich das Buch erleichtert und befriedigt schließen wollte. Ob die Autorin für spätere Bücher vorbauen will, falls sie eventuell keinen Serienmörder zur Verfügung hat?