Was Christoph Emmelmann schreibt, ist nicht neu, viele Gedanken kennt man aus Büchern, die den Eindruck erwecken, dass alles ganz einfach ist und morgen bin ich Millionär oder schön oder zufrieden oder glücklich. Von solchen Ratgebern hebt sich "Schluss mit frustig!" wohltuend ab. Es ist kein Rezeptbuch, sondern eine Anleitung. Der beschwingte Schreibstil, die zahlreichen lebenspraktischen Beispiele und Erfahrungen aus Seminaren machen das Buch anschaulich. Es werden nicht reißerische Parolen beschworen, vielmehr schafft es Christoph Emmelmann, den Leser mitzunehmen, aus der Komfortzone heraus in ein bewegtes und lebensfrohes Miteinander. Was insbesondere gut gelungen ist, das ist das Verständnis dafür, dass man ja schon will, nur wollen hat man noch nicht so richtig. Die meisten Ratgeberbücher geben vor, dass man einfach nur einer Anweisung folgen muss und schon ist alles gut. Christoph Emmelmann weiß, dass es so nicht geht. Und wer die anderen Bücher des Autors kennt, der merkt auch, dass Christoph Emmelmann sich weiter entwickelt hat. Es geht nicht vor allem um das Lachen. Dieses wie auch andere Techniken müssen eingebunden sein in ein Gesamtkonzept. Was hilft es mir, wenn ich laut lache und auf der Stelle stehen bleibe? Das Buch gibt hier vier Schritte vor. Es geht um das Erkennen, das Benennen, das Ausgleichen und das Loslassen. Für dieses Viergängemenü werden kleine Tests, Sprüche, nette Anekdoten und zahlreiche Übungen oder Vorschläge zur Umsetzung gemacht. Und gleich zu Beginn wird deutlich, dass der entscheidende Unterschied zwischen denen, die wirklich etwas verändern und denen, die in ihrer Komfortzone verharren, der Genuss ist. Die Wiederkäuer denken und denken und drehen alles von links auf rechts und umgekehrt, die anderen sind Gourmets, sie entwickeln Freude an den Dingen, an sich, an ihrem Mut, am Miteinander und haben aus ihrem Wortschatz das Wort Jammern verbannt. Und genau in dieser Weise ist es Christoph Emmelmann gelungen, viele Gedanken und Erkenntnisse in eine flüssige Form zu bringen, die man verstreut irgendwo lesen könnte, dann jedoch kaum so überzeugend klingen und animieren, seiner Lebensfreude Raum zu geben. Der Autor kommt nicht als jemand daher, der mir zeigen will, wie es geht. Das Lesen beschwingt und die Tür aus der Komfortzone heraus öffnet sich so wie es zu mir passt. Schluss mit frustig! ist ein gelungenes Ratgeberbuch, das ganz und gar nicht wirkt wie: Ratschläge sind auch Schläge. Also: Weiter leiden oder dieses Buch lesen.