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Schluß mit cool
  
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Schluß mit cool [Unbekannter Einband]


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Produktinformation

  • Unbekannter Einband
  • Verlag: München : Deutscher Taschenbuch-Verlag 2004 (1. Januar 2004)
  • ASIN: B002CE4VDE
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)

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T. C. Boyle
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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Ein Kunde
Format:Gebundene Ausgabe
Einmal angefangen, habe ich diese 16 Erzählungen ziemlich schnell gelesen gehabt, und zwar mit einigem Vergnügen. Immer wieder begegnet man den typischen Boyle-Figuren, den notorischen Verlierern, Wichtigtuern und Säufern. Man begegnet einem Internet-Voyeur, einem Flugzeugrandalierer, einem heruntergekommenen Drehbuchschreiber, der plötzlich einem Dieb in seinem Haus gegenüber steht. Und wie schon so oft verhalten sich die Menschen bei Boyle alles andere als rational, sind von ihrem Gefühlen und Emotionen angetrieben. Der Wahnsinn ist unser steter Begleiter. Unsere tierischen Wurzeln können wir nicht abstreifen, unsere Möchtegern-Zivilisiertheit macht Boyle nur allzu gern lächerlich. Boyle beweist in diesem Erzählband auch, dass er leisere Töne anschlagen kann. So erzählt er etwa von einem Sohn eines bekannten Schriftstellers, dem sein Vater so fremd geworden ist wie einem Fisch das Wasser. Oder er erzählt von der Liebe eines jungen Paares, das vor dem College-Start in der Natur idyllische Tage verbringt. Danach sehen sich die zwei nur noch an den Wochenenden, und bald verschweigen die Überforderten voller Angst die ungewollte Schwangerschaft. Die Geschichte endet tragisch, und doch, entgegen aller Erwartung, findet man in diesem Ende gar ein Fünkchen Hoffnung. Boyle versteht sein Handwerk. Keinen Moment zweifelt man daran, dass sich seine Geschichten so ereignet haben können, gekonnt sind die Spannungsbögen gesetzt. Und natürlich ist er immer noch sarkastisch und ironisch, und so lacht man auch hier immer mal wieder auf und freut sich schon auf seinen nächsten Erzählband.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Doreen
Format:Taschenbuch
„Schluß mit cool“ ist der Titel für T.C. Boyles Sammelband von 16 Kurzgeschichten, die teils etwas kafkaeskes haben, aber leichter zu konsumieren sind als Franz Kafkas Werke. Boyle schildert Alltagsschicksale des Mittelstandes, entlarvt dabei vermeintlich gelungene Lebensentwürfe und den gesellschaftlichen Zerfall der viel gerühmten Zivilisation. Man wird dabei erinnert an so manch unglaubliche Geschichte oder Katastrophe, die man in den Zeitungen meist unter „Vermischtes“, „Buntes aus aller Welt“ oder „Chronik“ liest. Allerdings verfällt Boyle nicht in einen pathetischen Katastrophenstil. Die Wende, der Drehpunkt kommt überraschend: Was gerade noch heile Welt war, kippt im nächsten Moment. Hoffnung wandelt sich in Scheitern. Boyle stellt dabei aber niemals die Frage: Wie konnte diese Idylle in Hass, Mord und Tod abgleiten? Nein, in seinen Geschichten scheint Gewalt eine Berechtigung zu haben. Boyles Weltsicht bietet wenig Optimismus. Seine große literarische Kunst liegt im Reduzieren. Boyle schafft es mit ein paar Sätzen eine Szenerie zu entwerfen, in der alles Wesentliche konzentriert ist. Den Leser hat es nicht schwer, in die Welt seiner Charaktere einzutauchen. Insgesamt ein empfehlenswertes Buch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sehr wohl cool 21. Mai 2010
Von S. Eder
Format:Gebundene Ausgabe
Schluß mit cool war meine erste Begegnung mit diesem Autor und wird, soviel vorweg, auch nicht die letzte gewesen sein. Bei diesem Buch handelt es sich um eine Sammlung von 16 Kurzgeschichten mit je etwa 25 Seiten.

Die Stories variieren in der Erzählperspektive (erste oder dritte Person) sowie auch im Handlungsort (erstreckt sich von Alaska bis Mexiko). Und selbstverständlich auch in der Qualität. Im Folgenden 3 Beispiele...

~Torschlußpuder~
Ned ist 34 und alleinstehend. Er fristet ein trostloses Dasein in einem kleinen Kaff in Alaska wo es nicht viel mehr als Schnee und Alkohol gibt. So ist es nicht verwunderlich, dass jeder in helle Aufregung gerät, als eine "Frauenversteigerung" für einen guten Zweck stattfinden soll. Die Damen sind von weit her angereist, und schon beim Empfang hat Ned nur Augen für die Englischlehrerin Jordy. Schon bald artet dies in einen richtigen Besitzanspruch aus, und als der ihm verhasste Bud "seine" Jordy ersteigert, setzt er alles daran, sie vor Bud zu retten... Dies ist die erste Story und meiner Ansicht nach auch eine der besten. Düster, trostlos, kalt, unheimlich sind die Adjektive, die mir in den Sinn kommen wenn ich an diese Erzählung denke. Boyle schafft es, diese am-Ende-der-Welt-Atmosphäre großartig rüberzubringen und ein kleiner Schocker ist natürlich auch inklusive.

~Babymörder~
Rick war nicht immer der gesetzestreueste Bürger und muss ein halbes Jahr bei seinem Bruder Philip wohnen und arbeiten um wieder den Einstieg in ein geregeltes Leben zu finden. Philip betreibt eine gynäkologische Klinik in der auch Abtreibungen durchgeführt werden. Ricks Freude über eine Anstellung als Laborassistent ist bald vorüber. Hauptsächlich weil sich vor der Klinik ständig radikale Abtreibungsgegner tummeln. Er sieht es nicht ein, warum diese jeden, der sich der Klinik auch nur nähert, mit wüsten Beschimpfungen überhäufen und langsam aber sicher steigert sich seine Wut... Eine gute Story, ein immer aktuelles Thema. Der Autor beschreibt sehr gut wie die Gefühle des Protagonisten langsam hoch kochen, nachdem er mit Ausdrücken wie etwa Babymörder beschimpft wird. Aber irgendwas hat mir hier gefehlt, der letzte Schliff, genauer kann ich es leider nicht benennen.

~Peep Hall~
Abends arbeitet er als Barkeeper, gerne sogar, aber in der Freizeit will Hart Simpson vor allem und jedem seine Ruhe haben. So ist er nicht sehr erfreut, als eines Tages die hübsche Samantha vor seiner Tür steht. Samantha wohnt mit sechs anderen jungen Damen in der sogenannten Peep Hall, dem Haus an der Ecke. Den Unterhalt verdienen sie die jungen Damen, indem sie gegen Bezahlung ihr Privatleben via Internet der Öffentlichkeit zugänglich machen. Schon bald sitzt auch der sonst so desinteressierte Hart jeden Tag stundenlang vor dem PC um vor allem Samantha zu beobachten... Tja, ok. Was war das jetzt genau? Eine der wenigen, die mir nicht so sonderlich gefallen haben. Schlecht nicht, nein. Aber sie wirkt ziemlich deplaziert in dem Buch, passt nicht zum Rest, zu optimistisch. Womöglich Absicht, um aus dem düsteren Rest irgendetwas hoffnungsvoll hervor glitzern zu lassen.

Die meisten Erzählungen verstehen entweder zu schocken oder sind so schön skurill. Lediglich 2-3 fallen für mich in die Kategorie Überflüssig, bei denen fragte ich mich, wo denn die Pointe sei bzw. was ich da jetzt nicht verstanden habe. Menschen die wirken wie Du und Ich, sie könnten unsere Nachbarn sein. Sie sind Looser, Möchtegern-Helden, Besessene, Exzentriker. Die Handlungen entbehren oft jeglicher Logik, ein emotionsgesteuerter Protagonist drückt dem anderen die Klinke in die Hand, menschliche Abgründe tun sich auf infolge von Mißerfolg, Enttäuschung, Wut, Angst. Wer schön kuschelige Einschlafgeschichtchen mit Happy End lesen will, bleibt diesem Buch lieber fern. Hier bekommt man das Gegenteil.

Fazit: Ein Großteil der Stories sind gutes Mittelmaß, ein paar weniger gelungen, aber die Ausreißer nach oben sind dafür sehr gut. Alles in allem nichts was mich vom Hocker gerissen hätte, aber durchaus nette und vor allem großteils originelle Unterhaltung.
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