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Schluß mit cool
 
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Schluß mit cool [Gebundene Ausgabe]

T.C. Boyle , Werner Richter
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 392 Seiten
  • Verlag: Hanser Belletristik; Auflage: 4 (18. Februar 2002)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446201262
  • ISBN-13: 978-3446201262
  • Größe und/oder Gewicht: 21,2 x 14,1 x 3,8 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 498.155 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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T. C. Boyle
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Die harmlose Frauendelegation, die am Labour-Day-Wochenende einen Erlebnisflug in die Wildnis Alaskas buchte, konnte nicht ahnen, wie ausgehungert und erlebnishungrig erst die darbende männliche Bevölkerung im ewigen Frost sein kann. "Torschlusspuder", die Geschichte des liebeskranken Provinzlüstlings Ned, in dem Lennys Geist aus Steinbecks Von Mäusen und Menschen wieder auferstanden ist, eröffnet den Reigen der 16 rabenschwarzen Erzählungen, die -- man kennt es bei T.C. Boyle -- von der Burleske oft unmerklich ins bitterbös Tragikomische umschlagen.

Wer die gute alte Tradition amerikanischer Short Stories schätzt, wird von T.C. Boyle aufs Beste bedient. Keine hingehauchten literarischen Duftwolken, denen auf dem Weg zum Roman die Luft ausging, sondern präzis getimte Miniaturen von dunkler Komik, messerscharfe Vignetten des alltäglichen Wahnsinns und seiner Protagonisten. Punktgenau, mit verblüffenden Schlusspointen, vereinen sie den Geist eines Vonnegut, Ray Bradbury und Robert Bloch sowie des legendären Magazine of Fantasy and Science Fiction in sich.

Boyle-Liebhaber finden vertraute Sujets: Überbevölkerung, Abtreibung, Endzeitszenarien, Liebe, vor allem die Natur -- (festgehalten in der wohl skurrilsten Story, einer Metapher über "Die schwarzweißen Schwestern", die, in einer Welt ohne Farbe lebend, ihren Gärtner ins Unglück stürzen, indem sie ihn zwingen, seinen farbenprächtigen Garten dem Erdboden gleichzumachen. Auch hier geht es nicht ohne die obligatorische Boyle'sche Gänsehautauflösung ab. "Nicht zimperlich" porträtiert den schmerbäuchigen Bierfreund Jason und seine völlig humorfreie Freundin Paula, eine bretthart durchtrainierte Triathletin, die ihn nach verlorenem Wettkampf im Bett regelmäßig links liegen lässt. Jason hat schließlich den genialen Geistesblitz, Paulas verhasster Konkurrentin einen speziellen Powerdrink zu mixen, um seiner Freundin zum Sieg und sich zum gerechten Lohn zu verhelfen.

Pornosüchtige Internetfreaks, randalierende Flugzeugpassagiere -- T.C. Boyles verrückter Kosmos aus Säufern, Losern, Wichtigtuern, Öko-Heinis und Menschen auf Liebesentzug, zeugt von grandioser Erzählkunst, tiefer Menschenliebe und einem entlarvenden Röntgenblick hinter die Kulissen vermeintlich gelungener Lebensentwürfe. Schluss mit cool Beileibe nicht. Dies hier ist mehr als cool. --Ravi Unger

Pressestimmen

"Boyle packt das zappelnde Leben in einem besonders dramatischen, exemplarischen und allegorischen Moment am ängstlich gesträubten Nackenfell und sperrt es zwischen seine Zeilengitter, wo er mit seinem Opfer lustige Experimente veranstaltet." Stephan Maus, Süddeutsche Zeitung, 17.04.02 "Diese 16 Geschichten üben einen rätselhaften Sog aus. So gesehen, liest sich das Buch wie eine systematische Studie von betörender Genauigkeit." Walter van Rossum, Die Zeit, 15.09.02 "Mit T.C. Boyle ist Franz Kafka in Amerika angekommen, nur realitätssatter und besser konsumierbar." Erich Demmer, Die Presse, 16.03.02 "Virtuos entwirft Boyle Charaktere aus verschiedenen US-Regionen, aus verschiedenen Generationen und sogar Epochen." Basil Wegener, Frankfurter Neue Presse, 07.03.02

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Stories aus der Mensch-Welt, 3. August 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schluß mit cool (Gebundene Ausgabe)
Einmal angefangen, habe ich diese 16 Erzählungen ziemlich schnell gelesen gehabt, und zwar mit einigem Vergnügen. Immer wieder begegnet man den typischen Boyle-Figuren, den notorischen Verlierern, Wichtigtuern und Säufern. Man begegnet einem Internet-Voyeur, einem Flugzeugrandalierer, einem heruntergekommenen Drehbuchschreiber, der plötzlich einem Dieb in seinem Haus gegenüber steht. Und wie schon so oft verhalten sich die Menschen bei Boyle alles andere als rational, sind von ihrem Gefühlen und Emotionen angetrieben. Der Wahnsinn ist unser steter Begleiter. Unsere tierischen Wurzeln können wir nicht abstreifen, unsere Möchtegern-Zivilisiertheit macht Boyle nur allzu gern lächerlich. Boyle beweist in diesem Erzählband auch, dass er leisere Töne anschlagen kann. So erzählt er etwa von einem Sohn eines bekannten Schriftstellers, dem sein Vater so fremd geworden ist wie einem Fisch das Wasser. Oder er erzählt von der Liebe eines jungen Paares, das vor dem College-Start in der Natur idyllische Tage verbringt. Danach sehen sich die zwei nur noch an den Wochenenden, und bald verschweigen die Überforderten voller Angst die ungewollte Schwangerschaft. Die Geschichte endet tragisch, und doch, entgegen aller Erwartung, findet man in diesem Ende gar ein Fünkchen Hoffnung. Boyle versteht sein Handwerk. Keinen Moment zweifelt man daran, dass sich seine Geschichten so ereignet haben können, gekonnt sind die Spannungsbögen gesetzt. Und natürlich ist er immer noch sarkastisch und ironisch, und so lacht man auch hier immer mal wieder auf und freut sich schon auf seinen nächsten Erzählband.
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Knapp, kurzweilig, komisch, 31. Oktober 2002
Rezension bezieht sich auf: Schluß mit cool (Gebundene Ausgabe)
Die Figuren in Boyles Roman "Amerika" wirkten wie
Klischees, in "Freund der Erde" hauchte er den
Akteuren ein halbes Romanleben ein. In diesem
Sammelband mit Kurzgeschichten gelingt es Boyle,
auf engem Raum - jede Geschichte ist im Schnitt
15 Seiten lang -, eine kleine Welt lebendig werden
zu lassen. Die Plots sind originell, die Handlung
verläuft ohne Umwege, ist gelegentlich vorhersehbar.
Das macht nix, denn gleich auf der ersten Seite
jeder Geschichte steckt man im jeweiligen Protagonisten
drin, erlebt mit ihm Internet-Voyeurismus, Sauferei,
Enttäuschung, Wut und Ergebenheit. Ein feines Buch.
(Ich las die englische Ausgabe, kann daher nichts
über die Übersetzung sagen.)
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Boyle entlarvt Lebensentwürfe des Mittelstandes, 6. Februar 2006
Rezension bezieht sich auf: Schluß mit cool: Erzählungen (Taschenbuch)
„Schluß mit cool“ ist der Titel für T.C. Boyles Sammelband von 16 Kurzgeschichten, die teils etwas kafkaeskes haben, aber leichter zu konsumieren sind als Franz Kafkas Werke. Boyle schildert Alltagsschicksale des Mittelstandes, entlarvt dabei vermeintlich gelungene Lebensentwürfe und den gesellschaftlichen Zerfall der viel gerühmten Zivilisation. Man wird dabei erinnert an so manch unglaubliche Geschichte oder Katastrophe, die man in den Zeitungen meist unter „Vermischtes“, „Buntes aus aller Welt“ oder „Chronik“ liest. Allerdings verfällt Boyle nicht in einen pathetischen Katastrophenstil. Die Wende, der Drehpunkt kommt überraschend: Was gerade noch heile Welt war, kippt im nächsten Moment. Hoffnung wandelt sich in Scheitern. Boyle stellt dabei aber niemals die Frage: Wie konnte diese Idylle in Hass, Mord und Tod abgleiten? Nein, in seinen Geschichten scheint Gewalt eine Berechtigung zu haben. Boyles Weltsicht bietet wenig Optimismus. Seine große literarische Kunst liegt im Reduzieren. Boyle schafft es mit ein paar Sätzen eine Szenerie zu entwerfen, in der alles Wesentliche konzentriert ist. Den Leser hat es nicht schwer, in die Welt seiner Charaktere einzutauchen. Insgesamt ein empfehlenswertes Buch.
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