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Schloss aus Glas [Taschenbuch]

Jeannette Walls , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
4.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (187 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

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Der innere Konflikt der Autorin, der sie jahrelang schweigen ließ, wird bereits in der Einleitung deutlich. An einem stürmischen Märzabend befindet sich die bekannte Kolumnistin Jeanette Walls auf dem Weg zu einer Party. Ihre Vorfreude weicht schlagartig, als sie vom Taxi aus die zerlumpte alte Frau mit dem verfilzten Haar erblickt, die gerade einen Müllcontainer durchwühlt. Sie erkennt die vertrauten Bewegungen, die Art, wie sie den Kopf schieflegt, um ihren Fund zu begutachten. Schockiert und beschämt kehrt Jeanette Walls in ihr nobles Appartment auf der Park Avenue zurück. „The Party is over!“ -- Die Vergangenheit war zurückgekehrt. Die Pennerin auf der Straße war Jeanette Walls eigene Mutter. Eine Kindheit der etwas anderen Art zieht noch einmal vorüber.

„Wir türmten ständig, meistens mitten in der Nacht!“ -- Ob solche Eltern für Jeanette und ihre beiden Geschwister (ein viertes kam später hinzu), eher Segen oder Fluch darstellten, mag der Leser entscheiden. Mit einer Art Hippie-Philosophie und einem nonkonformistischen Besserwissertum, das zuweilen nervt, ausgestattet, hatten Rex und Rose Mary Walls beschlossen, allem Konsum den Kampf anzusagen. Ein naturhaftes Leben „on the road“ sollte den Kinder „echte Werte“ vermitteln. Ein zwiespältiges Unterfangen bei einem Vater, der in lichten Momenten seinen Kindern die Welt erklärte, Sterne vom Himmel holte und ihnen ein „Schloß aus Glas“ versprach, dann wieder klaute wie ein Rabe, und sich in den finstersten Phasen seiner Trunksucht gar in einen regelrechten Berserker verwandeln konnte.

Auch die Mutter, eine vor jeder Arbeit zurückscheuende verhinderte Künstlerin, bot kein rechtes Gegenmodell. Jeanette Walls indes beschloss rückblickend, die positiven Aspekte ihrer „Erziehung“ herauszustellen. Die ständige Flucht vor „den Handlangern, Blutsaugern, der Gestapo“, wie der Vater seine Verfolger verwünschte, die Nahrungsaufnahme aus Müllcontainern, die zerschlissene Kleidung -- das gewählte Außenseitertum gerät bei ihr nicht zum Mangel sondern zum Lebensgewinn.

Wie das elterliche Fantasiegebäude erste Risse bekam und die allmähliche Abspaltung erfolgte, wird mit leisem Humor, großer erzählerischer Kraft und (nicht immer nachvollziehbarer) Liebe abgehandelt. Nach Nick Flynns literarisch schrofferen Bullshit Nights das zweite große Buch dieses Frühlings zum Thema Kindheitsbewältigung. --Ravi Unger -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Pressestimmen

"Ein komisches, anrührendes Buch." (Stern)

"Geschichten erzählen kann Walls. Bald will man das Buch gar nicht mehr zuklappen." (Frankfurter Neue Presse)

"Jeannette Walls berichtet mit Liebe, aber auch mit Wehmut, jedoch ohne Bitterkeit von dieser seltsamen Kindheit in einer unangepassten Familie." (Elke Heidenreich)

"Lange zögerte Jeannette Walls, ihre Vergangenheit preiszugeben. Wie gut, dass sie sich dafür entschieden hat, denn sonst wäre uns ihre spannende, anrührende Geschichte entgangen." (Gala)

Klappentext

"Ein ergreifendes Buch."
Tagesspiegel

"Ein komisches, anrührendes Buch."
Stern

"Geschichten erzählen kann Walls. Bald will man das Buch gar nicht mehr zuklappen."
Frankfurter Neue Presse

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jeannette Walls wurde in Phoenix, Arizona, geboren. Sie studierte am Barnard College und arbeitete über zwanzig Jahre als Journalistin in New York. 2006 erschien ihr Debüt Schloss aus Glas, das zum internationalen Bestseller avancierte und in dreiundzwanzig Sprachen übersetzt wurde. Walls lebt in Virginia.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Ich nestelte an meiner Perlenkette und fragte mich, ob ich nicht doch zu elegant für die Party angezogen war, als ich aus dem Taxifenster schaute und Mom sah, die gerade einen Mülleimer durchwühlte. Es war ein stürmischer Märzabend, und es dämmerte schon. Der Wind peitschte den Dampf, der aus den Kanaldeckeln aufstieg, und die Menschen hasteten mit hochgeklappten Mantelkrägen über die Bürgersteige. Ich steckte im Stau, zwei Häuserblocks von dem Restaurant entfernt, wo die Party stattfand, zu der ich eingeladen war.
Mom stand höchstens vier Meter weg von mir. Zum Schutz gegen die Frühjahrskälte hatte sie sich Lumpen um die Schultern gewickelt, und sie inspizierte den Abfall, während ihr Hund, ein schwarzweißer Terriermischling, zu ihren Füßen spielte. Moms Bewegungen waren mir so vertraut - die Art, wie sie den Kopf schief legte und die Unterlippe vorschob, wenn sie irgendetwas aus dem Mülleimer gefischt hatte und auf seinen Wert hin untersuchte, die Art, wie ihre Augen vor kindlicher Freude ganz groß wurden, wenn sie etwas gefunden hatte, das ihr gefiel. Ihr langes Haar hatte graue Strähnen und war ungekämmt und verfilzt, ihre Augen lagen tief in den Höhlen, aber sie erinnerte mich noch immer an die Mom, die sie für mich als Kind gewesen war, die Kopfsprünge von Klippen machte, in der Wüste malte und laut Shakespeare las. Ihre Wangenknochen waren hoch und kräftig, doch die Haut war von all den Wintern und Sommern, die sie ungeschützt den Elementen ausgesetzt gewesen war, ausgedörrt und gerötet. Für die Menschen, die an ihr vorbeigingen, sah sie wahrscheinlich genauso aus wie die unzähligen Obdachlosen, die durch die Straßen von New York streiften.
Es war Monate her, dass ich Mom gesehen hatte, und als sie aufblickte, überkam mich Panik, die Furcht, dass sie mich entdecken und meinen Namen rufen würde und dass jemand, der zu derselben Party unterwegs war, uns zusammen sehen könnte, dass Mom sich vorstellen würde und mein Geheimnis kein Geheimnis mehr wäre. Ich rutschte auf dem Sitz nach unten und sagte dem Fahrer, er solle wenden und mich zurück zur Park Avenue bringen.
Das Taxi hielt vor dem 1-laus, in dem ich wohnte, der Portier öffnete mir die Tür, der Fahrstuhlführer brachte mich hinauf zu meiner Etage. Mein Mann arbeitete noch, wie fast jeden Abend, und die leere Wohnung war still, bis auf das Klackern meiner Absätze auf dem glänzenden Parkettboden. Ich war noch immer aufgewühlt von der unerwarteten Begegnung mit meiner Mutter, von dem Anblick, wie sie munter den Mülleimer durchstöberte, und ich legte eine Vivaldi-CD auf, hoffte, dass mich die Musik beruhigen würde.
Ich ließ den Blick durch die Wohnung wandern. Tiber die bronze- und silberfarbenen Vasen aus der Jahrhundertwende und die alten Bücher mit abgegriffenem Ledereinband, die ich auf Flohmärkten erstanden hatte. Über die alten Landkarten von Georgia, die ich gerahmt hatte, die persischen Teppiche und den wuchtigen Ledersessel, in den ich mich abends so gern fallen ließ. Ich hatte versucht, mir hier ein Zuhause zu schaffen, hatte versucht, die Wohnung so zu gestalten, wie der Mensch, der ich sein wollte, sie gern hätte. Aber es gelang mir nicht, mich hier wohl zu fühlen, ohne mir Gedanken um Mom und Dad zu machen, die auf irgendeinem U-Bahn-Schachtgitter kauerten. Ich sorgte mich um sie, aber sie waren mir auch peinlich, und außerdem schämte ich mich dafür, dass ich Perlen trug und auf der Park Avenue wohnte, während meine Eltern damit beschäftigt waren, irgendwo ein warmes Plätzchen und etwas zu essen zu finden.
Aber was sollte ich machen? Ich hatte schon zahllose Male versucht, ihnen unter die Arme zu greifen, aber Dad beharrte stets darauf, dass sie nichts brauchten, und Mom bat immer nur um irgendwelche albernen Kleinigkeiten wie einen Parfümzerstäuber oder ein Fitnessstudio-Abo. Beide beteuerten, dass sie genauso lebten, wie sie leben wollten.
Doch nachdem ich im Taxi den Kopf eingezogen hatte, damit Mom mich nicht sah, empfand ich so einen Abscheu vor mir selbst - meinen Antiquitäten, meinen Kleidern und meiner Wohnung -, dass ich irgendwas tun musste. Ich rief eine Freundin von Mom an und hinterließ eine Nachricht für sie. Das war unser System, wie wir in Kontakt blieben. Es dauerte immer ein paar Tage, bis Mom zurückrief, und die Woche war fast um, als sie sich meldete. Sie klang wie immer gut gelaunt und locker, als hätten wir uns erst tags zuvor zum Lunch getroffen. Ich sagte, dass ich mich mit ihr treffen wolle, und lud sie zu mir nach Hause ein, aber sie wollte lieber in ein Restaurant. Sie ging für ihr Leben gern essen, also verabredeten wir uns zum Lunch hei ihrem Lieblingschinesen.
Mom saß schon da und studierte die Speisekarte, als ich eintraf. Sie hatte sich extra ein bisschen zurechtgemacht. Sie trug einen sackartigen grauen Pullover, der nur ein paar helle Flecken hatte, und schwarze Herrenschuhe aus Leder. Sie hatte sich das Gesicht gewaschen, doch Hals und Schläfen waren noch immer dunkel von Schmutz.
Sie winkte begeistert, als sie mich sah. "Da ist ja meine Kleine!", rief sie. Ich küsste sie auf die Wange. Mom hatte die ganzen Plastikpäckchen mit Sojasauce und Ketchup und Senfsauce vom Tisch in ihrer Handtasche verschwinden lassen. Nun kippte sie auch noch eine Holzschale mit Trockennudeln hinein. "Ein kleiner Happen für später", erklärte sie. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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