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am 19. April 2006
Dieser Film versteht es durch simpelste Effekte wie Schattenspiel, eindrucksvolle Musik (allein das Kinderlied fährt einem durch Mark und Bein) und hervorragende Schauspieler (Deborah Kerr, Michael Redgrave) den Zuschauer von der ersten Minute an zu faszinieren und nicht mehr los zu lassen.

Ganz im Gegensatz zu heutigen Gruselschockern die hauptsächlich durch aufeinander folgende Blutbäder zu erschrecken versuchen kann dieser Streifen durch seine zurückhaltende Art und Weise den Gänsehautfaktor drastisch erhöhen. Was ist schon gruseliger als ein vom Windhauch aufgebauschter Vorhang, ein undefinierbarer Schatten an der Wand, eine flackernde Kerze die droht zu verlöschen und den letzten Rettungsanker Licht mit sich zu nehmen?

Das ist wahre Filmkunst! Keine Tricktechnik der Welt kann das ersetzen, höchstens unterstützend einwirken.

Die fünf Sterne sind absolut verdient, auch wenn andere Rezensenten der Meinung sind das Gesamtniveau herunterziehen zu müssen weil sie noch nicht wissen wie die Qualität der DVD ist?!?! Kleiner Tip, erst ansehen, dann Rezensieren.

Allen Anderen kann man zum Kauf dieser DVD nur raten.
0Kommentar40 von 42 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. April 2006
Der in sehr guter Qualität vorliegende amerikanische Filmschocker "Das Schloss des Schreckens" aus dem Jahre 1961 beweist einmal mehr, daß man mit durchaus wenigen, aber gezielten subtilen und filmischen Mitteln den Zuschauer in einen Zustand des starren Entsetzens versetzen kann.

Anfänglich scheint sich alles harmlos zu entwickeln, als sich Miss Giddens (Deborah Kerr) um eine Gouvernantenstelle für die Kinder Miles (Martin Stephens) und Flora (Pamela Franklin) bei ihrem Onkel (Michael Redgrave) bewirbt. Allerdings stellt er eine Bedingung: Sie muß alle Entscheidungen selbst treffen und darf ihn nicht belästigen. Sie sagt zu und begibt sich auf den Landsitz Bley mit einem idyllischen Garten. Die Kinder gefallen ihr und sie freut sich auf ihre Arbeit. Doch mit der Zeit gewinnt sie den Eindruck, daß merkwürdige Dinge vor sich gehen, in denen die Kinder verwickelt sind. Sie will dem Geheimnis unbedingt auf die Spur kommen...

Die extrem spannende Geschichte basiert auf einer Vorlage von Henry James und gibt erst kurz vor Ende sein tragisches Geheimnis preis. Neben der unnachahmlichen Wirkung des s/w-Effektes spielt auch die Musik keine unwesentliche Rolle. Sie steigert und unterstreicht das unheimliche Szenario bis ins Unermessliche. Eine ganz bestimmte Melodie "O Willow Waly" (von George Auric)ertönt immer wieder als Vorbote eines weiteren unerklärlichen Geschehens. Der Film kommt mit wenigen Darstellern aus, aber diese spielten ihre Rollen allesamt beängstigend gut. Dieses Werk ist beeindruckend und verstörend zugleich.

Fantastisch finde ich, daß neben dem Kinotrailer und weiteren Hörproben zu Gruselklassikern auch das Hörspiel "Die Unschuldsengel" zum Film als Hörgenuß zu erleben ist.

Fazit: Ein Schocker der Extraklasse!!!
33 Kommentare72 von 77 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2012
Zum Film selbst ist ja genug geschrieben worden (in meinen Augen ein herrlich gruseliges und auch sehr komplexes Meisterwerk), deshalb etwas zur Bildqualität der Blu-Ray: sie ist fantastisch und den bisherigen DVD-Editionen, die ich kenne, deutlich überlegen. Das Grieseln des Filmkorns ist sehr fein, der Kontrast beinahe perfekt (gerade bei einem S/W-Streifen bekanntlich sehr wichtig). Davon abgesehen wurde das Bild komplett von Staub, Flecken, Artefakten usw. befreit. Hammer!
Auch die Extras sind spitze: mehrere kleine Filme über das Schloss, die Kostüme, Autor Henry James... Dazu das tolle Hörspiel DIE UNSCHULDSENGEL aus der bekannten Gruselkabinett-Reihe von TITANIA MEDIEN. Dazu noch ein Wendecover mit dem deutschen Kinoplakat ohne FSK-Logo. Mehr kann man/frau kaum noch erwarten. Tolle Scheibe!
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am 15. September 2007
Dieser Film ist einer meiner All-Time-Fovorites und fast so gut wie mein Lieblings-Film "Bis das Blut gefriert". Die Spannung packt einen vom Anfang bis zum Ende. Die Tatsache, dass der Film nicht in unserer heutigen Zeit, sondern Ende des 19. Jahrhunderts spielt, macht das ganze noch gruseliger! Der Film ist in schwarz/weiß, und das ist gut so. Denn Farbe würde sehr viel von der spannenden Athmosphäre kaputt machen.
Zum Bonus-Material: Dieses ist extrem üppig! Der Filmtrailer, eine grosse Bilder-Galerie mit vielen Backstage-Shots und ausserdem: Die gesamte Story des Films als Hörspiel!!
FAZIT: Wer sich hier beschwert, dem ist auch nicht mehr zu helfen! ;)
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am 7. September 2010
Kommentar zu Gruselfan:

Meisten habe die Kritiker zu Ihrem kommentar zum Müllkomentar von Gruselfan schon fast alles gesagt. Allein schon der Kommentar vom "Gruselfan"
schwarzweiß ist störend bei einem Gruselfilm. Wie fingen denn die klassischen Gruselfiolme früher an
fast immer in schwarzweiß auch zu einer Zeit als es schon längst gute Farbfilme gab.

Ich schaue mir lieber einen hervorragend inzsenierten Schwarzweiß Gruseler an mit guter Regie/ Drehbuch und
guten Schauspielern an, als den heute meistens als tolle Hightechware verkauft Billigschund der überwiegend
für Videotheken produziert wird und auch so aussieht.

Schloß des Schreckens ist sehr spannend mit einem Grusel der einen wirklich erschreckt, weil er angeschlichen kommt
und sich immer mehr und mehr steigert. Dieser Film hat eine bedrückende Atmosphäre.

Kurz gesagt ein Meisterwerk seiner Art.
11 Kommentar10 von 10 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Oktober 2014
" The Innocent" , so der wesentlich passendere Originaltitel, ist ein seltener Glücksfall des Geisterfilms( möchte man ihn denn dort einordnen) , denn nur wenige Werke des Genres schaffen es einen versponnen, beunruhigend, betörenden Kosmos zu kreieren.
Ein eigenes, in sich verschlossenes Universum, hier ein verwinkeltes Haus, das mit seinen schwebenden Vorhängen, tiefen Teppichen, langen Säulengängen, verwilderten Gärten und arabesken Architektur den Zuschauer selbst umhüllt in einem Nebelschleier aus Anspannung, Vorahnungen; ihn , wie die bedauernswerte (?) Titelheldin verloren sein läßt in einer spinnwebhaften Sinfonie aus Magie, morbider, verfallender Schönheit und übernatürlichen Visionen.
Gäbe es den Begriff Ambivalenz noch nicht , für diesen Film müsste er erschaffen werden.
Denn in perfide Unwägbarkeit versetzt uns Regisseur Jack Clayton in jeder Minute des Schauerstücks.
Das macht den Film zu einem noch wesentlich eindrücklicheren Erlebnis als den etwas überschätzten " Bis das Blut gefriert" der zwei Jahre später entstand.
Während dieser mit einer Forschergruppe im Bereich des Paranormalen, mit Szenen des wirklich polternden Spuks wesentlich eindimensionaler die Waage Richtung Übernatürlichkeit ausschlagen lässt, befindet sich " Schloss des Schreckens" in einer bemerkenswert ausbalancierten Schwebe .
Handelt es sich bei den Geschehnissen um den , vielleicht auch tief in sexuellen Untiefen wurzelnden Wahn der Hauptprotagonistin oder um tatsächlichen Geisterspuk von zwei bösartigen Verstorbenen , die sich aus dem Jenseits zweier Kinder bemächtigen wollen.
Mit keinem Bild läßt Jack Clayton eine fundierte Erklärung gelten.
Denn Gesagtes und Gezeigtes lässt sich in spannender Weise in beide Richtungen interpretieren.
Mit einer vollkommen schwarzen Leinwand beginnt der Film. Ein leises, zärtliches, dabei unsagbar feenhaft unheimliches Kinderlied hören wir. Ein Lied, das den Zuschauer noch tagelang in Träumen begleiten wird.
Zwei Hände recken sich zum Gebet gefaltet langsam in die Höhe.
Ein erstes Bild, das schon viele Aspekte verdeutlicht.
Die Schwärze der unendlichen Leere, im Kontrast zu dem demütigen Symbol des christlichen Glaubens, unterlegt von dem zunehmend unheimlichen jenseitigen SingSang .
Verstörung , Dekonstruktion und Angespanntheit schon in der ersten Bildkompositionen.
Wir befinden uns im späten 19 Jahrhundert. Die strenggläubige Mrs. Giddens ( Deborah Kerr) nimmt eine Stelle als Gouvernante auf einem einsam gelegenen englischen Landsitz an.
Zwei kleine Kinder sind es, denen hier Mrs. Giddens ihre ganze Sorgfalt und Aufmerksamkeit schenken soll.
Die Eltern verstorben, der Onkel viel auf Reisen, bzw. so gut wie interesselos an den Zöglingen.
Mrs. Giddens wird hier vollkommen eigenverantwortlich agieren können. Einzig einige Hausangestellte bewohnen noch das prächtige Anwesen.
So tauchen wir mit der neuen Gouvernante gleich bei der ersten Besichtigung ein in diese merkwürdig hypnotisch trügerische Idylle eines sinistreren Ortes.
Kameramann Freddie Francis schafft hier glasklar kontrastierte Schwarzweiß- Bilder, die an doppelbödiger Faszination, an unterschwellig aufgeladener Intensität ihres gleichen suchen.
90 Minuten werden wir selbst diesen Dachkammern, Wendeltreppen , geheimnisvollen Speicher , verwunschenen Gartenlauben und den Parkanlagen mit dräuenden Götterstatuen nicht mehr entkommen können.
Doch so eindringlich schön , so unwirtlich böse wirkt das Szenario.
Ein Hauch von Sterblichkeit, Verfall und Verhängnis.
Metaphern im Spiel mit der brüchigen Balance aus Leben und Vergänglichkeit. Blumengebinde, die bei der kleinsten Berührung ihre Blüten verlieren, eine Spinne in Großaufnahme , die einen Schmetterling frisst, kleine Käfer die aus den starrenden Mündern verwitterter Steinfratzen hervorkriechen.
Zum Sterben schön, die prachtvoll fast schmerzhaft in voller Blüte stehenden Gärten.
Eine belastende, die Seele bedrückende Fauna.
Ein letztes Aufbäumen der Natur vor dem kraftlosen Niedergang in Fäulnis und Tod ?
" Flora" ruft plötzlich eine geisterhafte Stimme, doch erlauschen wir nur , das , was Mrs. Giddens Ohren scheinbar hören, sehen wir das Übernatürliche nur durch ihre Augen.
Keiner der Angestellten kann sehen, was sie scheinbar sieht.
Die beiden zu betreuenden Kinder wirken ebenfalls mehr als ungewöhnlich.
Miles, ein kleiner unangenehm altkluger und penetrant sexuell frühreifer Sprößling und seine kleine ebenfalls etwas merkwürdige Schwester.
Früher als geplant kehrt der kleine Miles aus dem Internat auf den Landsitz zurück. Sein Verhalten , so scheint es , war für die Schule zu aufmüpfig und nicht tolerierbar.
Ist das wirklich so ? Niemand der Bediensteten kann den Brief der Schule lesen außer Mrs. Giddens und so sind wir Zuschauer wieder darauf reduziert dem Blickwinkel der Hauptprotagonistin zu glauben.
Später wird Mrs. Giddens und wir mit ihr in erschreckender Weise Geistererscheinungen wahrnehmen.
Ein toter amoralischer Wüstling, die in schwarze Gewänder gehüllte schemenhafte Vorgängerin von Mrs. Giddens, die den Freitod wählte.
Beide Manifestationen scheinen in perfider Weise aus dem Jenseits nach der unschuldigen Seele der Kinder zu greifen, erscheinen drohend als Spiegelung in Fenstergläsern, blicken düster über Dachzinnen oder recken ihre flehenden Arme an einem Fluss nach den Kindern aus.
Reale Spukphänomene oder erleben wir hier nur das komplex pathologische Wahngespinst einer labilen, zwischen christlichen Tugenden und eigenen verdrängten Sehnsüchten gefangenen Frau ?
Das allerdings würde gerade auch in dem Bezug auf die kleinen Kinder freudsche Seelen- Verstrickungen komplexen Ausmaßes beinhalten.
Erleben wir Mrs. Giddens als tiefenpsychologisch zerrissenen Charakter, gefangen zwischen einer bigotten blütenweiß unschuldigen Idealisierung ihrer umgebenden Welt und der gleichzeitigen tief verborgenen Wunschprojektion auf das " Schmutzige" , Verbotene, das körperliche Verlangen , das für sich genommen frei ausagierte Triebhafte, das dann natürlich wieder nach harter Bestrafung zur Einhaltung eines eigenen seelischen Gleichgewichtes ruft ?
Ewig könnte man die Gedankenspiele , die " Schloss des Schreckens" hervorruft fortsetzen.
Die Spinne die den Schmetterling frisst.
Eine Metapher für Mrs. Jessel und ihre Schutzbefohlenen und wer wäre hier Spinne und wer Schmetterling?
Wer missbraucht hier wen emotional, weiter gedacht sogar in sexueller Hinsicht.
Oder kann man sich auf die verderbende Kraft einer jenseitigen Macht berufen, die herkömmliche " Unschuldsengel" erst zu Tyrannen macht ?
Ist das Böse in uns, oder das Böse außerhalb ?
Die zweite Lösung wäre die beruhigendere und doch führt " Schloss des Schreckens" jeden gefundenen Standpunkt eine Sekunde später wieder ad absurdum.
Das Ende so plötzlich und tragisch , so kryptisch verschlüsselt wie es dem Kunstwerk auch zusteht.
Im Schatten des Zweifels lässt uns Jack Clayton in diesem beeindruckenden Sinnenrausch.
Eine beunruhigende Unerklärlichkeit, die diesen Film auch nach fast sechzig Jahren noch so funkelnd brillant macht.
Viel mehr somit als ein herkömmlicher Geisterfilm, sondern ein vibrierendes Spiel mit der Wahrnehmung , der manipulativen Kraft von Assoziationen, mystischen Versatzstücken, eingeschränkten Wahrnehmungsebenen und verborgenen menschlichen Untiefen.
Unberechenbare facettenreiche Gefährlichkeit in einer doppelbödigen filmischen Meisterleistung.
" Schloss des Schreckens" ist kein einziges Jahr gealtert.
Zeitlos betört das Werk , packt uns mit seiner schrecklich schönen Unentrinnbarkeit, läßt subtil Unsicherheit entstehen.
Der Landsitz der spukhaften Alpträume als Ausdruck eines psychisch zerrütteten Unterbewusstseins ?
Schein und Sein -Wirklichkeit und Illusion - ein ewiges Trugbild
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am 13. September 2010
Lächerlich und dumm, wie der deutsche Titel auf dem Cover prangt, hat sich mit ihm sämtliche Kritik bereits erschöpft: Denn dieses Werk ist so brillant, daß kein Lob zu hoch wäre. Ein Musterbeispiel für die Glorie des Schwarzweißfilms, sucht es in punkto Bildkomposition, Spannungsaufbau und dramatischer Zuspitzung seinesgleichen. Deborah Kerr macht durch ihr preiswürdig nuanciertes Spiel vergessen, daß sie für die Rolle eigentlich zu alt ist; selbst noch in den fanatischsten Momenten müssen wir leiden mit ihrer tragischen Gouvernante, die nur das Beste will aber das Schlimmste erreicht, und die beiden ihr anvertrauten Kinder (verkörpert durch zwei wahrhaft erstaunliche Jungdarsteller) schließlich ins Verderben reißt. Das Grauen wird hier wohl vergleichsweise subtil in Szene gesetzt, was jedoch nicht bedeutet, Jack Clayton begnüge sich lediglich mit Andeutungen, und seine Schocks könnten keine echte Gänsehaut erzeugen. Die Szene im Park, als die fast märchenhafte Idylle des Herrenhauses plötzlich zerbricht und Miss Giddens erstmals Zeugin einer übernatürlichen Erscheinung wird, stellt ein Meisterwerk für sich dar, und das Bild der steif und schwarz im Schilfrohr stehenden, verstorbenen Miss Jessel brennt sich nachdrücklicher ein als manch blutiges Gemetzel. Jene quälende Doppeldeutigkeit, für die Henry James' Erzählung berühmt geworden ist - sind die Kinder nun unschuldig oder besessen; handelt es sich um echte Gespenster, oder nicht vielmehr die Kopfgeburten einer dem Wahnsinn mehr und mehr anheimfallenden, überforderten und sexuell frustrierten jungen Frau? - wird konsequent übernommen; da aber die Erscheinungen stets aus Miss Giddens' subjektiver Sicht gezeigt werden, neigt der Film eher letzterer Deutung zu. Wäre, ja wäre da nicht eine kleine, beunruhigende Einstellung gegen Ende... Die beste Geistergeschichte auf Zelluloid; und einer der drei unheimlichsten Filme, die ich kenne. Klassiker.
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am 14. April 2009
"Schloss des Schreckens" (aus dem Jahre 1961) ist einer der unheimlichsten Gruselfilme, den ich kenne.

Mit einfachen Mitteln (spannende und atmosphärische Musik; das Spielen mit Licht, Dunkelheit, Schatten, Schärfe, Unschärfe, etc.; eine saubere nahezu perfekte Kameraarbeit), diese jedoch zu 100 Prozent genutzt, entstand ein Meilenstein des Horrors, der seines Gleichen sucht.

Der Film ist wunderschön fotographiert, welches natürlich auch an der fantastischen Örtlichkeit (ein altes Schloss, ein märchenhaft schöner Park mit Pavillion und See, etc.) liegt.

Auf der anderen Seite bekommt man ein Schloss in all seiner Düsterheit gezeigt. Dunkle oder nur halb beleuchtete Räume, unheimliche Gänge, die mittels Kerzenleuchter erkundet werden. Das Gefühl des Unbehagens und der Angst wird zusätzlich noch durch eine perfekte Geräuschkulisse (Gruselmusik, Geräusche, ja selbst immer wiederkehrende unheimliche Melodien) verstärkt; purer Horror.

Ein weiterer Reiz dieses Filmes liegt darin, dass eigentlich keine der Figuren (weder Deborah Kerr als Gouvernante noch die übrigen Protagonisten) klar beschrieben werden. Man wird eigentlich stets sowohl über die Charaktere als auch über die einzelnen Handlungsstränge im Unklaren gelassen. Selbst das Ende des Filmes ist nicht eindeutig und bietet Diskussionsgrundlage.

Ein absolut toller Film; jedoch nichts für schwache Nerven.
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am 30. Oktober 2011
Ein unheilvoller Kindergesang und ein schwarzer Bildchirm. Damit eröffnet Jack Clayton seinen atmosphärischen Gruselschocker "Schloss des Schreckens". Nichtmal das Studio wagte es die Szenerie zu stören und legte das "20th Century Fox" Zeichen, geräuschlos in die Eröffnungssequenz.

"Aber ich will den Kindern nichts Böses antun! Ich will sie retten"

Die ersten Worte die man im Film noch während den Credits vernimmt, weisen schonmal daraufhin das der neue Job von Miss Giddens kein Zuckerschlecken wird. Sie soll auf zwei Kinder aufpassen, da ihr Vormund absolut kein Interesse an ihnen besitzt, was er auch offen zugibt. Dazu muss sie sich in ein altes Schloß begeben und sich rund um die Uhr um sie kümmern. Allerdings merkt sie schon bald das irgendetwas nicht stimmt. Die Kinder sind zwar herzallerliebst, aber manchmal auch etwas seltsam. Dies wäre aber vielleicht noch zu bewältigen, wenn sich nicht der kürzlich verstorbene Gutsverwalter auf dem Turm und vor ihrem Fenster rumtreiben würde.

Ein Fest der Sinne und ein Meisterwerk des Gruselfilms wurde hier 1961 abgeliefert. Die Locations sind traumhaft und genau so stellt man sich ein "Resident Evil" vor. Das Schloß bietet nämlich wirklich alles, was ein Gruselfilm benötigt. Der Garten davor ist ebenfalls unglaublich und kann noch heute in Sussex bewundert werden.
Da der Film am Ende des 19. Jahrhundert spielt, gibt es auch noch keinen Strom, weshalb das alte Gemäuer nachts immer nur im Kerzenschein erforscht werden kann. Hierbei hat Kameramann Freddie Francis eine fulminante Arbeit abgeliefert.
Die Licht- und Schattenspiele sind einfach überragend und die manchmal steilen Kontraste komplett der Wahnsinn. Obendrein gibt es noch fantastische Kamerawinkel und Positionen die einem die Nackenhaare zu Berge stehen lassen. Hier gruselt man sich noch richtig. Klar, reinen Splatterfreunden und Blutorgienfanatiker, kann man den Film selbstverständlich nicht empfehlen. Eher Menschen, die noch ein wenig Empfindsamkeit für die Szenerie besitzen und nicht einfach auf das nächste Opfer warten. Ich denke mir aber das er auch manch einem moderner eingestellten Filmkonsumenten, noch ein wenig Angst einjagen könnte. Man sollte ihn sich eben nur Nachts und Allein in der Dunkelheit ansehen.

Die Dramaturgie ist ebenfalls absolut hervorragend. Die Charaktere werden natürlich erstmal vorgestellt und man lernt sie schnell besser kennen. Trotzdem gibt es schon da immer wieder spannende Zwischenfälle, die einem ein wohliges Grauen bescheren. Im letzten Drittel zieht er dann nochmal gnadenlos an.

Auch heute noch ist "Schloss des Schreckens" einer meiner absoluten Lieblingsfilme und er wird es auch immer bleiben. Zu tief eingebrannt sind die fabelhaften Bildkompositionen und die mörderische Spannung, die den Film über die komplette Laufzeit begleitet. Die Tour durch das Schloß nur mit einem Kerzenständer bewaffnet, die unheimlichen Stimmen und natürlich auch das wirklich perfekte Ende, das einen tief in den Sessel drückt, sind zumindest in meinem Fall nicht mehr aus dem Gedächtnis zu bringen.

Ein echter Gruselfilm, der mit den heutigen Genrebeiträgen ohne Schwierigkeiten den Boden aufwischt.
11 Kommentar15 von 16 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Mai 2007
Am Anfang erscheint alles ganz idyllisch: Die kinderliebe Gouvernante Miss Giddens scheint ihre Traumberufung gefunden zu haben, als sie mit der Fürsorge für die beiden Waisenkinder Miles und Flora von deren Onkel, der sich auf Reisen befindet, betreut wird.

Harmonisch ist die Stimmung in dem schlossartigen, auf dem Lande gelegenen Hause jedoch nicht lange. Die Kinder werden immer mehr in den Bann zweier Geister gezogen, dem früheren Hausverwalter Peter Quint und der Vorgängerin von Miss Giddens, der Gouvernante Miss Jessel.

Das Grauen schleicht sich hier ganz allmählich ein, denn anfangs weiß der Zuschauer nicht, ob die Visionen der Protagonistin real sind oder auf Sinnestäuschungen beruhen.

"Schloss des Schreckens" basiert auf einer Erzählung von Henry James und ist ein absolutes Muss für Fans des altmodischen, subtilen Grusels, der durch seine eindringlichen schwarz-weiß-Bilder besticht. Leute, die "Horror" mit viel Blutvergießen und Special Effects in Verbindung bringen, sollten jedoch unbedingt die Finger davon lassen.

Positiv zu vermerken ist auch, dass sich als Bonus auf den DVD die 72-minütige Hörspielfassung von "Die Unschuldsengel" befindet.
0Kommentar15 von 16 Personen haben dies hilfreich gefunden.. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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