Viele wünschen sich einen Gesamtüberblick über den Ort, über den seit Jahren bundes- und weltweit diskutiert wird: die Mitte Berlins, die einst das Berliner Schloss besetzte. Entstanden ist nun auf knappen 50 Seiten ein enzyklopädisches Nachschlagewerk im besten Sinne, das von der Entstehungsgeschichte des Schlosses über den Bau des Palastes der Republik und die Zwischennutzung kurz vor dessen Abriss bis zum Wettbewerb Humboldt-Forum die wichtigsten Informationen liefert. Der Autor Bruno Flierl ist der Garant für ein solches Vorhaben. Er hat nichts Wesentliches ausgelassen, seine Zusammenstellung ist äußerst kompetent und nicht wie viele andere parteiisch, wodurch er sich die Perspektive für die Qualitäten des Palastes nicht verstellt und die politische Entscheidung, das Schloss wieder aufzubauen, respektiert. Dennoch nimmt Flierl durchaus einen Standpunkt ein, wenn er etwa urteilt, dass der Entwurf von Franco Stella für das Humboldt-Forum unter den Bedingungen, die der Bundestag vorgab, gewiss der beste gewesen sei. Auch zeigt er immer wieder seine Sympathien für den Palast der Republik und seine Abneigung gegenüber einer Schloss-Replik. Begleitet wird die Leserin bzw. der Leser durch in dieser Art noch nie gezeigte Karten mit hilfreichen Einzeichnungen des Autors, die beim Lesen Orientierung verschaffen. Auch die Zusammenstellung der Abbildungen - der für das Ortsverständnis wichtigsten, einschließlich längst wieder vergessener Entwürfe zur Spreeinsel - ist eine Bereicherung.