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Schloss Gripsholm
 
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Schloss Gripsholm [Broschiert]

Kurt Tucholsky , Sabina Becker
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 184 Seiten
  • Verlag: Reclam, Philipp, jun. GmbH, Verlag (Januar 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3150183901
  • ISBN-13: 978-3150183908
  • Größe und/oder Gewicht: 14,2 x 9,6 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (18 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 366.735 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Kurt Tucholsky
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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

1929 verbrachte Tucholsky mit seiner Freundin den Sommerurlaub nahe Schloss Gripsholm in Schweden. Der Aufenthalt inspirierte ihn zu einer Sommergeschichte über Gelingen und Scheitern der Liebe und über die Illusion, der Realität entfliehen zu können.

Über den Autor

Kurt Tucholsky, geb. am 9.1.1890 in Berlin, studierte in Berlin und in Genf Jura und promovierte 1915 in Jena. Seit 1913 war er Mitarbeiter der 'Schaubühne' und späteren 'Weltbühne', nach Siegfried Jacobsohns Tod zeitweilig auch ihr Herausgeber. Seit 1929 hielt sich Kurt Tucholsky in Schweden auf, wo er in Hindas am 21.12.1935 aus dem Leben schied.
Tucholsky war einer der bedeutendsten und scharfzüngigsten Gesellschaftskritiker und Satiriker der Weimarer Republik, pessimistischer Aufklärer, dessen hellsichtige und häufig unterhaltsame Kritik das Ziel einer demokratischen und humanen Gesellschaft verfolgte und frühzeitig auf die Gefahren von antidemokratischer Gewalt hinwies. Er gilt als Meister der kleinen Textform, von der Glosse bis zur Reportage und vom Kabarettsong bis zum kleinen Roman.

Ab 1932 veröffentlicht Tucholsky keine einzige Zeile mehr aus Verzweiflung über die politische Situation, seine Briefe unterzeichnet er mit "ein aufgehörter Deutscher" und "ein aufgehörter Schriftsteller".Sabina Becker, geb. 1961. Studium der Germanistik, Hispanistik, Soziologie und der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft an der Universität des Saarlandes. Dissertation zum Thema Großstadtwahrnehmung in der deutschen Literatur 1900 - 1930 (1993), Habilitation über die »Neue Sachlichkeit« und ihre Ästhetik (2000). Seit 2003 Professorin für Neuere Deutsche Literaturgeschichte an der Albert-Ludwig-Universität Freiburg.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von weiser111
Format:Gebundene Ausgabe
Eine nette kleine Liebesgeschichte möchte der Verleger gern haben von Tucholsky, denn "die Leute wollen neben der Politik und dem Aktuellen etwas haben, was sie ihrer Freundin schenken können" -- schon der fiktive Briefwechsel, mit dem Tucholsky 1931 seine Sommergeschichte einleitet, ist nicht so harmlos, wie sie daherzukommen scheint. Aber keine Sorge: "Schloss Gripsholm" ist meilenweit entfernt von jedweder enervierenden Problemhuberei.
Der Erzähler Peter reist zusammen mit seiner Freundin Lydia, der "Prinzessin", für den Sommer nach Schweden und bezieht nach langwieriger Quartiersuche eine freundliche kleine Ferienwohnung in einem Nebentrakt von Schloss Gripsholm. Die beiden genießen unbeschwerte Tage, gewürzt mit pointierten Frotzeleien und klugen Überlegungen, und mit am witzigsten sind die Unterhaltungen mit den mehr oder minder Missingsch-durchsetzten Wortwechseln.
Ein Freund von Peter kommt zu Besuch, auch eine Freundin von Lydia findet sich für einige Tage ein, es kommt sogar zu einem erotischen Zwischenspiel ohne anschließende Eifersüchteleien oder sonstige Nachwirkungen. Und außerdem wird ein Kind aus einem bedrückend düsteren Kinderheim gerettet.
Die perfekte Sommergeschichte über perfekte Ferien, tatsächlich.

Tucholsky erweist sich dabei aber auch wieder einmal als scharfer Beobachter: Er erkennt z.B. den Zauber fremder Ortsnamen, "geladen mit alter Sehnsucht und bepackt mit tausend Gedankenverbindungen", doppelt so schön wie die Wirklichkeit der dahintersteckenden Orte, leider; er weist auf die sich abzeichnende Uniformität der Städte aller Länder hin; er liebt den regionalen Eigensinn des Ländlichen mit seiner "Käfersammlung von Leuten, die alle nur einmal vorkommen". Hier und noch öfter kann man einen Augenblick lang die tiefe Melancholie erkennen, die auch während der sorglosen Ferientage nicht ganz verschwunden ist. Schließlich haben sie die Kümmernisse "in der Gepäckaufbewahrungsstelle abgegeben" -- und von dort werden sie sie am Ende auch unverändert wieder abholen. Aber zunächst einmal sind sie die los.

Eine leichtfüßige und dennoch nicht oberflächliche Geschichte, eine Idylle auf Zeit, in die es nicht hineinregnet und die doch nicht kitschig ist -- dafür sorgen Tucholskys geistreicher Stil und sein lakonischer Witz, ganz im Stil der Neuen Sachlichkeit.
Aber Tucholsky wäre nicht Tucholsky, wenn er nicht auch hier, mitten hinein in die perfekte Sommergeschichte, seine treffsichere Kritik an der ganz bestimmt nicht perfekten Gegenwart außerhalb der Sommeridylle auf Zeit einfließen ließe: Nicht von ungefähr ist die verbiesterte Herrscherin über die Kinderheim-Kinder (die meisten kommen aus Deutschland) eine Deutsche, deren Tyrannei jeden Anflug von Mitgefühl und Menschlichkeit abwürgt und stattdessen Denunziation und Misstrauen fördert. Ein so versierter Autor wie Tucholsky flicht schließlich das Kinderheim-Intermezzo nicht in die Idylle ein, um Seiten zu schinden.

Unterschwellig spürt man den Unterton gleich, aber auf die Schliche kommt man dem Autor erst nach und nach. Der eigentliche Zauber dieser zeitlos scheinenden Sommergeschichte besteht nämlich gerade in ihrer von vornherein feststehenden Vergänglichkeit.

Aber egal -- den ganz besonderen Charme von "Schloss Gripsholm" macht einfach die lakonische, unpathetische und kitschfreie Sprache aus, in der Tucholsky dieses Paradies auf Zeit erschafft.

Und nun der Hinweis, dass die vorliegende Ausgabe nicht die empfehlenswerteste ist. Von all den vielen verschiedenen Ausgaben ist nämlich die billigste von Reclam auch die preiswerteste, denn deren Herausgeberin hat ganze Arbeit geleistet, und zwar informativ und klug, und vor allem ihr Nachwort, der Anmerkungsapparat mit seinen Sach-/Worterklärungen (und zwar nicht nur mit Kuriosa über die Könige Gustav den Verstopften und Adolf den Unrasierten), mit den Übersetzungen schwedischer und missing'scher Passagen und den Hinweisen auf biographische Bezüge im Roman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Tucholsky zwang mich dazu 16. August 2009
Von h.n.
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
Fünf Sterne klicke ich nur ungern an. Sehr selten eigentlich. Erst recht, wenn das Erzeugnis schon allseits fünf Sterne erhält. Und doch:

Der erste, leichtere Teil von "Schloss Gripsholm" verdient bereits *mindestens* fünf Sterne: Da charmiert schon der pfiffige Einstieg, ein Briefwechsel des Autors mit dem Verleger über Romanprojekte und Honorare. Ein einziger Satz bugsiert das Buch dann - plötzlich und doch ganz leicht - in die eigentliche Sommergeschichte, in eben das gewünschte Romanprojekt hinein, lässig und unbeschwert fließen Handlung und Sprache, herrlich kantig, aber sympathisch wirkt der Ich-Erzähler mit seinen zwei Kumpeln Karlchen und Lydia (die ist auch seine "Prinzessin"). Das Plattdeutsch-"Missingsch" gibt Tucholsky wundervoll wieder, nebst königlichen Wortneuschöpfungen und kreativer Fortschreibung der deutschen Grammatik; dabei protzt der Erzähler nie mit seinem Sprachzauber, sondern wahrt stets augenzwinkerndes Understatement.

Ja, und dann kommt die Schöne aus Pernambuco, bald darauf spitzt sich die Sache um das kleine Mädchen zu. Bei der Auseinandersetzung ums Kinderheim entdeckte ich Gründe für eine Herunterstufung auf vier Sterne: Weiterhin gut erzählt, doch hier wirken Details unrealistisch, zudem verstand ich den dramaturgischen Sinn dieses Handlungsstrangs nicht.

Ich bin immer noch nicht ganz glücklich mit diesem Abschnitt; aber schlecht ist er auch nicht und bringt darum nur ein paar Zehntelsterne Abzug.

Und so zwang Tucho mich dazu: Aufgerundet fünf Sterne für diese intelligente, liebenswerte, unterhaltsame Sommerromanze.

PS.
Die 1963er-Verfilmung Schloss Gripsholm mit Giller/Tiller verharmlost Lydia als heiratswütiges neckisches Dummchen und entfernt wesentliche Buchstränge; der liebenswert intelligente Ton des Buchs ist weg. Von der 2001er-Verfilmung Gripsholm mit Nöthen/Makatsch kenne ich nur den Trailer, der Streifen scheint dramatischer und politisch zu sein.
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Von Kiepura
Format:Gebundene Ausgabe
Das Leben ist so schön. Der Ich-Erzähler macht sich gemeinsam mit seiner Freundin Lydia, die er Prinzessin nennt, von Berlin aus auf den Weg nach Schweden, um dort Urlaub auf Schloß Gripsholm zu machen. Sie treiben allerlei Schabernack, bekommen Besuch, essen und trinken, als ihnen plötzlich ein unglückliches kleines Mädchen über den Weg läuft. Dieses lebt von seiner Mutter getrennt in einem Internat, das von einer sadistischen Matrone geführt wird. Sie beschließen, dem Kind zu helfen, nehmen Kontakt mit der Mutter auf und befreien das Mädchen letztendlich aus seinem Gefängnis. Tucholsky zeigt in seinem ausgezeichneten kleinen Roman, wie fröhliche, vielleicht auch oberflächliche Menschen plötzlich zu Helfern in der Not werden, wie Sorglosigkeit plötzlich umschlägt in Mitleid und Hilfsbereitschaft. Faszinierend ist auch die Sprache des Autors. 'Es war nicht dunkel, es war nur nicht hell' beschreibt er einen nächtlichen Spaziergang. Oder eine Freundin Lydias berichtet: 'Er war ein Gentleman am Scheitel und an der Sohle. Dazwischen...'' Polgar hätte es nicht besser machen können. Lesen!
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Einfach klasse!
Durch Zufall habe ich dieses Hörbuch entdeckt und bin dem Zufall sehr dankbar. Manfred Zapatkas angenehme Stimme ist die perfekte Ergänzung zu Kurt Tucholsky leichtem und... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von TeaKay veröffentlicht
Nur einzelne literarische Lichtblitze
Wer sich in den umständlichen, für die Zeit vielleicht üblichen Schreibstil mit regelmässigen Episoden plattdeutscher Sprachwahl, hineingefunden hat, liest eine... Lesen Sie weiter...
Vor 20 Monaten von Jörg Wolter veröffentlicht
Macht Spass zu lesen.
Das Buch kann man nicht beschreiben, man muss es gelesen haben!
Obwohl ich Plattdeutsch überwiegend verstehe, habe ich mich mit dem schriftlichen "Platt" etwas schwer... Lesen Sie weiter...
Vor 21 Monaten von Nordtysk veröffentlicht
Buchbeurteilung
Ich bin zufrieden mit dem Buchinhalt nur leider entspricht das Titelbild nicht dem Original des Schlosses. Kaufabwicklung und Lieferung waren ok, vielen Dank.
Vor 22 Monaten von Andreas veröffentlicht
Typische Schullektüre
die geschichte war ganz ok. Hatten es als schullektüre. Hatte witzige stellen, trotzdem musste ich mich zum lesen zwingen. Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. Dezember 2009 von Romina
Fast Perfekt
Eine leichte, süße, lustige und einfach wunderbare Geschichte über Liebe, Freundschaft und die absoluten Vorzüge des Urlaubens. Lesen Sie weiter...
Am 3. Juli 2009 veröffentlicht
Wenn nur dieser Dialekt nicht wär...
Zunächsteinmal muss ich sagen dass die Geschichte die in "Schloss Gripsholm" erzählt wird, eine sehr interresante ist, nämlich die Liebesbeziehung unter einmischung... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 10. März 2009 von P.A.
Süße Sommergeschichte
Am Anfang etwas schwierig reinzufinden, durch das Plattdeutsch der Gefährtin. Später jedoch findet man sich gut hinein und die Geschichte entwickelt sich ungeahnt in eine... Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 23. April 2008 von Weinpflaume
Einfach wunderbar!
Das Büchlein ist das Hübscheste, was Tucholsky geschrieben hat.
So eine wunderbare Geschichte - für die Zeit der Entstehung sogar ein wenig "frivol". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Februar 2008 von Bookoholic
Einfach wundervoll!
Das Büchlein ist das Hübscheste, was Tucholsky geschrieben hat.
So eine wunderbare Geschichte - für die Zeit der Entstehung sogar ein wenig "frivol". Lesen Sie weiter...
Veröffentlicht am 11. Februar 2008 von Bookoholic
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