ich habe einiges von calvino gelesen und war bisher von jedem buch begeistert. auch das "schloss, darin sich schicksale kreuzen" klang vielversprechend. das buch war allerdings eine glatte enttäuschung. calvino hat hier versucht, aus der aneinanderreihung von tarockkarten geschichten zu erzählen. so interessant die idee, so misslungen die ausführung. die geschichten wirken lieblos hingeschrieben, ohne aufbau und spannung oder sprachliche raffinesse, als wäre es dem autor nur darum gegangen, tatsächlich alle karten, so wie sie in seinen abbildungen auf dem tisch liegen, einfach nur abzuhandeln. er habe dieses buch geschrieben, um sich von ihm zu befreien, schreibt er im nachwort. genau so wirkt es auch: als ob das abstrakte spiel, wie er denn die karten legen müsse, um stringente geschichten mit ihnen erzählen zu können, interessanter gewesen wäre als das schreiben an sich. schade um die liebevolle aufmachung des schmalen bändchens und vor allem: schade um die orignelle idee.