Zuerst fühlte ich mich sehr unsicher, als ich anfing dieses Buch zu Lesen. Kurt Tucholsky, als bekannter Kritiker in die Geschichte eingegangen, seinen anspruchsvollen Schreibstil, als auch für seine Leichtigkeit der Worte und seinen Humor, sollte dies ein Buch für mich sein?
Die ersten Seiten verwirrten mich zuerst zutiefst. Eine Frau, die in vielen durcheinander gemixten Dialekten spricht und ein Mann, von dem man nicht so genau weis, wie sein Charakter aussieht, wie sollte sich eine Geschichte hieraus entwickeln?
Doch von Seite zu Seite wurde die Struktur klarer: Der Mann und die Frau wollen einen Urlaub in den skandinavischen Ländern verbringen und landen so, eher durch einen Zufall auf einem Schloss, Schloss Gripsholm. Dort erleben sie eine tief gehende Liebe, frei von jeglichem "geschnulze" oder übertriebenen Liebesbekundungen, jedoch voll von keuscher und weniger keuscher Erotik, verpackt in leicht-fließende Worte, von denen man gefangen genommen wird.
Eigentlich werden in diesem Buch 2 Geschichten erzählt: Zum einen die einen Liebespaar und zum anderen die Geschichte eines armen Mädchens, welches von ihrer Mutter aus Zürich in ein Mädcheninternat gesteckt wurde, in dem sie unter der schrecklichen Herrschaft eines "Drachens" leben muss.
Die Geschichten fügen sich auf wundersame weise perfekt ineinander und der Leser ist gezwungen, das Buch an einem tage durchzulesen, da es durch die Spannung die durch die Worte von Tucholsky heraufbeschworen wird, man sich in der misslichen Lage wiederfindet das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können.
Deshalb mein Rat an Sie: Lesen Sie das Buch, lesen Sie und entdecken Sie wie spritzig, lebendig und farbenfroh ein Liebesroman auch ohne jeglichen touch eines Groschenromas sein kann!