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Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte
 
 
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Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte [Gebundene Ausgabe]

Kurt Tucholsky
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
  • Verlag: Rowohlt; Auflage: 20 (25. Mai 1994)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3498098225
  • ISBN-13: 978-3498098223
  • Größe und/oder Gewicht: 15,3 x 9,9 x 2,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (24 Kundenrezensionen)
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Kurt Tucholsky
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Produktbeschreibungen

Buch der 1000 Bücher

Copyright: Aus Das Buch der 1000 Bücher (Harenberg Verlag)

Schloss Gripsholm
OA 1931 Form Roman Epoche Moderne
Kurt Tucholskys Roman um den Sommerurlaub eines unkonventionellen Liebespaars trägt neben seinen heiter-unbeschwerten Zügen auch einen zeitkritischen Unterton, der auf die Gefährdungen demokratischer Kultur verweist.
Inhalt: Schloss Gripsholm beginnt mit einem fiktiven Briefwechsel, in dem der Verleger Ernst Rowohlt seinem Autor nahe legt, eine kleine Liebes- oder Sommergeschichte zu schreiben, welche die Leute »ihrer Freundin schenken können«. Danach setzt die eigentliche Handlung ein – der Schweden-Urlaub des Ich-Erzählers Peter und seiner Freundin, der Sekretärin Lydia. Die beiden mieten sich in einem Anbau von Schloss Gripsholm ein. Dort verleben sie heiter verliebte Tage, mokieren sich über konservative Touristen und lassen die Seele baumeln. Zwischenzeitlich bekommen sie Besuch, zunächst von Peters Freund Karlchen, dann von Lydias Freundin Billie, woraus sich eine Nacht zu dritt entwickelt. Auf einem ihrer Spaziergänge lernen Peter und Lydia die kleine, tief verstörte Ada kennen, die im nahen Kinderheim wohnt und unter der tyrannischen Direktorin leidet. Die beiden setzen sich dafür ein, dass die Kleine wieder zu ihrer Mutter nach Zürich zurückkehren kann, und nehmen sie bei ihrer Abreise mit.
Aufbau: Tucholsky erzählt seine Urlaubsgeschichte mit großer Leichtigkeit, unterläuft jedoch vielfach das Genre des unterhaltsamen Reise- bzw. Liebesromans. Die eingestreuten Reflexionen über das Wesen der Liebe oder die Unmöglichkeit, einer Urlaubsidylle Dauer zu geben, verleihen dem Roman melancholische Züge. Auch die mit verschiedenen niederdeutschen Dialekten versetzte oder aus einem Privatidiom bestehende Sprache der Figuren trägt nicht allein zum Bild einer privaten Idylle bei; der Dialekt als eine Form authentischer Sprache unterstreicht darüber hinaus den Anspruch der Personen, angesichts eines uniformer werdenden Alltags ihre Individualität zu wahren.
Das Gegenbild zu der von Zwängen freien Liebesbeziehung und den liberalen, demokratischen Auffassungen des Liebespaars erscheint im zweiten Handlungsstrang des Romans, der Geschichte der kleinen Ada. Die Leiterin des Kinderheims, die machthungrige und brutale Frau Adriani, eine Deutsche, wird als autoritärer Charakter geschildert, der Angst verbreitet und an dem humane Vorstellungen abprallen. Diese Figur verweist auf die antidemokratischen Kräfte, welche die Weimarer Republik zunehmend zersetzten. Ihre Welt, Sinnbild einer Gesellschaft, die nur Herrscher und Beherrschte kennt, löst im Ich-Erzähler die Vision eines Gladiatorenkampfs aus, die – mit prophetischem Blick – deutlich macht, dass es von der Unterdrückung der Schwachen bis zu nackter Gewalt nur ein kleiner Schritt ist.
Wirkung: Die Sommergeschichte wurde rasch ein großer Publikumserfolg. Ihre anhaltende Beliebtheit führte zu mehreren Verfilmungen, zuletzt durch Xavier Koller, der in Gripsholm (2000) die zentralen Motive des Romans mit in Berlin spielenden Szenen verband. P. G. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Sondereinband .

Pressestimmen

»Tucholskys bezaubernde Geschichte vom ›Schloß Gripsholm‹ aus dem Jahr 1931 ist mittlerweile weltweit in Millionenauflage verbreitet, und deswegen ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch die für edel aufgemachte literarische Entdeckungen bekannte Manesse Bibliothek der Weltliteratur nun dieses Bändchen aufgenommen hat. Damit ist der Klassikerstatus auch bibliophil gesichert. Fritz J. Raddatz hat ein Nachwort dazu verfasst, das die Tragik dieses Autors umreißt: Am Vorabend der Machtergreifung durch die Nazis schreibt der bereits ins schwedische Exil ausgewanderte Autor eine heitere, beschwingte Liebesgeschichte voller Diesseitigkeit und vermeintlich zeitenthobenem Glück […] ›Schloß Gripsholm‹ ist eine sachliche Romanze, eine wunderbar schwebende Geschichte.« (Helmut Böttiger DeutschlandRadio Kultur )

»Eine fröhlich-ausgelassene Romanze.« (Landlust, 07/08 2010 ) -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

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21 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen gute Unterhaltung mit Tiefgang, 6. Januar 2000
Von Ein Kunde
Ein herrlich geschriebener leichter Roman, der doch viel sprachlichen Witz und auch immer wieder zynische Anklänge hat. Die Geschichte selber ist sehr einfach. Ein Pärchen fährt in Urlaub und mietet sich als Urlaubsunterkunft ein Zimmer in einem kleinen verschlafenen Schloß, eben Schloß Gripsholm. Sie genießen ihre freie Zeit und streifen in Wanderungen durch die Gegend. Sie werden jedoch auch von einer Freundin von ihr und einem Freund von ihm nacheinander besucht. Die Episode des Besuches der Freundin hat mich dann doch etwas überrascht, wahrscheinlich hätte ich einfach nicht damit gerechnet, daß es bei einem Roman der 1931 zum ersten mal veröffentlicht wurde so ungezwungen zu einem Bericht über sexuelles Liebesspiel zu dritt kommen würde. Doch Tucholsky beschreibt auch solche erotische "Klippen" mit einer wunderbaren Sprache, die der Phantasie des Lesers alles überläßt und damit weder prüde noch pervers ist, wie es einige heutige Autoren scheinbar nötig haben. Alles in allem erscheint der Roman wie eine leichte Erzählung, doch bei genauem "Hinlesen" wird man schnell die andere Seite des Romans entdecken. Im Buch wird zum Beispiel immer darauf hingewiesen, daß der Urlaub irgendwann zu Ende geht... das Leben ist eben nicht immer nur unbeschwert. Oder auch die Episode mit dem kleinen Mädchen, daß im Internat in der nähe des Schlosses schrecklich unglücklich ist... Ein wirklich schönes Buch das man eben selber gelesen haben sollte, denn eine Zusammenfassung kann niemals die "wirkliche Geschichte hinter der Geschichte" beschreiben... (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Amuesant, spritzig, nachdenklich und ruehrend, 7. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Schloß Gripsholm: Eine Sommergeschichte (Gebundene Ausgabe)
Eine herzerfrischend romantisch-unromantische Geschichte wird hier erzaehlt. Die Zutaten: Lebenslust und Traurigkeit, Zaertlichkeit und Froehlichkeit. Und nicht zu vergessen, eine Messerspitze Erotik, die mit einer ordentlichen Prise Albernheit "entschaerft" wird.

Meister Tucholsky laesst hier entspannt seinen Wortwitz plaetschern und schafft auf seine unnachahmliche Art Atmosphaere mit mir unvergesslichen Wendungen, wie: "Ich sah sie an und sie sah mich an. Wir fassten uns mit den Augen bei den Haenden.", oder "Wir lagen auf der Wiese und baumelten mit der Seele".

Dennoch duempelt die Geschichte nicht in seichten Gewaessern vor sich hin. Selten zwar, aber unvermittelt und dadurch umso ueberraschender bricht sich seine Bitterkeit an den scheinbar unverbesserlichen Schwaechen der Menschheit Bahn. Um sich gleich darauf mit Humor an die eigene Menschlichkeit zu erinnern.

Wie so oft, wenn ich Tucholsky lese, muss ich bei vielen seiner Gedanken zustimmend schmunzeln und wenige Saetze spaeter stelle ich ueberrumpelt fest: jetzt hast Du auch mich in meiner zufriedenen Selbstgefaelligkeit "ertappt".

Der Inhalt ist in wenigen Saetzen zusammengefasst. Ein junges Paar faehrt nach Schweden in die Sommerfrische. Sie verbringen dort fuenf Wochen im Anbau eines alten Schloesschens, eben des Schloss Gripsholm. Grosse Abenteuer sind in der laendlichen Idylle nicht zu erwarten, aber dennoch gelingt es ihnen, ein kleines Maedchen aus einem uebel gefuehrten Kinderheim zu "befreien" und mit seiner Mutter zu vereinen. Dann geht es wieder zurueck in den Alltag. Nichts davon ist spektakulaer. Aber die Sprache und die allgemeine, versoehnliche, entspannte Grundstimmung dieses Werkes tun Seele und Herz wohl.

Kurz: Dieses Buch "schmeckt" wie Erdbeereis mit gruenem Pfeffer an einem lauen Sommernachmittag.

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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen leichte Literatur mit Tiefgang, unwiederstehlich schön, 22. März 2004
Zuerst fühlte ich mich sehr unsicher, als ich anfing dieses Buch zu Lesen. Kurt Tucholsky, als bekannter Kritiker in die Geschichte eingegangen, seinen anspruchsvollen Schreibstil, als auch für seine Leichtigkeit der Worte und seinen Humor, sollte dies ein Buch für mich sein?
Die ersten Seiten verwirrten mich zuerst zutiefst. Eine Frau, die in vielen durcheinander gemixten Dialekten spricht und ein Mann, von dem man nicht so genau weis, wie sein Charakter aussieht, wie sollte sich eine Geschichte hieraus entwickeln?
Doch von Seite zu Seite wurde die Struktur klarer: Der Mann und die Frau wollen einen Urlaub in den skandinavischen Ländern verbringen und landen so, eher durch einen Zufall auf einem Schloss, Schloss Gripsholm. Dort erleben sie eine tief gehende Liebe, frei von jeglichem "geschnulze" oder übertriebenen Liebesbekundungen, jedoch voll von keuscher und weniger keuscher Erotik, verpackt in leicht-fließende Worte, von denen man gefangen genommen wird.

Eigentlich werden in diesem Buch 2 Geschichten erzählt: Zum einen die einen Liebespaar und zum anderen die Geschichte eines armen Mädchens, welches von ihrer Mutter aus Zürich in ein Mädcheninternat gesteckt wurde, in dem sie unter der schrecklichen Herrschaft eines "Drachens" leben muss.
Die Geschichten fügen sich auf wundersame weise perfekt ineinander und der Leser ist gezwungen, das Buch an einem tage durchzulesen, da es durch die Spannung die durch die Worte von Tucholsky heraufbeschworen wird, man sich in der misslichen Lage wiederfindet das Buch nicht mehr aus der Hand legen zu können.

Deshalb mein Rat an Sie: Lesen Sie das Buch, lesen Sie und entdecken Sie wie spritzig, lebendig und farbenfroh ein Liebesroman auch ohne jeglichen touch eines Groschenromas sein kann!

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