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4.0 von 5 Sternen
Der düsterste, unbegreifbarste seiner Romane - Willkommen im Labyrinth: hinein immer, hinaus nimmer, 13. November 2009
Franz Kafkas letzter Roman seiner "Trilogie der Einsamkeit" schickt den Leser in eine komplett abgeschlossene, völlig unverständige, düstere eigene Welt.
Wer die unüberschaubare Struktur des Gerichts und die paradox wirkenden Elemente des "Proceß" mochte, der wird "das Schloß" lieben!
Der Landvermesser K. (im letzten Teil seiner Trilogie, schenkt K(afka) der Hauptfigur nicht einmal mehr einen Vornamen) möchte in eine kleine Dorfgemeinschaft aufgenommen werden, in die man ihn vorher zum Ausführen wichtiger Arbeiten bestellt hatte.
Aber die Beamten auf dem Schloss mit ihrer unbegreiflichen und undurchdringlichen Hierarchie, die wie ein Labyrinth wirkt, dem man nicht entkommen kann, und die unsichtbaren Regeln dieser Autorität, der alle Dorfbewohner blind folgen, machen es K. unmöglich, eine würdige Stellung in der Gemeinschaft und einen Arbeitsplatz zu finden.
Trotz einiger Kontakte und einer gewissen (scheinbaren) Integration in das Dorf, bleibt es K. verwährt (teils auch durch eigenes Ungeschick) die Entscheidungsträger auf dem Schloss zu sehn, den Zutritt kann er nicht bekommen.
Die große Frage ist bei diesem Roman, ebenso wie bei allem was Franz Kafka geschrieben hat, wie man es zu verstehen hat, da dies eine Rezension und keine Interpretation ist, muss man diesen Punkt so interessant er auch ist, beiseite lassen, nur des Verständnisses wegen, seien hier einige Stichwörter gegeben.
-das Schloss als letzte göttliche Instanz (nach Brod)
-das Schloss als Beispiel eines totalitären Regimes(nach Adorno)
-das Schloss als beispielhafte Welt der Väter, in der der Sohn eindrigen, bzw. Annerkennung will (biographische Deutung)
-das Schloss und die unendliche Bürokratieals Gesselschaftskritik
-u.v.m.
Man sieht, man kann viel im "Schloß" sehen, einen Interpratationsansatz für jeden.
Das macht diesen Roman auch so interessant, der einfache schnelle Leser kann auch wenn er eigentlich nichts versteht (den die Welt die Kafka uns hier vorlegt, ist schwer bis unverständlich) gewisse Schlussfolgerungen ziehen, und der kritische, genaue Leser, noch viel mehr.
Von seinen drei großen Romanen, ist dieser der Finsterste und Unbegreiflichste, weil der Protagonist K. eine ganze Welt gegen sich hat, und darin keinen Bezugspunkt zur Wirklichkeit die er (und der Leser) kennt finden kann.
Darin liegt der besondere Reiz dieses letzten Romans von Kafka, gegenüber seinen beiden anderen, die totale Unbegreifbarkeit der Welt.
Das "das Schloß" besser oder schlechter ist als "Amerika" und "der Proceß" kann man nicht sagen, diese drei Romane spielen alle auf dem selben "Level" , das was "das Schloß" auszeichnet ist diese besondere Finsterniss und Unbegrefibarkeit.
Daran kann ein Leser seine wahre Freude haben und verstört aber interessiert in diese Welt abtauchen, ein anderer wird dies als Schwachsinn hinstellen und keine Freude daran haben.
Zur Ausgabe:
Die Ausgabe vom Vitalis Verlag, bietet ein wunderschönes Cover und einige (auch recht schöne) Bilder, zu einem guten Preis.
Wer diese Buch nicht nur nach dem Inhalt sondern auch nach dem Umschlag bewerten will (sprich eine schöne Ausgabe möchte), der sollte hier zuschlagen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
trotz gekürzter Fassung erstaunlich gute Umsetzung, 11. November 2006
Die sechs CDs sind eine gekürzte Fassung des Romanes.
die einzelnen Kapitel werden von Anna Thalbach, Martin Wuttke,Monica Bleibtreu und Uwe Friedrichsen gelesen. Dadurch werden die hauptfiguren des Buches immer aus anderen Perspektiven gezeigt. das Hörbuch verzichtet im Gegensatz zu anderen gekürzten Hörbuchfassingen des Buches auf Effekte. auch das ist aber aufgrund der Fähigkeit der Rezitatoren/rinnen kein Hindernis. Besonders schön finde ich, das endlich einmal Frauen, Hörbücher von Kafka rezitieren. Hier ist besonders Anna Thalbach zu erwänen. Ihre Interpretation der Frida und ihre darstellung von Josef K ist meisterhaft. besonders die Darstellung Fridas kann von ihren Kollegen im hörbuch nicht überboten werden.
Fazit: im Vergleich zur neuerschienen Hörbuchfassung des "Prozess-Romans" ist das Hörbuch sehr gut gemacht, vor allem weil der Roman so sorgsam gekürzt wurde, ohne ihn inhaltlich zu schaden. Der Einsatz von mehreren Rezitatoren ist sinvoll und verleiht den Roman Faccetenreichtum und Tefe.Weiterhin werden im Begleitheft nebeninformationen zu kafka, der Entstehung der "Schloß-geschichten" und zu den Rezitatoren gegeben
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Kafkaeske Klangwelt, 11. Juli 2007
Hier wird von grandiosen Sprechern wie Gerd Westphal als Josef K., dem herumirrenden Protagonisten, ein großartiges Stück Literatur von Kafka in Szene gesetzt. Diese Inszenierung passt sich durch ihre Gesamtkomposition gekonnt an die absurde Welt, in der der Landvermesser Josef K. sich bewegt, an. Seien es 'die Gehilfen', die ständig wie wahnsinnig lachen, sei es eine Lautkulisse, die in den richtigen Momenten ruhig ist und dann plötzlich ins aggressive umschwingt ' alle Mittel helfen dem Hörer, sich in diese typisch kafkaeske Gegend rund um das Schloß hineinzufinden.
Egal, ob man sich dieses Hörspiel anhört, um mit Kafka vertraut zu werden und sich ihm anzunähern, oder ob man das Schloß hören möchte, um einer interessanten Interpretation des Romans zu lauschen, um das Gelesene zu vertiefen ' beide Seiten tun gut daran, sich diese Doppel-CD zu Ohren zu führen.
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