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Schlimmer als Krieg: Wie Völkermord entsteht und wie er zu verhindern ist
 
 
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Schlimmer als Krieg: Wie Völkermord entsteht und wie er zu verhindern ist [Gebundene Ausgabe]

Daniel Jonah Goldhagen , Hainer Kober
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 688 Seiten
  • Verlag: Siedler Verlag; Auflage: 1. Aufl. (30. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3886806987
  • ISBN-13: 978-3886806980
  • Originaltitel: Worse than War
  • Größe und/oder Gewicht: 23,4 x 15,2 x 4,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (7 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 188.689 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Daniel Jonah Goldhagen
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Goldhagen hat sich mit einer bemerkenswerten Publikation zurück gemeldet. In seiner umfangreichen, bestens recherchierten und durchdachten Studie untermauert er nicht nur seine Argumente über den eliminatorischen Antisemitismus der Deutschen bis 1945, sondern weitet und universalisiert seine These. Überzeugend.« (Frankfurter Rundschau )

»Goldhagens unübersehbare öffentliche Wirkung dient als Stachel, sich mit außerordentlich schmerzhaften Themen erneut auseinanderzusetzen.« (Die Zeit )

»Anregend für die wissenschaftliche und die politische Debatte zu einem globalen Problem.« (Der Tagesspiegel )

Kurzbeschreibung

Das große Debattenbuch - brisant, wegweisend, jetzt wieder im Fokus der Öffentlichkeit

Der amerikanische Politologe und Bestseller-Autor Daniel Jonah Goldhagen geht in seinem neuesten Buch der Frage nach, wie Völkermord entsteht, was ihn von anderen gewaltsamen Auseinandersetzungen unterscheidet und was man dagegen tun kann. Dieses Buch wird nicht nur eine internationale Debatte anstoßen, es wird unser Verständnis genozidaler Konflikte für immer verändern.

Immer wieder und immer häufiger steht die Weltöffentlichkeit fassungslos vor brutalen Gewaltausbrüchen, die in verschiedenen Erdteilen verübt werden, manchmal in abgelegenen Gegenden in Afrika oder Fernost, manchmal aber auch mitten in Europa. Meist richten Politik und Medien ihre Aufmerksamkeit jedoch erst auf diese Konflikte, wenn das Blutvergießen bereits in vollem Gange ist. Genau hier setzt Daniel Goldhagen mit seinem neuen Buch an. Er nimmt gezielt Ursprung, Verlauf und Folgen derartiger Konflikte in den Blick: Was bringt Menschen dazu, ihre Nachbarn – Männer, Frauen und Kinder – zu töten? Wie beginnt das Morden? Und wie hört es wieder auf? Und warum sehen wir meist tatenlos zu, wenn irgendwo ein brutaler und blutiger Völkermord stattfindet?

Goldhagens Buch gibt dem Leser völlig neue Einblicke in die Anatomie des Völkermords und weist Wege, wie die Welt diesem Verbrechen, das noch schlimmer ist als Krieg, zukünftig begegnen kann. Basierend auf einem neuen Verständnis für die Ursprünge und Entwicklungsstufen von Genoziden, zeigt Goldhagen Möglichkeiten auf, wie sich derartige Konflikte frühzeitig erkennen, verhindern oder zumindest eindämmen lassen.


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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Daniel Goldhagen, der mit seinem Buch "Hitlers willige Vollstrecker" vor einigen Jahren eine umfangreiche und kontroverse Debatte ausgelöst hat, dürfte auch mit seinem neuen Buch nicht nur Zustimmung finden. Die Art und Weise, wie die politischen Kommentatoren und das deutsche Feuilleton das Buch aufgenommen haben, zeigt das ganz deutlich.

Werfen ihm die einen viele handwerkliche Mängel und große Rechercheschwächen vor, nennen es andere, wie etwa der jüdische Historiker Micha Brumlik eine "bemerkenswerte Publikation". Gut recherchiert und durchdacht lege Goldhagen nicht nur eine umfangreicher Phänomenologie von Genoziden vor. Tatsächlich gibt es kaum ein derartiges Geschehen in den letzten hundert Jahren auf dieser Erde, das er in diesem Buch nicht genau beschrieben hätte.

Wichtig ist vor allem für die Rezeption des Buches in Deutschland, das Goldhagen aufs Neue mit seinen Forschungen die These bestätigt, dass ein Genozid Teil einer sogenannten eliminatorischen Kultur und Denkweise ist, und dass die daran Beteiligten eine persönliche Verantwortung daran tragen und dafür auch zur Rechenschaft gezogen werden müssen.

Die ganze historische Forschung zum Genozid dient auch dem Zweck, dass man am geschichtlichen Beispiel zum Völkermord prädestinierte Gesinnungen erkennen kann; dass er hier vor allem den islamischen Fundamentalismus im Blick hat, sagt der Autor in einem eigenen Kapitel sehr deutlich. Der Siedler Verlag hat Mut bewiesen, diese Stellen ungekürzt zu veröffentlichen, denn man hat in den letzten Jahren da so einiges erleben können an entsprechenden Reaktionen.

Schwach und wenig überzeugend allerdings bleiben Goldhagens Vorschläge, wie man zukünftig Genozide vermeiden kann. Alles in allem ein wichtiger Beitrag zu einem ganz dunklen Kapitel der jüngsten Menschheitsgeschichte, das, wie die Vorgänge zum Beispiel in Srbrenica gezeigt haben, ganz nah bei uns ist ...
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Avariel
Format:Gebundene Ausgabe
Der bereits durch Forschungen über das 3. Reich und den Holocaust einem breiteren Publikum bekannte Daniel Goldhagen widmet sich in diesem Buch dem Völkermord im allgemeinen. Dabei verficht er den Ansatz, Genozide als Ausformung des so genannten Elimiationismus zu sehen, der sich auch in Vertreibungen oder der Auslöschung einer Kultur ohne Vernichtung von deren Mitgliedern niederschlage.

Das Potenzial, das das Buch und der Ansatz gehabt hätten, wird leider großteils durch die Art und Weise, wie Goldhagen für seine Thesen bzw. gegen alternative Ansichten argumentiert, verspielt. Als Grundübel zieht sich durch das Buch, dass der Autor meint, Thesen falsifizieren zu können, indem er darauf hinweist, dass es moralisch problematisch wäre, wenn sie zuträfen. Betroffen sind hiervon insbesondere Erklärungsmuster, die auf überindividuelle, strukturelle Faktoren als Genozid-Ursachen verweisen und damit die Bedeutung individueller Entscheidungen als eher gering betrachten. Es mag nun sein, dass damit auch die Zuschreibung moralischer Verantwortung erschwert wird. Aber: Für die empirische Frage, wie wichtig Individuen und ihre freien Entscheidungen als Ursachen von Völkermorden sind, ist das völlig unerheblich. Dass Goldhagen dies offenbar radikal anders sieht und außer der moralischen nahezu keine empirische Kritik an dem genannten Erklärungsmuster vorbringt, führt dazu, dass seine die freien Entscheidungen betonende Perspektive in diesem Buch gänzlich unzureichend begründet wird und das ganze Gedankengebäude somit auf Sand gebaut ist.

Ein weiterer Schwachpunkt, der mit dem vorigen zusammenhängt und sich ebenfalls häufig im Buch findet, ist Ad-hominem-Kritik, in der Goldhagen Wissenschaftlern, deren Ansichten er nicht teilt, böswillige Absichten zuschreibt (Muster: "These XY wird nur von Leuten vertreten, die die Täter in Schutz nehmen wollen.") Was er damit argumentativ erreichen will, ist unklar, denn es sollte bekannt sein, dass sich der Wahrheitsgehalt einer These nie danach richtet, wer sie warum äußert. Es ist also völlig nutzlos, mit dem beschriebenen Schmutz auf Forscherkollegen zu werfen, und rückt den Autor, der dies dennoch tut, ebenso unnötig wie zurecht in ein schlechtes Licht.

Was aber, wenn Goldhagen sachliche Kritik übt? Manchmal ist sie fundiert und bedenkenswert - in anderen Fällen aber auch einfach abenteuerlich. So bezeichnet Goldhagen z. B. an einer Stelle das Milgram-Experiment als "pseudowissenschaftlich". Wer hier nun eine methodologische Kritik des Experiments erwartet, um diese Einschätzung zu fundieren, wird aber leider enttäuscht - mit keinem Wort begründet Goldhagen, was genau er methodisch an dieser Studie bemängelt. Damit auch Nichtsoziologen verstehen, wie nötig dies gewesen wäre, sei gesagt, dass besagtes "pseudowissenschaftliche" Experiment an der Universität Konstanz einen festen Platz als Anschauungsmaterial in der Vorlesung zu sozialwissenschaftlichen Forschungsmethodik hat.

Abschließend lässt sich daher sagen, dass auch der innovativste Ansatz wenig überzeugend bleibt, wenn er derart schlecht wie in diesem Buch argumentativ unterfüttert wird. Was wirklich von Goldhagens Hypothesen (nur höchst selten: Ergebnissen) zu halten ist, wird sich erst herausstellen, wenn sie von sachlichen Forscherkollegen aufgegriffen und einer empirischen, nicht moralischen Kritik unterzogen werden, in der Forschungsresultat und Werturteil getrennt bleiben. Da das Buch immerhin als Hypothesensammlung einiges Potenzial beinhaltet, wird noch die Wertung von 2 Sternen erreicht.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Man muss nicht jeden der Vorschläge, die Goldhagen zum Eingreifen bei Massenmorden, Vertreibungen und systematischen Vergewaltigungen macht, für sinnvoll halten. Insbesondere die Idee des von den demokratischen Staaten organisierten Tyrannenmords wirkt nicht ganz durchdacht. Fragen wie die nach der Art des Entscheidungsprozesses, dem Grundsatz des fairen Prozesses etc. pp. bleiben unbeantwortet oder werden erst gar nicht gestellt.

Man sollte aber diese Mängel im letzten Kapitel (Thema: Was kann man tun?) nicht zum Anlass nehmen, die in den vorherigen Buchabschnitten entwickelte Analyse zu ignorieren. Denn Goldhagen zeigt, dass nicht nur beim Holocaust die Täter ihre grauenvolle "Arbeit" gern und freiwillig, mit Unterstützung des sozialen Umfelds, getan haben, sondern dass auch bei den anderen uns bekannten Massenmorden die Mörder, Vergewaltiger und Vertreiber engagiert und begeistert bei der Sache waren. Denn diese, in Goldhagen-Diktion, "eliminatorische Politik" wurde immer vorbereitet durch ein Freigeben der Opfer zur Vernichtung, durch deren Entmenschlichung und/oder Dämonisierung. Der finale Auslöser der Gewalttaten allerdings war durch die Bank ein Signal politischer Führer. Und für die soll sich in Zukunft, so Goldhagens Wunsch, das eliminatorische Kalkül nicht mehr lohnen - und er breitet dazu neben dem Tyrannenmord eine ganze Reihe anderer, unproblematischerer Strategien aus.

Zudem gibt er potentiellen Kritikern nicht die Chance, ihn der Einäugigkeit zu bezichtigen. Als erstes Beispiel für einen Massenmord der Neuzeit nennt er Harry S. Truman - der traf bekanntlich die Entscheidung, Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki zu werfen. Und als wesentlich verantwortlich für die Zahnlosigkeit der UN-Konvention gegen Völkermord macht er China und die Sowjetunion aus, deren Regime mit ihren Bevölkerungen weiterhin nach Gutdünken verfahren können wollten.

Fazit: Unbedingt lesenswert. Und eine Warnung: Goldhagen wird in seinen Beschreibungen der Gräueltaten wo notwendig sehr konkret.
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