Das Autorenteam beginnt die Schlemmerreise durch Franken im Süden der " Romantischen Straße " : in Nördlingen. Über Feuchtwangen geht es dann weiter nach Rothenburg ob der Tauber. Allen Städten gemeinsam ist das mittelalterliche Flair, das sich zum Zeitpunkt historischer Festtage ganz offensichtlich noch verstärkt. Die Speisen dieser Region sind eher deftig: " Rieser Gans", " Nantiser Ente" , Gerichte zu denen man Kartoffel- Semmel- oder Hefeknödel reicht. Dazu schmeckt , wie man liest, am besten Bier. Deshalb werden wohl in Bad Windsheim, unweit von Rothenburg, allein 30 Brauhäuser betrieben.
Das " Fränkische Weinland " bietet den Liebhabern des Weines viele Gelegenheiten die Trinkfreude mit lukullischen Höhepunkten in Einklang zu bringen. In Winzerorten, wie etwa Sommerhausen, Iphofen, Castell und Volkach, um nur einige zu nennen, hat die Gastronomie Gaumenfreuden zu bieten, von denen der Leser einen kleinen Vorgeschmack bekommt und zudem mit konkretem Adressenmaterial versorgt wird. Überall enthält die Weinkarte Frankenweine, mitunter aus eigenem Anbau. Fischgerichte harmonieren hervorragend mit Silvaner und so findet sich so mancher Mainwaller, Zander, Karpfen und Saibling in feiner Silvanersud wieder.
Um sich von der " Schlemmer-Arbeit " zu erholen, empfiehlt es sich, verschiedene Kunstwerke von Riemenschneider, Neumann, Grünwald und Tiepolo anzusehen. So etwa in Würzburg. Möchten Sie die Residenz meiden , dann schauen Sie sich die berühmte " Rosenkranzmadonna " von Tilmann Riemenschneider in Volkach an. Aber Würzburg sollten Sie sich eigentlich nicht entgehen lassen! Diese Stadt hat kulinarisch und kultur-historisch wirklich viel zu bieten.
In der " Fränkischen Schweiz " stellt das 1000jährige Bamberg ein besonderes Glanzlicht dar. Der Kaiserdom, die Kaiserpfalz, das Rathaus und viele andere Gebäude haben dazu geführt, dass diese Stadt zum Weltkulturerbe zählt. Im historischen Brauereiausschank " Schenkerla " , in der Altstadt, wird die gleichnamige , rauchige Bierspezialität angeboten. Ob zum Gerstensaft " Bamberger Hörnla" schmecken, sei dahingestellt. Die Küche der Region kennt den Räucherbauch, das Sulfleisch und dazu wiedrum die Knödel,... kennt die Schwere, die im Coburger Land ganz offensichtlich auch nicht relativiert wird. Ob nun die englische Königin Victoria, deren Gemahl aus Sachsen-Coburg kam, sich einst mit den dortigen kulinarischen Gepflogenheiten anfreunden konnte, oder Bachkrebse in Riesling bevorzugte, kann heute nicht mehr nachvollzogen werden. Aber " Coburger Schmätzchen" zum Tee wird die Lady sicher nicht abgelehnt haben.
Vom Fichtelgebirge geht die Reise weiter nach Nürnberg. Der bedeutenste Sohn der alten Kaiserstadt war wohl Albrecht Dürer, dessen Haus die Zeitläufte überstanden hat. Lukullisch bietet Nürnberg die Rostbratwurst, die auf loderdem Buchenfeuer zubereitet wird und natürlich den Nürnberger Lebkuchen.
Ach ja, vielleicht sollten Sie zu guter Letzt noch Aschaffenburg und dort das Schloss Johannisburg am Main aufsuchen. Dort tafelte bereits Napoleon. In der " Schlossweinstube" von Johannisburg wird im historischen Ambiente z.B. " Carvenada " serviert, die man dank des abgedruckten Rezeptes anschließend zuhause nachkochen kann. Das feine Rinderfilet wird mit Basilikum, Beifuß, Estragon, Liebstöckel, Majoran, Rosmarin und Tymian gewürzt und mit Frankenwein abgelöscht. Wie man ein Bürgstädter Kalb, einen Mainwaller, einen fränkischen Karpfen oder ein Hochzeitsküchl zubereitet, erfahren Sie ebenfalls. Hotel- sowie Restauranttips und Adressen sind in dem kompakten Büchlein auch zu finden.
Unbedingt empfehlenswert!