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Jetzt vertieft und erweitert Hertel sein Standardwerk, das schon einmal unter dem Haupttitel »Schleichende Übernahme« erschienen ist und sich mit Josemaría Escrivá, seinem Opus Dei und der Macht im Vatikan befasste.
Es ist endlich an der Zeit, dass sich die katholische Kirche eindeutig für eine Abkehr dieser Geheimor-ganisation von ihren Ideen und Methoden erklärt.
Die Heilisprechung des Gründers des katholischen Geimbundes, des spanischen Priesters Josemaría Escrivá, ist ein Skandal. Am 6. Oktober wird in Rom mit Massenveranstaltungen vor Augen geführt, wer die stärksten Bataillone in der katholischen Kirche und wer die Macht hat, bis zu eine Millionen Menschen generalstabsmäßig nach Rom zu führen. Der Geheimbund zeigt sich dann als eine »Kampftruppe mit straffster Disziplin«, wie er sich selber nennt.
Eine Absicht des Opus Dei ist es, die Macht in der römisch-katholischen Kirche zu erobern. Das unverschmutzte Opus Dei solle als »Werk Gottes« die nach dem letzten Konzil verschmutzte Kirche reinigen und zur Tradition zurückführen. Weil der Papst nicht nur vom Heiligen Geist inspiriert sei, müsse Opus Dei auch diese Lücke füllen. Das Buch zum Thema:
Peter Hertel Schleichende Übernahme Josemaría Escrivá, sein Opus Dei und die Macht im Vatikan
Peter Hertel, exzellenter Kenner des Opus Dei, deckt in seinem Buch auf: Der Machtzuwachs des Geheimbundes ist rasant, der Verwaltungsapparat des Papstes durchsetzt, die Wahl des nächsten Papstes von Opus Dei »gut« vorbereitet. Die von ihm aufgedeckten Regelverstöße auf dem kirchlich vorgeschriebenen Weg der Heiligsprechung zeigen auf, mit welchen Finessen Opus Dei arbeitet.
Die wohl umstrittenste Organisation in der katholischen Kirche wird von dem gegenwärtigen Papst gefördert. Höhepunkt seiner Gunst ist die Heiligsprechung des Gründers. Schon vorher hat er dem »Werk Gottes« einen außerordentlichen Rang im Gefüge der römischen Weltkirche verliehen, mit dem dieser Geheimbund oberhalb der Orden, wie beispielsweise den Jesuiten, Franziskanern und Dominikanern, angesiedelt ist. Zu den Hauptzielen des Gründers Escrivá gehört es, die katholische Kirche vor angeblichem Irrtum, Disziplinverfall und Auflösung zu retten. Geheim sind die Namen der Bistumspriester, die einer Priestergesellschaft angehören, die den Leiter des Opus Dei in geistlicher Hinsicht als ihren Generaloberen haben, obwohl sie juristisch ihrem jeweiligen Bischof unterstehen. So können nicht nur Priester, sondern auch Religionslehrer oder gar Bischöfe nach den Weisungen des Opus-Dei-Chefs in Rom arbeiten, ohne dass die Bischöfe informiert sind. Der Schleier der Geheimhaltung verhindert die Kenntnis, welche Opus-Dei-Mitglieder in der Politik tätig sind, wo von ihnen wirtschaftliche Netze, Banken, Stiftungen usw. gegründet werden, die letztlich dem Opus Dei dienen.
Opus Dei gilt als die wahre und richtige Kirche, als die »katholische Kirche pur«. Mit dem Wort vom »Heiligen Zwang« verbindet sich ein Begriff mit inquisitorischen Tendenzen. Christen, die nicht katholisch sind, werden in geheimen Schriften als Christen bezeichnet, die Christus oft nicht kennen, also gar nicht so richtig christlich sind. Opus Dei wird als rein und makellos dargestellt, anders als die verschmutzte Kirche, die für Escrivá anscheinend ein Leichnam in stinkender Verwesung war. Es herrscht der Geist der Ausschließlichkeit unter der Zielsetzung, die Kommandobrücken von Institutionen der Völker, der Wissenschaft, Kultur, Zivilisation, Politik, Kunst und der sozialen Beziehungen zu besetzen, um mit dieser Methode die Menschen über die Institutionen zum katholischen Glauben zu führen. Andersdenkende, Protestanten, Juden und erst recht Atheisten werden wie Ketzer ausgegrenzt.
Peter Hertel: »Schleichende Übernahme. Josemaría Escrivá, sein Opus Dei und die Macht im Vatikan.« 160 Seiten; Br.; 11,90 D; ISBN: 3-88095-119-5. Publik-Forum Verlag, Postfach 2010, 61410 Oberursel, Tel. 06171/700310, Fax 06171/700346, E-Mail: buecherdienst@publik-forum.de -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Taschenbuch .
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