Die 90er-Jahre waren im deutschen Kino eine Zeit der jungen Regisseure und der ambitionierten Debüts, doch nur ganz wenige Filmemacher sind dabei so weit gegangen wie Friedemann Fromm mit seinem harten Teenagerdrama
Schlaraffenland. Sein Blick auf die Gesellschaft kurz vor der Jahrtausendwende ist illusionslos. Hoffnung gibt es kaum noch, weder für die Teenager, die leben, als hätten sie sowieso keine Zukunft, noch für die Erwachsenen, die ihre Zukunft schon verbraucht haben. Was bleibt, ist eine kalte, ganz und gar materialistische Welt, deren Tempel ein riesiges Einkaufszentrum vor den Toren der Stadt ist.
Sieben Jugendliche lassen sich für eine Nacht in einem hoch modernen Shoppingcenter einsperren. Sie wollen eine gewaltige Party des rauschhaften Konsums feiern und zugleich eine Rechnung mit dem dort für die Sicherheit zuständigen Schwarzen Sheriff Mark Popp (Heiner Lauterbach) begleichen. Doch dann taucht Popp plötzlich mit drei seiner Kollegen auf, um den Tresor des Einkaufszentrums auszuräumen, und die Situation gerät völlig außer Kontrolle.
Anders als im Schlaraffenland des Märchens ist der Preis, den die Menschen in Friedemann Fromms Welt für Luxus und Überfluss zahlen müssen, immens. Was als spielerische Jugendsünde beginnt, entwickelt sich erst zu einem wahren Albtraum, als ein Mädchen an einer Überdosis Drogen stirbt, und wird schließlich sogar zu einem Krieg aller gegen alle. Die Gier nach Geld und die Gier nach Spaß haben die Jugendlichen und ihre erwachsenen Gegenspieler gleichermaßen innerlich zerstört. Und selbst wenn einmal so etwas wie Menschlichkeit oder Skrupel aufblitzen, können sie die Spirale der Gewalt und der Verrohung nicht durchbrechen.
Mit beeindruckender Sicherheit jongliert Friedemann Fromm hier mit den Genres. Schlaraffenland ist zu gleichen Teilen Teenagertragödie, Actionfilm, Psychothriller, Krimi und Ensembledrama. Durch die Verbindung dieser höchst unterschiedlichen Kinoformen entsteht ein kompromissloses Zeitporträt, dessen Härte und teilweise extrem verstörende Brutalität nie Selbstzweck bleibt. Fromm geht bis zum Äußersten, weil sich erst dort das Innere seiner Figuren offenbart. Dabei kann er sich ganz auf sein hervorragendes Schauspielerensemble verlassen, zu dem neben Heiner Lauterbach auch Franka Potente, Jürgen Tarrach und mit Daniel Brühl, Tom Schilling und Tobias Schenke einige der vielversprechendsten jungen Talente des deutschen Kinos zählen. --Sascha Westphal
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In Schlaraffenland treffen eines Nachts eine Gruppe Jugendlicher, die ihren Spaß haben wollen und eine Gruppe von Security Leuten in einem riesigen Einkaufszentrum in Deutschland aufeinander. Die Jugendlichen lassen sich einsperren, weil sie im Schlaraffenland die Party ihres Lebens feiern wollen. Die Leute von der Security drehen die üblichen Nachtrunden. Allerdings sind einige unter ihnen, die doppeltes Spiel treiben und den Safe mit den Tageseinnahmen leer räumen wollen. Zwischen den Jugendlichen und den Sheriffs kommt es zunächst zu einer für beide Seiten ebenso unerwarteten, wie unangenehmen Begegnung. Beide Parteien sehen sich in ihren jeweiligen Unternehmungen gestört und gefährdet. Während des wiederholten Aufeinandertreffens der Gruppen eskalieren die Geschehnisse derart, dass nicht nur Schuldige auf der Strecke bleiben. Schlaraffenland ist ein gut gemachter deutscher Actionthriller, der sich von der Masse abhebt. In den Hauptrollen spielen Heiner Lauterbach (666 - Traue keinem, mit dem du schläfst, Rossini) und der mittlerweile international bekannte deutsche Filmstar Franka Potente (Lola rennt, Nach Fünf im Urwald). In weiteren, ebenfalls gut besetzten Rollen spielen Jürgen Tarrach, Roman Knizka und Ken Duken. --Ursula Steingaß
Ein riesiges Einkaufszentrum in Deutschland: Die Geschäfte sind geschlossen - die Security-Sheriffs rücken an, um die Umsätze in Sicherheit zu bringen. Alles scheint seinen gewohnten Gang zu gehen - mit einer kleinen Ausnahme: Diese Nacht sind die Schaufensterpuppen nicht alleine. Denn in dieser Nacht geben sich der Skater Laser und seine Clique den ultimativen Kick. Sie lassen sich einsperren, um im "Schlaraffenland" die Party ihres Lebens zu feiern - eine hemmungslose Konsumorgie mit Sex, Drogen und jeder Menge Fun. Doch die Kids haben die Rechnung ohne die schwarzen Sheriffs, unter dem Kommando von Fiesling Popp (Heiner Lauterbach) gemacht, der in dieser Nacht aus gutem Grund selbst lieber ungestört geblieben wäre ... So entwickelt sich die wilde Konsum-Party der Kids zu einem gefährlichen, tödlichen Macht-Spiel mit den schwarzen Sheriffs - ein brutaler Showdown, der die Grenzen zwischen Freundschaft und Haß, Liebe und Macht, Leben und Tod auflöst.