Das letzte Album von Eisregen, das mich begeistern konnte war "Wundwasser". "Knochenkult" konnte mich dagegen bis auf einige wenige tolle Songs, nicht wirklich komplett überzeugen - und "Blutbahnen" noch weniger. Daher hatte ich nicht vor dem neuesten Werk der Thüringer allzu große Beachtung zu schenken. Letztendlich war dann die Neugier aber doch zu groß und ich hab mir "Schlangensonne" zu Gemüte geführt. Und was soll ich sagen; ich bin froh, dass ich es getan habe. Das Album ist nämlich, für mich überraschend, sehr gut geworden.
Der Sound klingt insgesamt wieder düsterer, härter und die Gitarre dominiert das Klangbild. Die Texte sind wie gewohnt sehr morbid und drastischer, teilweise sogar wieder richtig fies und bösartig, wie man es von Eisregen kennt (Das Allerschlimmste). Die cleanen Gesangspassagen sind auch nicht mehr so übermächtig, klingen aber besser denn je und fügen sich gut ins Gesamtbild ein.
Thematisch geht es auf "Schlangensonne" recht bunt zu. U.a. geht es um Kindesmisshandlung und die Unfähigkeit der Behörden, Feeding, den zweiten Weltkrieg, Ein Ehepaar welches seine Kinder verspeist (mit starken Parallelen zu Hänsel und Gretel).
An alte Klassiker kommt die "Schlangensonne" vielleicht nicht ganz heran, aber es ist definitiv das beste Eisregen-Album seit "Wundwasser".
Daumen hoch!
Anspieltipps: N8verzehr, Auf ewig Ostfront, Zauberelefant, Kai aus der Kiste, Tod senkt sich herab, Das Allerschlimmste