Böckl ist dafür bekannt das er in jedem Geschehen einen keltischen Ursprung hinein interpretieren will und alle anderen Völker als dumm, arrogant oder kulturlos hinstellt. So auch in seinem neusten Werk, das er hier vorlegt.
Im Grunde ist dieses Buch nichts weiter als eine Sagensammlung, so wie sie es schon zu hunderten auf dem deutschen Büchermarkt gibt. Hier ist nur der Unterschied, das Böckl ohne wissenschaftlichen Hintergrund in jeder Sage ein keltisches Motiv hinein interpretiert.
So versucht er z.B. den Namen "Tannhäuser" von einer keltischn Silbe "Dunum" abzuleiten. Und da der Sängerkrieg auf der Wartburg 1206 statt gefunden hat und die Quersumme der Jahreszahl 9 ist, ist diese Geschichte, die zwar tatsächlich statt gefunden hat, jedoch nicht auf der Wartburg, eine keltische Sage, da die 9 nur für die Kelten eine heilige Zahl war. Das die 9 bei den Griechen für die Vollendung stand, das sie bei den Germanen sehr heilig war, das läßt er natürlich unter dem Tisch fallen. Er gesteht zwar ein das der Name der Herberge Klingsors (Helgrevenhof) eine germanische Bezeichnung ist, aber trotzdem ist alles keltisch. Mit seiner Rechnerei wird es sogar noch besser: 1206 = 9 + 6 (Anzahl der Sänger) = 15 = 3 x 5 = der Beweis das alles keltisch ist. Kurzum, jedes Weltereignis, das in einem Jahr statt findet, dessen Quersumme 9 ist, ist ein keltisches Ereignis.
Das ganze Buch ist von der ersten bis zur letzten Seite voll mit solchen obskuren Interpretationen, so das das Lesen dieser keinen Spaß mehr macht. Es empfiehlt sich lieber auf Bechstein-Sagen oder andere netten Sammlungen zurück zu greifen, dort finden sich die gleichen Sagen wieder um man muß sich nicht über diese haarsträubenden Anmerkungen des Herrn Böckl ärgern.