Ein unverzichtbarer und zugleich höchst amüsanter Wegweiser durch den jahrtausendealten Yoga-Dschungel.
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Produktinformation
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»Das Phänomen Yoga aus der Perspektive eines bekennenden Sportmuffels. Neben sehr praktischen Tipps (etwa: Nie bei Yoga-Videos auf den Bildschirm gucken, das führt zu üblen Verrenkungen) unterscheidet sich 'Schlampenyoga' von der Konkurrenz durch lässige Selbstironie. Eine entspannte Haltung ist nun mal das Wichtigste beim Yoga.«
Der Spiegel
"Schlampenyoga" beschreibt den persönlichen Erfahrungsmarathon von Milena Moser, der bei schweißtreibendem Akrobaten- und Teenager-Yoga bei einer Ex-Domina beginnt und im Umfeld der Erkenntnis: „Nichts gegen Akrobatik - solange man es nicht Yoga nennt. Yoga ohne Prânayâma ist nicht Yoga - so einfach ist das." endet.
Trotz anfänglicher Vorbehalte wurde mir Milena Moser mit jedem Abschnitt und Kapitel vertrauter und sympathischer; ein Mensch, der die eigenen Schwächen ebenso wenig unter den Teppich kehrt, wie die Eitelkeiten und Marotten von Yogastars, Yogaprominenten, Yogalehrerinnen.
Natürlich werden einige nicht sonderlich begeistert sein, wenn sie lesen, dass der gleichermaßen beliebte wie prominente Yogalehrer-Star Rodney Yee mit seinen Schülerinnen Affären hatte, während er offiziell (und explizit in Yogazeitschriften) den lieben Gatten und treusorgenden Familienvater gab: „Bis zur Scheidung eben." Oder wenn sie in einem Bericht über die erste West-Coast-Yoga-Conference erfahren, dass es dort wie auf jedem anderen Jahrmarkt(!) der Eitelkeiten zuging, dass Yoga-Groupies in der ersten Reihe hyperventilierten, wenn einer der Stars der amerikanischen Yoga-Szene vor ihnen in Badehose und mit Klappmikrofon am Kopf posierte und ihnen kichernd und augenzwinkernd vom Aktivieren des Mula-Bandha ( einer Art Schließmuskelkontraktion ) erzählte und dass das für „alles mögliche!" gut ist.
Doch Milena Moser belässt es nicht bei kritischen Anmerkungen und der Beschreibung von Missständen, sie bleibt auf der Suche und findet eben auch überzeugende Lehrer und Lehrkonzepte, zuletzt sind dies der weniger spektakuläre T.K.V. Desikachar und dessen ("rundlicher") Sohn Kausthub, das Herz von Vini-Yoga und der Bezug auf Patanjalis Yoga-Sûtra mit einer ernsthaften Auseinandersetzung mit den Aussagen und Interpretationen der Sûtras.
Illustriert werden diese durchweg amüsant zu lesenden, klugen Beschreibungen einer Körper-Geist-Seele-Odyssee mit ganzseitigen Schwarz-Weiß-Fotos, einigen Strichmännchen-Zeichnungen und integrierten Listen, die sich >Menschen, denen man im Yogastudio begegnet< widmen, >Unentbehrliche Yoga-Accessoires< aufzählen oder beschreiben, was >Mein Medizinschrank< so her gibt, der erste Punkt dort lautet „Achterbahnen". Damit zu fahren, kann durchaus depressive Stimmungen vertreiben, so zumindest würde ich es verstehen.
Das Einzige, was den positiven Eindruck trübt, ist der wegen seiner abschreckenden Wirkung ebenso unsinnige wie scheußliche Buchtitel und die zum Teil gravierenden Fehler und Missverständnisse, wenn es um Fachbegriffe, theoretische Erörterungen zur Geschichte des Yoga und um Ausführungen zur Yogaphilosophie geht.
Ansonsten -und in der Quintessenz- ist Milena Mosers „Schlampenyoga oder Wo geht's hier zur Erleuchtung?" jeder und jedem an Yoga Interessierten sehr zu empfehlen!
Zum einen weil es helfen kann, sich Um- oder Irrwege zu ersparen, zum anderen weil es hilft, über sich selbst zu lachen und zudem vermittelt es auf überzeugende Weise, warum ein Tag mit Yoga ein besserer Tag ist, auch wenn Yoga nicht die Antwort auf alle Fragen ist.
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